Ein US-Bundesrichter hat offenbar angeordnet, fünf algerische Guantánamo-Häftlinge freizulassen. Die Männer sitzen seit sieben Jahren in dem Gefangenenlager ein.

Ein US-Bundesrichter hat einem Medienbericht zufolge die Freilassung von fünf Gefangenen aus dem umstrittenen Guantánamo-Lager auf Kuba angeordnet.

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Es handele sich um Algerier, die 2002 von Sarajevo an die USA ausgeliefert worden seien, berichtete am Donnerstag der TV-Sender CNN. Die US-Behörden hätten ihnen vorgeworfen, Anschläge auf diplomatische Vertretungen der USA in Bosnien geplant zu haben. Die Terrorverdächtigen könnten nicht unbegrenzt als feindliche Kombattanten festgehalten werden, erklärte Richter Richard Leon in Washington. Ein sechster Algerier, der zusammen mit den fünf anderen festgenommen worden war, bleibt hingegen weiter in Haft.

Die Anordnung des Bundesrichters sei "ein schwerer Schlag gegen die Politik der US-Regierung", kommentierte der Sender. Allerdings sei es sehr wahrscheinlich, dass die Regierung Berufung einlegt.

Die sechs Algerier, die auch die bosnische Staatsangehörigkeit haben, waren im Oktober 2001 unter dem Verdacht der Vorbereitung von Terroranschlägen verhaftet worden. Im Januar 2002 wurden sie an die USA ausgeliefert. Seitdem befinden sie sich im Gefangenenlager im US-Stützpunkt Guantánamo auf Kuba. Die Staatsanwaltschaft in Sarajevo hatte im Juni Ermittlungen gegen den früheren bosnischen Ministerpräsidenten Zlatko Lagumdzija wegen des Vorwurfs der illegalen Auslieferung aufgenommen.

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(dpa/cag)