Der Streit um die SPD-Mitgliedschaft von Bundesbank-Vorstand Sarrazin geht in die zweite Runde. Ein Gutachten weist ihm Rassismus nach.
Er war Finanzsenator in Berlin, ist nun in Frankfurt/Main Vorstand der Bundesbank - und muss um seine SPD-Mitgliedschaft bangen. Der Fall Thilo Sarrazin kommt nicht zur Ruhe.
Von kleinen Kopftuchmädchen und energieverschwendenden Hartz-IV-Empfängern: Thilo Sarrazin ist bekannt für provokante Aussagen. (© Foto: ddp)
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Der SPD-Kreisverband Spandau und die Abteilung Alt-Pankow werfen ihm rassistische Äußerungen in der Kulturzeitschrift Lettre International vor und haben das jetzt mit einem Gutachten untermauert. Es soll die Landesschiedskommission der Partei dazu bewegen, Sarrazin doch aus der SPD auszuschließen.
Der von ihnen beauftragte Politologe Gideon Botsch vom Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam bezeichnet die Äußerungen Sarrazins in seiner Analyse als "eindeutig rassistisch". Vor allem die verallgemeinernde Wortwahl des 64-jährigen deute darauf hin, erklärt er im Gespräch mit sueddeutsche.de.
Das 21-seitige Gutachten des Experten bewertet einzelne Passagen des Interviews als "herabwürdigend für Migranten". Der frühere Finanzsenator hatte unter anderem erklärt, Araber und Türken seien kaum produktiv für die deutsche Wirtschaft. Damit mobilisiere Sarrazin mit einem "bewussten Tabubruch" Vorurteile, die sonst von Rechtsradikalen geäußert würden, heißt es in dem Gutachten.
Ein Zitat aus Sarrazins Interview lautet zum Beispiel: "Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate." Weiter sagte der Bundesbanker: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
Politologe Botsch sagt zu solchen Aussagen: "Die Forderung nach Zuwanderungsstopp und dem Stopp von Transferleistungen an bestimmte Migrantengruppen ist nur von Sarrazin und der NPD zu vernehmen." Das heiße aber keinesfalls, dass der Banker ein Angehöriger oder Anhänger der rechtsextremen Partei sei.
Für seine Analyse hat der Wissenschaftler die Rassismus-Definition von Albert Memmi verwendet, die Botschs Angaben zufolge dem Mainstream des akademischen Diskurses entspricht. Der Memmi-Definition zufolge müssen vier Kriterien erfüllt sein, damit man von Rassismus sprechen könne.
"Erstens braucht es die Konstruktion eines Unterschieds, zweitens muss ein wertendes Element vorhanden sein", erklärt Botsch. Drittens müssten die Aussagen verallgemeinernd sein. Und der vierte Aspekt sei die Funktion: Diese mache Sarrazin in seinem Text deutlich, wenn er von der Umverteilung zwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen spricht.
Außerdem verwendete der Wissenschaftler in seinem Gutachten das Konzept des "sozialen Rassismus." Dieser findet sich zum Beispiel in Sarrazins Beschreibung der Unterschicht. "Die Verbindung von Abstammung und einer bestimmten Schichtzugehörigkeit im Sinne von Vererbung, das ist eindeutig rassistisch", erklärt Botsch.
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Müll an der Isar
Ich gebe der Mehrheit im Forum recht, dass Sarrazin lediglich die Wahrheit ausspricht und dies in einer humorvollen Art, die der Mehrheit der Bevölkerung aus dem Herzen spricht.
Der Mann kommt aus der sozialen Unterschicht, er weiss also, was es dort unten für Betrügereien gibt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Er ist eben mutig und ehrlich.
Vor allem die Migranten finden einen solchen ehrlichen Umgang besser, als das hinterhältige Gefasel der Gutmenschen vor allem in den linken Parteien.
Mehr Leute wie Sarrazini wären gut für Deutschland.
vorweg: Ich stelle Sie keinesfalls in die Ecke von Antisemiten. Ich halte Sie auch nicht für rassistisch, sondern für einen Chauvinisten (nein, nur Spaß).
