Deutschland sollte den USA anbieten, entlassene Häftlinge aus dem Rechtsbruch-Lager aufzunehmen.
Wer in Deutschland etwas tut oder sagt, wofür er als "nicht zuständig" gilt, der macht sich in der Firma, im Sportverein und natürlich in der Politik unbeliebt bis verdächtig.
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Applaus für den Präsidenten: Barack Obama nach der Unterschrift, die die Auflösung des Gefangenenlager Guantanamo beschließt. (© Foto: AP)
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Viele Juristen sind wahre Zuständigkeitsfanatiker, die schlimmsten unter ihnen sind jene, die sich als Politiker mit der inneren Sicherheit beschäftigen. Ja, die Rede ist wieder einmal auch von Wolfgang Schäuble. Der hat darauf hingewiesen, dass für die Aufnahme etwelcher aus Guantanamo Entlassener allein die Innenminister von Bund und Ländern zuständig seien - was implizit auch bedeutet, dass die sich schon dagegen aussprechen würden.
Der Innenminister irrt. Zuständig für die Aufnahme ehemaliger Guantanamo-Häftlinge sind alle Staaten, alle Politiker, denen Menschlichkeit etwas bedeutet.
Bei jenen, die hoffentlich bald aus dem Rechtsbruch-Lager freikommen, handelt es sich um Leute, gegen die in den USA mangels Anlass keine ordentlichen Strafverfahren geführt werden. Auch die Regierung Obama wird durchaus die mutmaßlichen Terroristen oder Mordplaner unter den Bush-Internierten strafrechtlich verfolgen.
Viele derer aber, die man jahrelang in Käfigen gehalten hat, weil sie in Afghanistan oder im Irak zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren, erfüllen so ziemlich alle Kriterien, die in der EU für die Anerkennung als Asylbewerber wichtig sind. Wenn sie nach ihrer Entlassung nicht in den USA bleiben wollen, ist das sehr verständlich.
Die Europäer sollten der Regierung Obama anbieten, diese Leute aufzunehmen. Man wird in jedem Einzelfall die Umstände oder gar eine mögliche Gefahr zu prüfen haben. Aber das tut man bei jedem Asylbewerber.
Gerade Deutschland hat sehr gute Gründe, sich offen und zuständig zu zeigen. Es geht darum, Gequälten zu helfen, denen die Internierung auch die Heimat genommen hat. Es ist außerdem eine Geste an die Neuen in Washington, dass alte Freunde zu einer veränderten Politik gerne die Hände reichen. Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist leider deutlich abgekühlt. Das hat mit den Zeitläuften und der Regierung Bush zu tun. Es gibt aber auf beiden Seiten auch ein manchmal bis über die Grenze der Ablehnung hinausreichendes Desinteresse aneinander.
Hinzu kommt, dass die rot-grüne Regierung und speziell der heutige Kanzlerkandidat Steinmeier Mitverantwortung für die lange Inhaftierung eines Menschen in Guantanamo tragen. Der Fall Kurnaz sollte nicht Motiv einer großzügigen Politik sein, aber dennoch ein Teil der Motivation dafür. Anders als Schäuble befürwortet Steinmeier die Aufnahme entlassener Guantanamo-Häftlinge.
Auf keinen Fall darf daraus ein parteipolitischer Streit werden, ob es besser ist, großzügig oder sicherheitsbewusst zu sein. Zwar kennt die Berliner politische Klasse, zumal im Vorwahlkampf, kaum Tabus. Die Aufnahme von ein oder zwei Dutzend Traumatisierter aber sollte dem Gekeife entzogen werden - und sei es durch ein klares Wort der Kanzlerin.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 23.01.2009/gba)
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was in den Köpfen mancher Kommentatoren rumschwirrt. Eines ist aben sicher:"Was geht es mich an. Hauptsache dummes Zeug schreiben, Gefühlsduselei vortäuschen. Seinen Kindern den Kommentar vorlesen: "Seht, was Pappi alles kann". Es geht nicht darum, Gefangene freizulassen. Es geht um die Zukunft dieser Menschen. Und es geht um die Zukunft eventueller Nachbarn. Oder würde einer der Kommentartoren einen dieser Menschen als Untermieter im eigenem Haus aufnehmen? Einen Menschen, dessen Aktivitäten völlig unbekannt sind, aber aus einem Strafgefangenenlager entlassen wurde. Welche Gefühle mag ein Solcher hegen, unschuldig gefoltert, gequält etc. worden zu sein? Und wenn er nicht unschuldig gewesen sein sollte? Halleluja. Wollen wir nicht heiliger sein als der Papst, und den Anforderungen reel ins Auge blicken. Und ab und zu auch die internationale Presse lesen, die über entlassene Gefangene berichtet. Wie? Sie können keine Fremdsprache? Dann bleiben Sie bitte hinter dem Ofenrohr sitzen oder sehen sich ein bisschen in der Welt um. Aber bitte nicht in den Touristencentren unter Ihresgleichen.
...Pragmatismus und 'Geschwurbel' haben viel gemein, so ist das nun mal...:-))
Aber wo ist Ihr Pragmatismus geblieben, den Sie in Fällen wie Iran, China, etc. pp. doch sehr an den Tag legen...?
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@ Meerrettich: ist so unangebracht wie oberflächlich. Da Sie nun auf der Ebene der Fäkalsprache angekommen sind, lasse ich Sie mit Ihren "braunen" Gedanken allein.
Mit viel geschwurbel kommen Sie nicht um den Fakt herum, dass man jemanden, der unschuldig ist und auch nicht ernsthaft vor ein gericht kommen wird, schlicht sofort, stantepede, frei zu lassen hat. Mit Ticket für ein land seiner Wahl. Wenn Land x nicht will und alle 200 UN-Staaten nicht- dann Ticket in die USA.
Herr Obama lässt die Leute nicht frei. Die begründung ist völlig nebensächlich. er lässt die Leute nicht frei.
Und wenn er da noch zweidrei hat, die er vor gericht stellen will: die sind in einer Flugstunde in einen Miami-Knast ausgeflogen.
So einfach ist das alles.
Paging