Mit einer Terrorismus-Anklage gegen einen ehemaligen Fahrer von Osama bin Laden hat das erste Militärtribunal der USA seit dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Menschenrechtsorganisationen zweifeln allerdings an der Fairness der Verfahren.

Der 34-jährige Salim Ahmed Hamdan aus dem Jemen erschien ohne Handschellen vor den fünf Offizieren der Militärkommission in Guantanamo, dem US-Stützpunkt auf Kuba.

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Die Verteidigung wies die Anklage gegen Hamdan entschieden zurück. Sein Mandant sei nur als Pilger unterwegs gewesen und habe auf dem Anwesen von Osama bin Laden eine Gelegenheitsarbeit aufgenommen, erklärte Major Charlie Swift.

Die Ankläger werfen Hamdan aber vor, dem Al-Qaida-Führer bin Laden auch als Leibwächter gedient und Waffen transportiert zu haben.

Hamdan beschwerte sich laut Gerichtsdokumenten, die auf Antrag der US-Medien freigegeben wurden, über die Folgen der achtmonatigen Isolationshaft in Guantanamo.

"Ein Monat hier ist wie ein Jahr", sagte Hamdan. "Ich durfte die Sonne nicht sehen oder andere Leute hören." Sechs für Militärverfahren ausgewählte Häftlinge werden in Guantanamo in Einzelzellen festgehalten.

"Dieser Prozess richtet sich gegen alles, wofür wir in der Geschichte der USA gekämpft haben", sagte Swift.

Der Major hatte vor zivilen Gerichten gegen das Militärverfahren geklagt und dieses als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet.

Es wird erwartet, dass Swift gegen den Status seines Mandanten als "feindlicher Kombattant" vorgehen wird. Auch könnte er die Fähigkeit von Oberst Peter Brownback in Frage stellen, als Vorsitzender der Militärkommission für ein faires Verfahren zu sorgen.

Neben Hamdun müssen sich in Guantanamo zunächst drei weitere Beschuldigte in einer voraussichtlich viertägigen Anhörung vor fünf Offizieren wegen terroristischer Aktivitäten verantworten.

Dabei handelt es sich um den 29-jährigen Australier David Hicks, konvertiert zum Islam, den 1960 geborenen Sudanese Ibrahim Ahmed Mahmud al-Kosi sowie den 33-jährigen Jemeniten Ali Hamsa Ahmad Sulayman al Bahlul, verheiratet und Vater von vier Kindern, die beiden sollen bin Laden als Leibwächter gedient haben. Bis es zum eigentlichen Prozessbeginn kommt, werden voraussichtlich mehrere Monate vergehen.

Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) und die Amerikanische Anwaltskammer (ABA) erklärten, die Anhörungen von eigenen Vertretern verfolgen lassen zu wollen.

Ein Besuch im Gefängnis wurde ihnen jedoch verwehrt.

Die Organisationen kritisieren, dass die im Anschluss an den Afghanistan-Krieg vom Oktober 2001 gefangen genommenen Personen von den USA als "feindliche Kombattanten" betrachtet werden.

Damit haben sie weniger Rechte als Kriegsgefangene. Auch wird angezweifelt, ob die Beschuldigten tatsächlich ein faires Verfahren erwarten können. Der ACLU-Beobachter Anthony Romero kritisierte, dass es keine Berufungsmöglichkeit außerhalb der militärischen Befehlskette gebe.

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(AP)