Mit Entsetzen haben Muktar Said Ibrahims Eltern reagiert, als sie ihren Sohn auf einem Fahndungsfoto sahen. Sie haben sofort die Polizei verständigt, erklärten sie in einer Stellungnahme. Unterdessen hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen - darunter möglicherweise auch einen der Attentäter vom Donnerstag.

Bereits am Montag waren zwei mutmaßliche Terroristen Muktar Said Ibrahim (27) und Yasin Hassan Omar (24) von der Londoner Polizei identifiziert worden. Nach Angaben des Innenministeriums kamen sie schon 1992 als Kinder afrikanischer Asylbewerber nach Großbritannien.

Birmingham

Bombenentschärfungs-Teams in Birmingham untersuchen ein Paket in der Wohnung eines Verdächtigen. (© Foto: AP)

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Der 27-jährige Ibrahim hat seit vergangenem Jahr einen britischen Pass, der andere verfügt über eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis. Omar stammt nach den Angaben aus Somalia, Ibrahim aus Eritrea.

Ibrahims Eltern zeigten sich entsetzt darüber, dass ihr Sohn möglicherweise ein Attentäter ist. Sie erklärten in einer Stellungnahme, sie hätten unverzüglich die Polizei verständigt, nachdem sie die Aufnahmen ihres Sohnes gesehen hätten.

In Omars Wohnung in einem Nordlondoner Hochhaus fand die Polizei Chemikalien, "eine große Menge möglichen" Sprengstoffs. Das berichtetedie BBC unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die britische Polizei hat bei der Fahndung nach den Urhebern der fehlgeschlagenen Anschlägen vom 21. Juli in London unterdessen vier Männer festgenommen.

Einer der Verdächtigen wird angeblich zur Stunde von Scotland Yard in der Hochsicherheits-Polizeistation Paddington Green im Zentrum von London vernommen.

Nach Informationen britischer Medien soll es sich dabei um einen der flüchtigen Rucksackbomber von London handeln. Die Polizei sei jetzt dabei, seine Identität formal zu prüfen, sagte ein BBC-Reporter am Mittwoch. Das werde einige Zeit dauern.

"Sie geht jedoch davon aus, dass er einer der vier Männer ist", sagte der Reporter. Bei Scotland Yard werte man dies als großen Durchbruch.

Die Frage sei nun, ob der Mann der Polizei Informationen zu den drei anderen Terroristen geben werde, mit denen er am Donnerstag versucht hatte, Anschläge auf drei U-Bahnen und einen Bus in der britischen Hauptstadt zu verüben.

Verdächtiges Paket in der Wohnung

Scotland Yard bestätigte zunächst nur die Festnahme von vier Verdächtigen in Birmingham in Verbindung mit den versuchten Anschlägen vom 21. Juli.

Der Mann, der zurzeit vernommen werde, habe dabei Widerstand geleistet. Daraufhin habe die Polizei mit einer Spezialpistole, die kurze Elektroschocks versetzt, auf ihn geschossen.

In der Wohnung des Mannes fand die Polizei ein "verdächtiges Paket". Sie sperrte die Umgebung ab, räumte etwa hundert Wohnungen und bereitete eine kontrollierte Explosion des Pakets vor.

Die drei übrigen Verdächtigen wurden in Birmingham vernommen. Mit den Festnahmen in Birmingham stieg die Zahl der im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 21. Juli festgenommen Personen auf neun.

Davon unabhängig wurden schon am Dienstagabend in Mittelengland zwei Personen in einem Zug wegen Terrorverdachts festgenommen. Ob es einen Zusammenhang zu den Ermittlungen wegen der Anschläge gab, war nicht klar.

Die Polizei von Lincolnshire erklärte am Mittwoch, der Zug sei auf dem Weg von Newcastle zum Londoner Bahnhof King's Cross gewesen. Er sei in Grantham angehalten worden, wo die beiden Männer festgenommen wurden.

Die Polizei steht bei ihren Ermittlungen unter großem Zeitdruck. Nach Augenzeugenberichten sind die Selbstmordattentäter, deren Bomben am Donnerstag nicht gezündet hatten, am Freitag noch einmal in ihre Londoner Wohnung zurückgekehrt.

Die Sicherheitsbehörden befürchtet, dass sie sich dort wieder mit Sprengstoff versorgt haben und nun neue Anschläge planen.

"Sie sind in der Lage, erneut zu töten", erklärte Polizei-Chef Ian Blair dem Sender Channel Four News.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP)