Vier Jahre ein Herz und eine Seele, nun Kombattanten im Studio: Merkel und Steinmeier. Das große TV-Duell sollte 2009 besser ausfallen. Die Kolumne zum Medienwahlkampf.
Er hat sich fürchterlich aufgeregt, der große Guido Westerwelle, der sich - mindestens - als künftiger Bundesaußenminister sieht. Nein, er habe ganz und gar keine Lust auf ein "kleines TV-Duell" mit den Chefs der anderen kleinen der größeren Parteien, also mit den Top-Figuren der Grünen und der Linken - eine solche Runde schlägt die ARD vor. Das sei ja ein "B-Movie" im Vergleich zum "großen" TV-Duell zwischen Kanzlerin und Kanzlerkandidat, empört sich Westerwelle.
Setzten weder auf Krawall noch auf Kontur: SPD-Kandidat Steinmeier und CDU-Amtsinhaberin Merkel. (© Foto: ddp)
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Man muss dem ambitionierten Wahlkämpfer nicht alles an Hybris durchgehen lassen, aber sein Verweis auf die B-Nummer macht eine andere Schwäche deutlich: die des vermeintlichen "A-Movies".
In diesem Wahlkampf gibt es keine A-Klasse der Fernsehduelle. Sie fällt aus. Die auf dem Spielplan bereits ohne Termin angesetzte TV-Auseinandersetzung zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier müsste im Grunde bald ersatzlos gestrichen werden. Maybrit Illner, Peter Kloeppel und wie die journalistischen Sekundanten noch so heißen, sollten sich lieber auf andere Formate konzentrieren.
Über was, bitte schön, sollten sich Angela Merkel und der liebe "Frank" öffentlich vor Kameras streiten, wenn es um die letzten vier Jahre geht? Darüber, dass Opposition "Mist" ist, wie es der SPD-Chef Franz Müntefering einmal so hübsch ehrlich formulierte?
Da sitzen doch immerhin Kanzlerin und Vizekanzler, Chefin und Juniorchef, die beiden ranghöchsten Stellvertreter einer Arbeitsgemeinschaft auf Zeit, die sich "große Koalition" nennt. Diese Regierung hat sich recht und schlecht durch eine ganze Legislaturperiode laviert, immerhin. Von größeren Streitigkeiten ist das Verhältnis von SPD-Steinmeier zu CDU-Merkel dabei verschont geblieben, sieht man vielleicht einmal von den Eitelkeiten ab, wer wen nicht über eine Irak- oder Afghanistan-Reise informiert hat.
Die beiden, die sich da im Fernsehen duellieren sollen, fanden gemeinsam alle wichtige Themen dieser Regierung gut: Haushaltskonsolidierung, strengere Sozialpolitik, Bankenrettung, Opelrettung, Wiederentdeckung der amerikanischen Freundschaft, Afghanistan-Krieg, Nein zu Guantanamo-Gefangenen, Vorrang der Inneren Sicherheit. Hier arbeitete ein durch und durch pragmatisches Duo, ein politisch-technokratisches Spitzenpersonal, das auf Diplomatie und Moderation setzte, nicht auf Krawall und Kontur.
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Wer an Schlafstörungen leidet, sollte sich diese Sendung auf jeden Fall ansehen
Das ist keine Wahl im Srptember. Das ist eine Stimmabgabe.
Herr Jakobs,
Sie fordern Inhalte und sachliche Auseinandersetzung mit der Politik? Das verschreckt nur die Wähler!
Bitte verwirren Sie mich nicht mit Fakten, ich habe meine festen Vorurteile!
... fällt das "Fetzen" schwer und das ist gut so. Der Weg wird frei für Auseinandersetzungen, wo sich in der Regel Gemeinsamkeiten ergeben und das Spektrum der Möglichkeiten größer werden lassen. Wer Zweikämpfe so liebt, wie der Autor dies verlauten lässt, mag doch mal selbst "in die Rüstung steigen". Sie wir sich vor allem eng anfühlen.
... einen letzten Kick brauchen , um dann zügig von der Brücke zu springen .
Paging