Mir geht es darum, dass diese Begriffsdiskussion von dem eigentlichen Problem ablenkt.
Warum gehen Sie nicht auf das Argument ein, dass sich die Bedeutung dieses Wortes geändert hat?
Um bei Ihrem Obstbeispiel zu bleiben: Ich sehe die Diskussion sich weniger um Äpfel oder Birnen drehen sondern eher um die Frage wie weit sich die Apfelsorte "Elstar" von "Jonagold" unterscheidet, während die eigentliche Diskussion darüber gehen sollte, dass es besser ist Äpfel zu essen als zu McD zu gehen.
Ich will damit sagen, der Unterschied der Auswirkungen zwischen Rassismus und Chauvinismus ist minimal bis nicht vorhanden und die Grenzen sind auch sehr schwammig. Nach der strengen Rassismus-Definition, die Sie zu Grunde legen, gibt es fast keinen Rassismus. Vielleicht noch von Weißen gegenüber Schwarzen und andersherum.
Sie schreiben: "Merkwürdiges Verfahren habe das Gefühl, daß hier 1/3 der Beiträge überhaupt nicht erscheinen und 1/3 zensiert ist. Wie war das mit der Meinungsfreiheit und demokratischem Disskurs????" Ich wundere mich ebenfalls. Beiträge von mir sind erst Stunden später oder überhaupt nicht erschienen. Das ist natürlich auch eine Methode, die Diskussion abzuwürgen oder zu manipulieren.
Wie so oft wird hier Wahrheit und Propaganda gemischt:
Zu den Fakten:
1. Die Geburtenrate der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist niedrig. Dies ist vor allem ein Problem aufgrund der Staatsverschuldung und des Aufbaus der Sozialversicherung.
2. Die Geburtenrate der Migranten, die aus einem Kulturkreis mit höherer Geburtenrate kommen, ist höher.
3. Immigration ist aus wirtschaftlichen Gründen unvermeidbar und wird zum höheren Anteil der islamischen Bevölkerung führen (siehe 1.)
Aber warum ist das so? Hängt das mit der Religion zusammen? Nein!
Es ist das Gesellschaftsmodell. In unserer Gesellschaft zählen die Rechte der Frauen mehr als ihre Fruchtbarkeit. Die Sozialsysteme erfordern keine Kinder als Altersabsicherung.
Ist das ein Problem?
Früher waren die Verhaltensmuster, die wir am Islam anprangern, doch hier auch Gang und Gäbe: Kopftuch, der Vater als unumschränktes Familienoberhaupt, die "Familienehre", der Mangel an Willen zu höherer Bildung ("Lern erst mal einen Beruf"). Komisch, dabei waren wir auch damals (größtenteils) Christen.
Das waren die Werte auch der katholischen Kirche, sowie praktisch jeder anderen "Tradition".
Wir müssen also die Migranten integrieren, und unterstützen, dass sie sich mit unseren demokratischen, rechtsstaatlichen und humanistitschen Werten mehr identifizieren als mit einer gegenteiligen Auslegung des Koran.
Leider hat das hat beim Christentum und der Bibel (siehe vor allem das alte Testament) auch zweieinhalb Jahrhunderte gedauert.
Warum nennen wir Äpfel Äpfel und Birnen Birnen wo doch beides Obstsorten sind. Warum nicht einfach Obst?
Wenn Sie Rassismus sagen, sollten Sie auch Rassismus meinen. Wenn Sie Chauvinismus sagen, sollten Sie auch Chauvinismus meinen.
Wenn Sie zu faul sind zu überlegen, was Sie eigentlich meinen, dann verwenden Sie doch den Überbegriff Diskriminierung.
Die Diskussion krankt daran, dass jeder nur seine unspezifischen Vorurteile abladen will und so nicht mal eine gesunde Diskussionsgrundlage entstehen kann.
Warum wollen Sie mich in eine Ecke mit den Antisemiten stellen? Ich bin kein Antisemit.
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