Griechenland Tsipras gewinnt Vertrauensabstimmung

Versprach eine rasche Umsetzung der von den internationalen Geldgebern geforderten Reformen: der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.

(Foto: AP)
  • Der griechische Ministerpräsident Tsipras hat die Vertrauensabstimmung im Parlament gewonnen.
  • 155 Abgeordnete der Koalitionsregierung aus der linken Syriza-Partei und der rechten Partei Anel stellten sich geschlossen hinter Tsipras.
  • Der Chef der stärksten griechischen Oppositionspartei Nea Dimokratia kritisierte das Programm der neuen Links-rechts-Regierung.

144 Abgeordnete stimmen mit "Nein"

Das Parlament in Athen hat Ministerpräsident Alexis Tsipras gut zwei Wochen nach seinem Wahlsieg am frühen Donnerstagmorgen das Vertrauen ausgesprochen.

Alle 155 Abgeordneten der Links-Rechts-Koalitionsregierung von Tsipras' Linkspartei Syriza und der rechtspopulistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) gaben ihm in namentlicher Abstimmung ihre Stimme. 144 Abgeordnete stimmten mit "Nein". Ein Abgeordneter war abwesend, teilte das Parlamentspräsidium nach einer dreitägigen Debatte mit.

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Tsipras erreicht sein Ziel

Damit erreichte Tsipras sein Ziel, eine absolute Mehrheit im Parlament mit 300 Sitzen hinter sich zu bringen. Tsipras versprach in seiner Regierungserklärung eine rasche Umsetzung der von den Geldgebern geforderten Reformen. Er machte dabei keinen Hehl daraus, dass den Griechen schwierige Zeiten bevorstehen. "Wir müssen die Zähne zusammenbeißen", sagte er. Sein Ziel sei es - nach der Erfüllung der mit den Gläubigern vereinbarten Auflagen - mit diesen über eine Umstrukturierung der Schulden zu sprechen, die griechischen Banken zu rekapitalisieren und Investitionen ins Land zu holen, erklärte er.

Der Opposition warf Tsipras vor, ihn nur zu kritisieren und keine Vorschläge zu machen. "Ich habe keine Vorschläge seitens der Opposition gehört. Sie haben uns nicht gesagt, welche Ihre Vision ist, wie das Land aus der Krise herauskommen soll", monierte er.

Kritik von der Oppositionspartei

Der Chef der stärksten Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), Evangelos Meimarakis, kritisierte die programmatischen Erklärungen der neuen Links-Rechts-Regierung von Alexis Tsipras. "Der Winter, der kommt, wird hart sein. Vielleicht wird er der härteste der letzten Jahre sein", sagte Meimarakis vor der Abstimmung. Er warf Tsipras vor, neue Steuern in Höhe von 6,4 Milliarden Euro zu planen. Dabei würden vor allem Rentner und Arbeitnehmer belastet, meinte Meimarakis. "Ist das ihr linkes Programm?"

Der Haushaltsentwurf von Finanzminister Euklid Tsakalotos zeige, dass die Wirtschaft weiter schrumpfen und die Arbeitslosigkeit weiter steigen werde. Die konservative Nea Dimokratia werde zwar weiter alle Reformen und Privatisierungen unterstützen. "Neue Steuern aber nicht", sagte Meimarakis. Deswegen werde seine Partei der Regierung nicht das Vertrauen aussprechen. Auch alle anderen Parteien kritisierten das Regierungsprogramm.

Finanzminister Tsakalotos legte dem Parlament parallel zur Regierungserklärung einen Entwurf des Haushaltes vor. Die Schulden des griechischen Staates sollen im nächsten Jahr auf 333,5 Milliarden Euro steigen, das wären 192,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Die Arbeitslosigkeit soll 2016 mit etwa 25,8 Prozent extrem hoch bleiben. Der Entwurf muss noch mit den Geldgebern der EU abgestimmt werden.

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