Bürger, die einen harten Sanierungskurs mit ihrer Stimme legitimieren. Echte Beteiligung des Volkes im Heimatland der Demokratie. Der Vorstoß von Ministerpräsident Papandreou verdient Respekt. Aber niemand weiß, wie es mit Europa weitergeht, wenn der schlimmste Fall eintritt und die Griechen tatsächlich nein sagen. Und so hart es klingt: Die griechische Politik wird nicht mehr allein in Griechenland gemacht, sondern in den Euro-Staaten.
Der gewöhnliche Beobachter hat meistens einen gewissen, manchmal auch nur heimlichen Respekt vor Zockern. Den Mut zum Alles oder Nichts bringen nur wenige auf. Und wenn einer dabei sein politisches Amt aufs Spiel setzt, dann steigert das die Achtung eher noch. Der letzte Zocker unter Deutschlands Politikern war Gerhard Schröder. 2001 stellte er die Vertrauensfrage für den Afghanistan-Einsatz. 2005 suchte er die Neuwahl-Entscheidung. Beim ersten Mal ging's gut, beim zweiten Mal fehlte nicht viel.
Kabinett in Griechenland Rückendeckung für Papandreou
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So gesehen kann man Giorgos Papandreou - übrigens auch ein Sozialdemokrat - den Respekt dafür nicht absprechen, dass er nun eine Volksabstimmung über das Rettungspaket für Griechenland anstrebt. Der Ministerpräsident will die Griechen offenbar zwingen, sich für den harten Kurs der Sanierung zu entscheiden, indem er sie vor die Wahl stellt, anderenfalls ein wirtschaftlich noch weniger kalkulierbares, vielleicht noch katastrophaleres Schicksal zu erleiden. Im Heimatland der Demokratie macht einer ernst mit der Beteiligung des Volkes. Was sollte dagegen einzuwenden sein?
So hart es klingt: Die griechische Politik ist nicht mehr Sache der Griechen allein. Das ist der entscheidende Unterschied. Von Griechenlands Schicksal hängen die 16 anderen Staaten der Euro-Zone ab. Und wenn es stimmt, dass am Euro auch die Zukunft der Europäischen Union hängt, steht mithin das Projekt als Ganzes auf dem Spiel. Der zweigeteilte Gipfel von Brüssel in der vergangenen Woche war Ausdruck der Verantwortung, die Europa nun für Griechenland zu übernehmen bereit ist. Aber was ist umgekehrt mit der Verantwortung Griechenlands für Europa?
Das Ergebnis von Brüssel mag Fehler haben. Aber es ist ein Ergebnis, das Griechenland entlastet. Und genauso hat es Papandreou selbst ja auch nach der nächtlichen Verhandlungsschlacht in der belgischen Hauptstadt bezeichnet. Dieses Ergebnis gab keine Sicherheit, dass die Schuldenkrise gelöst werden kann, aber es sorgte zumindest für eine leichte Beruhigung, um wieder Zeit zu gewinnen.
Plan A, Plan B, Plan C
Papandreou aber hat Europa mit seinem Alleingang in Richtung Volksabstimmung nun wieder in die Unsicherheit jener Tage vor dem EU-Gipfel zurückgeworfen. Schlimmer noch: Während man in den vergangenen Wochen noch handeln konnte, droht nun der völlige Stillstand. Denn welche weiteren Schritte können zugunsten Griechenlands und des Euro unternommen werden, wenn man über Wochen, vielleicht Monate hin gar nicht weiß, wie lange Griechenland noch zum Euro gehört?
Ein Ausweg ist schwer erkennbar: Zieht Papandreou jetzt noch einmal zurück, desavouiert er sich selbst und potenziert vermutlich nur den Ärger auf den Straßen Athens und in seiner eigenen Regierung. Zieht er die Sache durch, müssen sich Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, müssen sich die Euro-Staaten und die EU als Ganzes, müssen sich die EZB und der IWF, muss sich also - schlicht gesagt - fast der ganze Rest der Welt etwas einfallen lassen, wie man die Zeit bis zur Entscheidung überbrücken will; und auch, wie man damit umgehen wird, wenn sich eine Mehrheit der Griechen gegen die Rettungspläne ausspricht. Es braucht also nicht nur einen Plan A, sondern mindestens auch einen Plan B und einen Plan C. Wenn nicht noch mehr.
