Bei der Beisetzung des von der Polizei erschossenen 15-Jährigen ist es in Athen wieder zu schweren Ausschreitungen gekommen. Tausende protestierten in Athen und Thessaloniki gegen die Todesschüsse.
Bei der Beisetzung des erschossenen Jungen gerieten vor dem Friedhof in Athen Polizei und Trauergäste aneinander. Zuvor hatten Hunderte Jugendliche auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlamentsgebäude mit Steinen geworfen und sich Handgemenge mit der Polizei geliefert. Auch in anderen Orten in Griechenland von Saloniki im Norden bis zur Insel Kreta im Süden kam es zu neuen Krawallen. Nach drei Nächten ausufernder Gewalt kündigte die Regierung ein hartes Vorgehen gegen die Beteiligten an.
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Ein Mann hält einem Polizisten vor dem griechischen Parlament ein Foto des erschossenen Jungen vors Gesicht. (© Foto: AFP)
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"Niemand hat das Recht, diesen tragischen Vorfall als Alibi für Aktionen der rohen Gewalt zu missbrauchen, für Aktionen gegen unschuldige Menschen, gegen ihr Eigentum, gegen die ganze Gesellschaft und gegen die Demokratie", erklärte Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis. Unruhestifter könnten nicht mit Nachsicht rechnen.
Die Ausschreitungen haben die konservative Regierung, die im Parlament über nur eine Stimme Mehrheit verfügt, massiv unter Druck gesetzt. Der sozialistische Oppositionsführer Georgios Papandreou forderte Neuwahlen. "Die Regierung kann die Krise nicht bewältigen, und sie hat das Vertrauen des griechischen Volkes verloren", erklärte er. Zugleich machte er politische Fehlentscheidungen und Versäumnisse für die Unruhen verantwortlich.
"Trauer einer ganzen Generation"
Unmittelbarer Auslöser war am Samstag der Tod des 15 Jahre alten Alexandros Grigoropoulos, der im Athener Stadtteil Exarchia von der Besatzung eines Streifenwagens erschossen wurde. Die beiden Polizisten wurden verhaftet und wegen Mordes sowie Beihilfe zum Mord angeklagt. Papandreou rief zu friedlichen Protesten anlässlich der Beisetzung des Jugendlichen am Dienstagnachmittag auf.
"Auf den Straßen trauert heute eine ganze Generation", sagte der Oppositionsführer. Die Menschen sollten "gegen die Gewalt des Staates demonstrieren, gegen die Gewalt gegen Landsleute". Alle Schulen und Universitäten in Griechenland blieben am Dienstag geschlossen. Für Mittwoch riefen die Gewerkschaften zum Generalstreik auf.
Das Ausmaß der Schäden konnte vorerst nicht beziffert werden. In Athen gingen abermals zahlreiche Geschäfte sowie Hotels, Banken und Autos in Flammen auf. Auch ein vierstöckiges Gebäude der Fluggesellschaft Olympic Airways brannte völlig aus. Der Athener Bürgermeister Nikitas Kaklamanis sagte, in der Nacht zum Dienstag seien rund 1.000 Mülltonnen in Brand gesetzt worden, meist für die Errichtung von Barrikaden.
Weihnachtsfeiern sollen weitergehen
Gruppen von maskierten Jugendlichen zogen am Montagabend durchs Zentrum von Athen und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. In Sprechchören riefen sie: "Bullen! Schweine! Mörder!" Auch der Weihnachtsbaum auf dem Syntagma-Platz ging in Flammen auf. Kaklamanis erklärte, die Weihnachtsfeiern der Stadt würden dennoch wie geplant stattfinden, um den Unruhestiftern kein Erfolgserlebnis zu vermitteln.
Die Polizei meldete am Montag 89 Verhaftungen. Mehr als 100 weitere Personen wurden zur Vernehmung festgenommen. Mindestens zwölf Polizisten wurden verletzt, die Zahl der verletzten Jugendlichen war vorerst nicht bekannt.
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(sueddeutsche.de/ AP, Derek Gatopoulos /jkr/hai)
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... Gewalt ist (ausser in äußerster Notwehr) niemals zu rechtfertigen.
"Der Aufstand ist gerechtfertigt...und es sind bei weitem nicht nur jugendliche...hoch die interplanetare solidarität :-) "
haben sie auch nur den geringsten hauch einer ahnung was in griechenland los ist, bzw. die letzten jahre war?
Der Aufstand ist gerechtfertigt...und es sind bei weitem nicht nur jugendliche...hoch die interplanetare solidarität :-)
wie wärs mal mit ner distanzierung von den randalierenden Chaoten?
Oder reicht dafür die Zeit nicht?
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Solche Beiträge findet man über Ulrike Meinhoff auch...
Auch vielen Rechtsradikalen wird im persönlichen Umgang gerne mal bescheinigt, sie seien "ganz normale Jungs von nebenan".
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Polizei dort falsch gehandelt hat, dafür werden nun auch beide Polizisten des Mordes angeklagt!
Aber wenn er doch ein solch friedlicher, junger Mann war, was hatte er dann bei den Steinewerfern verloren?
Paging