Eine Geschichte grüner Verzweiflung: Eigentlich ist die Öko-Partei derzeit erfolgreich wie nie - nur nicht im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis. Dort sucht der "erfolgloseste grüne Kreisverband Deutschlands" seinen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl über Facebook.
Gerald Heisig aus Eberswalde in Brandenburg leidet nicht an Überlastung, normalerweise. Seit Mittwoch ist das anders geworden. "Ich bin im Stress!", ruft Heisig ins Telefon, er will gleich wieder auflegen, "bei mir stehen wichtige Anrufe an!" Heisig bleibt dann doch am Apparat und erzählt, dass er gelernter Kaufmann für Naturkost ist und mit 45 Jahren Ökolandbau studiert. Jetzt will er "dabei sein" beim grünen "Ruck", der durchs Land geht, sagt er. Heisig könnte damit berühmt werden, wenigstens ein bisschen: als erster virtueller Bürgermeister Deutschlands.
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Eine Geschichte von grüner Verzweiflung ist das, sie beginnt in Übigau-Wahrenbrück im Brandenburger Kreis Elbe-Elster, wo am 19. Juni Kommunalwahlen sind. Eine politisch eher ungrüne Gegend ist das, "gottverlassen", sagt Christoph Wunnicke, der für die Grünen Elbe-Elster spricht, von Berlin aus, wo er lebt. "Wir sind Deutschlands wohl erfolglosester grüner Kreisverband", sagt Wunnicke. Neun Mitglieder hat dieser Kreisverband, der Vorsitzende bewirbt sich seit 21 Jahren um ein Amt, vergeblich. Jetzt hat er genug, und weil auch sonst keiner sich als grüner Bürgermeisterkandidat opfern wollte, wurde der Job bei Facebook ausgeschrieben.
Mehr als 30 Bewerber meldeten sich. Einer fragte, ob er mit dem Moped kommen darf, ein anderer war Lehrbeauftragter an der Uni München. Genommen wurde Gerald Heisig, weil er es von Eberswalde nach Elbe-Elster geschafft und sich vorgestellt hat. "Ich habe festgestellt, dass grüne Politik in der ländlichen Region nicht funktioniert", befand Heisig, der kein virtueller Bürgermeister werden will. Er würde nach Übigau-Wahrenbrück ziehen. Aber nur, wenn er gewählt wird.
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(SZ vom 12.05.2011/olkl)
Russland unter Putin
Normalerweise muss man in einer Gemeinde vor der Wahl in der Gemeinde gemeldet sein, bevor man sich als Bürgermeister/in wählen lassen kann.
Bei dem Artikel fehlt wohl die Hälfte?