Angst vor der eigenen Courage: Die Grünen sind auf ihrem Parteitag weiter nach links gerückt - doch was ihnen fehlt, ist eine Machtoption.
Das Velodrom im Osten Berlins ist für einen Parteitag kein schöner Ort. Man tagt unter der Erdoberfläche, sieht nur wenig Tageslicht und wird eingeschüchtert von der Größe des Raumes. Ausgerechnet von hier aus zum Aufbruch zu blasen, von hier aus zurückzustreben auf die Sonnenseite der Politik, also an die Macht, erfordert Phantasie. Die Grünen haben ihre Phantasie spielen lassen. Und dann haben sie Angst bekommen vor ihrer Courage.
(© Foto: AP)
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Es erfordert Phantasie für eine grüne Partei, in die wirtschaftspolitische Offensive zu gehen. Es ist für sie nicht selbstverständlich, im Wahlprogramm das Kapitel Wirtschaft noch vor der Umwelt zu behandeln. Ungewohnt ist es für Grüne auch, sich zur Chemie-Industrie zu bekennen oder auch zum Automobilbau - natürlich unter der vernünftigen Voraussetzung, dass sich diese Branchen ökonomisch erneuern.
Tapfer auch klingt die Verheißung von einer Million neuer Jobs. Kurz: Die Grünen suchen ihren Platz in einer vielfach veränderten Welt. Sie haben - Ergebnis des eigenen Erfolges - das Alleinstellungsmerkmal Ökopartei verloren. Sie müssen wie alle anderen Parteien eine Antwort präsentieren auf die wirtschaftliche Megakrise. Und sie müssen sich zurechtfinden in einem Parteiensystem, das eine Rückkehr an die Macht schwierig erscheinen lässt. Die alten Gewissheiten, die den Weg zum rot-grünen "Projekt"geebnet hatten, sind verblasst.
Sie sind noch die Alten!
Die natürliche Reaktion darauf heißt Selbstvergewisserung. Wenn in grünen Lettern auf schwarzem Grund auf einem riesigen Transparent eine Million neuer Arbeitsplätze gefordert werden, dann fühlt sich das nicht nach der alten politischen Heimat an. Die Grünen mussten sich im Velodrom also selbst davon überzeugen, dass sie irgendwie noch die Alten sind.
Den im Kern linken Programmentwurf hat die Basis zumindest in der Sozialpolitik noch weiter nach links gerückt. Wer die Praxisgebühr abzuschaffen gelobt und einen Mindestlohn von 7,50 verspricht, hat als Grüner das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen. Das gilt umso mehr, als die rot-grüne Regierungszeit mit ihrer Agenda 2010 nicht vergessen und von einigen in der Partei auch nicht verwunden ist.
Was das für die politische Praxis heißt, zeigt sich bei der Debatte über mögliche Regierungskonstellationen. Noch vor einem Jahr hatten sich die Grünen zur Offenheit in alle Richtungen bekannt. Als aber die Spitzenkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin die Aussicht einer Ampel-Koalition mit SPD und FDP an die Wand malten, erschrak die Partei.
Zur Beruhigung musste der Parteitag nun feierlich beschließen, dass eine Jamaika-Koalition mit Union und FDP nicht in Frage kommt und die Ampel zumindest verhängt bleibt. Dahinter steht jenes Lagerdenken, das die Grünen FDP-Chef Guido Westerwelle zu Recht vorhalten. Auf dem Weg zur einer Koalition mit SPD und FDP haben die Grünen neue Hürden aufgebaut. Sie zu überwinden, wird Mut erfordern.
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(SZ vom 11.05.2009/tob)
Gezüglich der sachlichen Argumente haben wir ja Sie. Nun muss aber nicht jeder erst durch Schaden klug werden. Wenn Sie von diesem, ich sage mal höflicherweise Programm überzeugt sind, dann wählen Sie sie doch. Zur Gründung der Grünen war sicher einiges richtig, aber alles was danach kam, ist doch Verdummung pur. Das fängt an mit der Ökosteuer und endet hoffentlich zu den Wahlen. Mittlerweile hat jede Partei ein Augenmerk in punkto Umweltbewußtsein. Dazu brauchts die Grünen nicht. Im Übereifer und um an der Macht zu bleiben, fallen denen Dinge ein, die kann eigentlich ein normal denkender Mensch nicht nachvollziehen. Schauen Sie sich doch mal von der ,, Spitzenpolitikerin'' C. Roth das Video - Sonne, Mond u. Sterne an.
Wir alle bezahlen diesen Unfug, was bei denen sich Programm nennt und eigentlich nur Lobbypolitik ist. Eine Million neue Arbeitsplätze versprechen!????. Versprechen kann man viel. Ich lebe in der Realität und habe keine Tagesträume. Das es diese Partei nicht kann, hat sie unendlich vielmal bewiesen. Melander hat mal einige Dinge aufgezählt. Ich erspare mir die Fortführung, das übersteigt die Möglichkeiten im Forum. Wir wollen ja auch nicht andere langweilen. Außerdem ist es unwiederbringliche Vergeudung von Lebenszeit.
Hallo!
Nicht ein einziges sachliches Argument ist nachweislich in Ihrem Beitrag zu finden.
Warum nur? ...
Auch das ist immerhin
- eine Seltenheit!
Beste Grüße!
Zitat von Ihnen:"Schreiben Sie das über jede Partei? "
Muß ich zuerst Gleiches über jede Partei schreiben , bevor ich Kritik an den Grünen äussern möchte. Ist sowas grünes Demokratieverständnis?
Aber ich kann Sie beruhigen, ich würde...
Schon lustig, was Sie da alles den Grünen in die Schuhe schieben. Schreiben Sie das über jede Partei?
Die Grünen sind wahrscheinlich die beste und wohl auch einzigste echte Volkspartei in diesem Land. Was kann man mit den Grünen nicht alles machen, für die Umwelt kämpfen und gleichzeitig Kohlekraftwerke bauen, gegen Miltäreinsätze demonstrieren und Soldaten in die Welt schicken, das Rauchen verbieten und Drogen legalisieren, man kann mit den Grünen unzählige Verbote erlassen und gleichzeitig für die Freiheit und Mündigkeit des Bürgers sein, usw. usw. eine wahrhaft imponierende Themenabdeckung.
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