Kurz vor seiner Ernennung zum Premierminister hat der neue Labour-Parteichef einen Wahlkampforganisator ernannt. Nun munkelt die britische Presse, dass Brown schon bald Wahlen ansetzen könne - um so dem Vorwurf entgegenzutreten, er sei nicht ausreichend legitimiert.
Großbritanniens künftiger Premierminister hat mit der Ernennung eines Wahlkampforganisators Spekulationen über allgemeine Wahlen im Königreich bereits im Jahr 2008 ausgelöst. Gordon Brown, der am Mittwoch Tony Blair als Regierungschef ablösen wird, habe die Labour-Partei auf Wahlen im kommenden Jahr eingestimmt, hieß es am Montag in britischen Presseberichten.
Nachfolger Tony Blairs als Labour-Parteichef und Premierminister: Gordon Brown (© Foto: dpa)
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Der 56-jährige hatte nach seiner Ernennung zum neuen Labour-Vorsitzenden den Transport-minister Douglas Alexander beauftragt, die Partei darauf vorzubereiten, "bei allgemeinen Wahlen nicht nur zu kämpfen, sondern auch zu gewinnen... wann immer der Premierminister entscheidet, sie abzuhalten".
Nach dem britischen Wahlgesetz müsste Brown als Premierminister Wahlen bis spätestens Frühjahr 2010 ansetzen. Er könnte sie aber jederzeit vorher ausrufen.
Brown löst den bisherigen Labour-Vorsitzenden Blair als Regierungschef am 27. Juni und damit gut zwei Jahre nach dessen Wahlsieg im Mai 2005 ab, ohne dass es dafür einen neuen Urnengang gegeben hätte. Selbst innerparteilich musste sich Brown keinem Wahlkampf um das Amt des Labour-Vorsitzenden stellen, da alle potenziellen Gegenkandidaten verzichtet hatten.
Die Opposition wirft dem künftigen Premier daher vor, nicht ausreichend demokratisch legitimiert zu sein. Seit Blair im Mai seinen Rücktritt angekündigt hat und Brown als Nachfolger präsentiert wurde, hat Labour in Umfragen wieder aufgeholt und liegt jetzt leicht vor der konservativen Opposition.
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(dpa)
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