Giorgos Papandreou hat harte Monate hinter sich. Dem Mut und der politischen Standfestigkeit, die er bisher gezeigt hat, kann man nur mit Hochachtung begegnen. Ja, man kann auch verstehen, dass der Ministerpräsident endlich klare Verhältnisse will, nicht zuletzt deswegen, um die destruktive Opposition in seinem Land zu disziplinieren. Es wäre deshalb nicht nur eine bittere Ironie, wenn er ausgerechnet jetzt die Vertrauensfrage im Parlament oder später die Abstimmung im Volk verlieren würde. Sie könnte auch, europaweit, recht teuer werden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 02.11.2011/olkl)
Müll an der Isar
Es gibt Menschen, die nutzen ihren Verstand, um vorherdenkbares Unglück zu vermeiden und es gibt Menschen, die absolut lernunfähig sind und jedes Übel immer wieder erleiden müssen.
Die meisten aber brauchen eine Unfall oder Reinfall, um künftig klüger zu handeln. Das gilt für Eisenbahn- und Schiffskatastrophen genau so wie für undiszipliniertes Autofahren oder Reinfallen auf Hütchenspieler.
Mit dem Euro ist es nicht anders. "Sch..ße" gemacht, weil Kohl & Co. leichtsinnig wurden, als ihnen der Zufall einen politischen Sechser zukommen ließ und die ersehnte Seite im Geschichtsbuch in den Schoß legte.
Jetzt fordert der Diletantismus den Preis. Gott sei Dank jetzt. Und Gott sei Dank mit Griechenland. Schlimm wäre es, wenn es in zwanzig Jahren passieren würde und beispielsweise mit Frankreich. Dann hätte die ehedem schon betrogene künftige Generation den schwarzen Peter und den dann gleich ganz dick.
Die politischen Windeier werden jetzt etwas leiser sein müssen und die seriösen und kompetenten Politiker erhalten das notwendige Zeitfenster zum Handeln. Gut so! Das darf auch etwas kosten, denn es ist sehr gut angelegtes Kapital für die Zukunft unsere Kinder.
Meiner Meinung nach ist es jetzt endgültig an der Zeit, diese Situation zu beenden und Griechenland aus dem Euro zu entlassen.
Es kann ja wohl nicht angehen, dass ein Land mit gerade mal 3% der EU-Wirtschaftsleistung mit seinen Kapriolen die gesamte EU (und damit möglicherweise sogar die Weltwirtschaft) in die Rezession treibt.
Klar gibt es Ängste vor einem Domino-Effekt in Anbetracht der Probleme Portugals, Spaniens, Irlands und Italiens, aber wenn die EU dieses Spiel weiter mitspielt, halte ich die Zeichen, die dadurch an diese Staaten gesandt werden für wesentlich gefährlicher. Es ist an der Zeit zu sagen - So nicht!!
Was die rechtliche Seite angeht, so muss geltendes EU-Recht so oder so gebrochen werden, denn auch die geplanten Hilfszahlungen sind ja nicht Rechtens!!
Man sollte den EU-Rettungsschirm lieber benutzen, um den Schaden, der der EZB und den Gläubigerbanken entstehen, einzudämmen, um den Kreditfluß an die übrigen Problemstaaten nicht komplett abreissen zu lassen. Zudem müsste klar gestellt werden, dass der Rettungsschirm für Staaten, die bereit sind, entsprechende Anstrengungen zu unternehmen, nach wie vor aktiv ist. Für Staaten, die das nicht wollen oder können muss aber auch unmissverständlich klar gestellt werden, dass man sie sich dann selbst überlässt.
Was den Ärger der griechischen Bürger betrifft, so habe ich übrigens vollstes Verständnis - solange nicht drastische Maßnahmen ergriffen werden, die Korruption und Steuerhinterziehung in den Griff zu kriegen, würde ich auch demonstrieren!!
Warum eigentlich dieses Erstaunen über die Griechen?
Nimmt denn keiner der Politiker die seit Monaten im Fernsehen zu sehenden Bilder der streikenden Griechen war?
