Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg präsentiert ein Buch, das einer Anklageschrift gegen die Bundeswehr gleicht. Gerade deshalb nützt es ihm. Guttenberg will noch hoch hinaus. Nur: Wohin eigentlich?
Gut, dass auch Guttenberg schwitzt. Der Verteidigungsminister ist mit dem Fahrrad gekommen, was angesichts der hochsommerlichen Temperaturen schon für eine gewisse Unerschrockenheit spricht. Dazu stellt er hier im Café Einstein Unter den Linden noch ein Buch vor, das nicht gerade dazu dienen soll, das Ansehen der Politik und der Bundeswehr zu mehren.
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Unerschrocken: Trotz großer Hitze in Berlin kommt Karl-Theodor zu Guttenberg mit dem Fahrrad zur Buchvorstellung. (© rtr)
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Zwei Redakteure der Bild-Zeitung haben es geschrieben, Julian Reichelt und Jan Meyer. Der eine reist als Reporter vornehmlich in Krisenregionen wie Afghanistan. Der andere ist als Hauptstadtkorrespondent der Bild für die Verteidigungspolitik zuständig.
Der Titel des Buches ist ein Zitat von Karl-Theodor zu Guttenberg: "Ruhet in Frieden, Soldaten." Gesagt hat er ihn bei Trauerfeiern für in Afghanistan ums Leben gekommene deutsche Soldaten. Der Nachsatz aber ist einer, den Guttenberg so sicher nicht in den Mund nehmen würde: "Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit in Afghanistan vertuschen."
"Vertuschen", vor allem dieses Wort gefällt Guttenberg nicht. Das habe was von "Vorsatz", sagt er. Damit hat er Erfahrung. Er hatte dem ranghöchsten Militärangehörigen und einem Staatssekretär vorgeworfen, ihm Unterlagen zum Tanklaster-Bombardement Anfang September 2009 "vorenthalten" zu haben. Auch das hatte was von Vorsatz - was er aber nicht so gemeint haben will.
Das zweite, wogegen sich der Minister noch zu verwahren hat, ist die in dem Buch niedergeschriebene harsche Kritik an der Amtsführung von Guttenbergs Vorgänger Franz Josef Jung (CDU). Womit auch schon geklärt ist, dass dieses Buch Guttenberg nicht gefährlich werden kann. Es ist eher eine Abrechnung mit seinen Vorgängern, die das Volk nicht über die harten Realitäten des Einsatzes in Afghanistan informiert hätten.
Er aber, der Strahlemann aus dem Süden, den die Deutschen zu großen Teilen als Nachfolger von Angela Merkel sehen, darf sich damit schmücken, dass er heute von einem Krieg in Afghanistan spricht. Er hat sich damit das große Lob am goldenen Band der beiden Bild-Autoren verdient.
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Man kann ihn den Herren Minister moegen oder nicht,dass bleibt jeden selbst ueberlassen und wer die Leserbriefe liesst,der kann sich darueber seine Gedanken machen. Nur eines muss ich dem Autor vorwerfen auch wenn er das nicht so sieht,wir haben keinen Kriegsminister,dass sollte sich doch schon herumgesprochen haben. Auch ist es so,ob man will oder nicht,als der Afghanistan Einsatz begann war er nocht nicht im Kabinett und er musste fuer den gluecklosen Herren Jung diesen Posten uebernehmen.Auch seine Art zu regieren und die Fuehrung seines Amtes ist nicht nach meinen Geschmack,er will Karriere machen auf den Ruecken seiner Soldaten,dass nehme ich ihm persoenlich Uebel.
Denn im Krieg gilt die Genfer Konvention. Da muss man sich an Regeln halten. Aber das wollen schon die amerikanischen Militärs nicht. Denn Kriegsgefangene darf man nicht Foltern. So ist es einfacher von freindlichen Kämpfern zu sprechen und sie nach belieben zu Foltern!!!
Insofern sollte man Herrn Guttenberg dankbar sein, dass er den Mut hat das Unsagbare auszusprechen.
Liebe User,
danke für den respektvollen Umgangston, mit dem Sie Ihre weiteren Kommentare verfassen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
"...war selber lange in Kolumbien undbrauche keine Belehrungen von Ihnen."
Oh doch ich seh da Bedarf, Sie haben keine Ahnung von Kolumbien und der südamerikanischen Geschichte des 20 Jh. allgemein.
"Spielen Sie weiter den Kasper"
Mach ich.
Ist es eine heilige Pflicht, die Heimat zu verteidigen? Aber sicher doch. Gegen eine reine Verteidigungsarmee spricht rein gar nichts.
Vor allem wäre der Bürger in Uniform dann auch bewaffnet und davor sicher, dass man seitens der Finanzwirtschaft eine Art Blackwater - Armee aufstellt und bei Widerstand gegen die Sozialisierung der Bankenverluste schießen läßt.
Nehmen wir die Schweiz ruhig als Vorbild. Vor allem die Schweizer Verfassung, die kantonale Eigenständigkeit in zentralen Belangen und die Waffe im Schrank sagen mir sehr zu.
Paging