Von Christoph Schäfer

16 Monate Haft im iranischen Gefängnis haben Donald Klein schwer zugesetzt. Während dieser Zeit nahm der passionierte Sportfischer mehr als 30 Kilo ab. Auszüge aus seinem Tagebuch legen nahe, dass der bodenständige Bildhauer mehrmals an Selbstmord dachte.

Nach mehr als 15 Monaten Haft in Iran ist Donald Klein am Montag freigekommen. Bis sein Ausreisevisum vorliegt, wird sich der 53-jährige Hobby-Angler aus dem pfälzischen Lambsheim in der deutschen Botschaft aufhalten - dann kann er endlich zu seiner Frau und seinen zwei erwachsenen Kindern heimkehren.

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Nach 16 Monaten aus iranischer Haft entlassen: Donald Klein. (© Foto: dpa)

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Während eines Urlaubs in den Vereinigten Arabischen Emiraten war der gelernte Steinmetz im November 2005 beim Hochseefischen in iranische Hoheitsgewässer geraten.

Nahe der Insel Abu Mussa, die einen strategischen Militärstützpunkt beherbergen soll, verhaftete ihn die Küstenwache wegen illegalen Grenzübertritts. Ein iranisches Gericht verurteilte ihn anschließend zu eineinhalb Jahren Gefängnis.

Für Donald Klein brach eine schwere Zeit an. Anfangs musste er sich eine Zelle mit 13 Insassen teilen. Später bekam er eine eigene Zelle: Neun Quadratmeter groß, kein Fenster. Natürliches Licht drang lediglich durch einen schmalen Schlitz.

"Geopfert von der Bundesrepublik Deutschland"

Klein, der vor zwei Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte, bekam im Gefängnis Herzprobleme. Seine Bauchspeicheldrüse und sein Magen rebellierten, sein Blutdruck war zu hoch.

Etwa ein Jahr nach Haftantritt hatte Klein seinen Lebenswillen verloren. In sein Tagebuch notierte er, was auf seinem Grabe einmal stehen solle: "Geopfert von der Bundesrepublik Deutschland unter der Kanzlerin Angela Merkel."

Wie verzweifelt Klein gewesen sein muss, zeigt auch ein Brief an seine Frau von April vergangenen Jahres. Darin schreibt er, dass er sich auf eine "körperliche Hülle" reduziert sehe. "Nur Essen, Rauchen, Schlafen und trübe Gedanken wie Brei." Die Sache werde bald enden, prophezeite er, "so oder so".

Glücklicherweise endete "die Sache" jedoch nicht mit seinem Tod. Etwas mehr als zwei Monate vor dem regulären Haftende konnte der verzweifelte Pfälzer seine Zelle für immer verlassen. Wie sein Anwalt Klaus Kübler erklärte, empfinde Klein dies als "große Freude und große Erleichterung".

Auch seine Freunde, die ihn stets als einen bodenständigen Menschen beschreiben, freuen sich auf seine Rückkehr, denn Klein ist fest in seiner Heimatgemeinde verwurzelt: Seit 30 Jahren arbeitet er in der Freien Wählergemeinschaft mit. Im Nachbarort Großniedesheim hat er den Brunnen vor dem Bürgerzentrum gebaut. Außerdem gehört er zu den Gründern des heimischen Anglervereins.

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(sueddeutsche.de)