Die Menschen in Irland, Spanien und Portugal haben, nachdem ihre Verschuldung deutlich geworden war, effektiver gearbeitet und ihre Defizite verringert.
Aber was haben die Griechen gemacht? Sie haben in den letzten Monaten durch ihre Streiks ihre Milliardenverschuldung weiter erhöht. Es war ihnen egal.
Sie haben sich nicht gegen die Steuerbetrüger im eigenen Land gewandt, sondern gegen die, die ihnen helfen sollten!
Angesichts dessen, dass man die Tschechen, die ein viel geringeres Einkommen als die Griechen haben, zu deren Unterstützung gezwungen hat, ist das, was man seit Monaten aus Griechenland sieht und hört, eine Schande!
Die Griechen werfen uns Deutschen vor, dass wir an ihrem Fiasko schuld wären, weil wir sie zum Kauf von … verführt hätten. Vielleicht sollte ich Karstadt verklagen, weil er mich zum Kauf von … verführt hat und ich jetzt pleite bin?
Wir – das Volk – sollten die Bundesregierung verklagen, wenn sie noch einen einzigen Euro unseres sauer verdienten Geldes nach Griechenland überweist.
Unsere Kommunen bluten aus, in den unteren Einkommensklassen arbeiten die Menschen 40 – 50 Stunden und können doch nicht von ihrem Einkommen leben. Sie können keine Familie ernähren. Sie müssen den Staat um Unterstützung bitten und bekommen dann, nach monatelanger entwürdigender Auseinandersetzung - Dank Frau von der Leyen - 1 € (einen Euro) im Monat mehr!
Unsere Wirtschaft ist wettbewerbsfähig, weil sie die Menschen ausbeutet. Mit der Arbeitsleistung der Geringverdiener wurden Gewinne gemacht.
Dieser Verdienst – und zudem ein Kredit auf die Zukunft unserer Kinder - wird jetzt für die verwendet, für die das Einhalten von Gesetzen, von Zusagen etc. etwas für die kleinkarrierten, doofen Deutschen, diese Nazis, ist, aber doch nicht für die stolzen Griechen.
Die Griechen werden das Geld nehmen, dann ihre Regierung in die Wüste schicken, sich an keine Zusagen der alten Regierung halten, sondern so weiter machen wie bisher!
Amatitt
EURO-Bonds hätte es selbstverständlich nur gegen bestimmte Auflagen wie z.B.
- nur für einen Teil der Refinanzierungs-Tranche gegeben; der andere Teil hätten die Staaten wie bisher am Markt beschaffen müssen!
- nur gegen wesentlich höhere Zinssätze als diejenigen der EZB bzw. der Bundesrepublik gegeben!
JUNKER hat das auch der Merkel zu verklickern versucht, aber die -und deren Berater, besonder der heutige BB-Präsident sowie sein Vorgänger, wollten das -aus ideologischer Verklemmtheit- nicht verstehen.
Und jetzt "haben wir den Salat":
Die Spekulation hat gesiegt - und Milliarden ergattert- und besonders die Bundesrepublik wird dafür mit wenigstens 211 Milliarden bluten müssen, DENN
- der EURO muss aufgegeben werden!
- die Europ. UNION wird -günstigstensfalls- beim vollkommen unbefriedigenden Status quo verharren oder aber sich sukzessive auflösen!
Frau Merkel, eine bisher allzu erfolgreiche Hinhalte-Takterin aber allzu kurzsichtige Politikerin, wird spätestens von der Geschichte dafür verantwortlich gemacht werden!
Von 10 Tankfüllungen wird bei mindestens 8 entweder falsch geeichte Mengen an Benzin ausgegeben oder bei Rückgabe des Wechselgeldes gibt es Unregelmäßigkeiten.
Was will man da von den Politikern auf Hellas erwarten, wobei das in Italien und Spanien ähnlich ist. Das st dort Volkssport neben Fußball.
Man sollte Merkel, Sarkozy empfehlen, auch mal in Griechenland zu tanken.
Wenn man dann noch ein hochwertiges Auto hat, kann man nicht einmal zur Kasse laufen, ohne dass man Angst haben muss, dass das Auto weg ist.
"Wie der Herr so´s Gescherr" sagt der Volksmund, wobei es hier umgekehrt glt.
Paging