Whitehall und Washington, eine starke Achse: Der britische Premier Brown will Gefangene aus Guantánamo aufnehmen, um dem künftigen US-Präsidenten Obama zu helfen.

Als Tony Blair noch englischer Ministerpräsident war, tat er fast alles, um dem US-Regierungschef George W. Bush im Irak-Krieg zu helfen - sehr zum Leidwesen vieler europäischer Staaten.

England nimmt Gefangene auf, AP

Horrorknast Guantánamo: Die Briten wollen dem neuen US-Präsidenten Obama helfen und werden wohl Gefangene aufnehmen. (© Foto: AP)

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Blairs Nachfolger Gordon Brown hatte stets eine kritischere Haltung zum Töten im Irak. Und nun wird er, ganz in der Tradition der Beziehungen zwischen Whitehall und Washington, wieder dem amerikanischen Präsidenten helfen, dem auf Bush folgenden Barack Obama.

Nach Angaben britischer Regierungskreise, die in der Times zitiert werden, ist ein Deal ausgehandelt worden. Danach bereitet sich Großbritannien darauf vor, Gefangene aus Guantánamo Bay aufzunehmen, sodass Obama das international verrufene Lager auf Kuba schließen kann.

Zuvor hatte Brown ähnliche Hilfeersuchen der Bush-Regierung abgelehnt. Guantánamo - das war in der Vergangenheit ein solcher Makel, dass sich überall auf der Welt Staaten weigerten, Gefangene aus dem Lager aufzunehmen.

Auch wenn die USA erklärten, die Inhaftierten seien unschuldig, tat sich nichts. So mussten vier chiensische Uiguren, die durch Zufall in die Jagd nach Osama-bin-Laden-Anhänger geraten waren, am Ende freuen, von Albanien aufgenommen zu werden.

Nun heißt es am Amtssitz der englischen Regierung, das Außenministerium werde von Fall zu Fall entscheiden, wer aufgenommen wird und welche Unterstützung die Immigranten bekommen. Die Regierung wolle "einen guten Start mit Obama". Es sei klar, dass die USA Hilfe bräuchten, um das Lager zu schließen.

Auch ein Thema in der EU

Auch in der EU wird über die Aufnahme von Gefangenen diskutiert; der portugiesische Außenminister Luis Amado will das Thema beim nächsten Treffen seiner EU-Kollegen auf die Tagesordnung setzen.

Die Bush-Administration hat den europäischen Verbündeten eine Liste von Inhaftierten geschickt, die frei gelassen werden könnten, die jedoch Verfolgung in ihren Heimatländern erwarten. Es geht um schätzungsweise 60 von 248 Gefangenen. Das US-Außenministerium bat rund 100 Länder um Hilfe.

Der künftige US-Präsident Obama plant, die gefährlichen unter den in Guantanamo Einsitzenden - zwischen 30 und 80 - vor ordentliche amerikanische Gerichte zu stellen.

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(sueddeutsche.de/jja/mel)