Anschlag in Griechenland Bombe explodiert im Zentrum Athens

"Wie ein Erdbeben": In der griechischen Hauptstadt hat sich am Morgen eine gewaltige Detonation ereignet. Zwei Gerichtsgebäude im Zentrum Athens wurden schwer beschädigt. Ein Unbekannter hatte über die Medien vor der Explosion gewarnt.

Das Zentrum der griechischen Hauptstadt ist am frühen Donnerstag von einer Bombenexplosion erschüttert worden. Der Sprengsatz, der um kurz nach sieben am Morgen detonierte, war nach Angaben eines Polizeioffiziers an einem Motorrad angebracht, das vor dem Athener Verwaltungsgericht geparkt war. Informationen über Verletzte gab es nicht. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Die griechische Regierung verurteilte das Attentat: "Gewalt löst keine Probleme", sagte der stellvertretene Minister für Öffentliche Arbeiten, Spyros Vouyias, einem Fernsehsender.

"Die Explosion war wie ein Erdbeben"

Ein anonymer Anrufer hatte Medien etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Anschlag gewarnt. Er gab Informationen zum genauen Standort des Motorrads und dem Kennzeichen weiter.

Ein Augenzeuge sagte Reportern vor Ort, die Polizei habe das Gericht rechtzeitig evakuiert. "Wir sind schnell aus dem Gebäude gegangen." Es sei nur durch ein Wunder niemand getötet worden. "Die Explosion war wie ein Erdbeben. Ein tiefes Dröhnen und dann wackelte unser Haus", sagte Theodoros Ioannidis, dessen Wohnung etwa 200 Meter vom Anschlagsort im Stadtteil Ambelokipi entfernt liegt.

An dem Gebäude des Verwaltungsgerichtes Athens entstanden schwere Schäden. Mehrere Autos wurden zerstört. Scheiben in einem Umkreis von 200 Metern rund um den Tatort gingen zu Bruch. Die Detonation hallte durch fast alle Stadtteile und eine dicke Rauchwolke stieg auf.

Ersten Ermittlungen zufolge handelte es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um Anfo, das in der Vergangenheit von griechischen Terrororganisationen verwendet wurde.

Anarchistische und Autonome linke Gruppen hatten in den vergangenen Monaten wiederholt Anschläge verübt. Die Autonomen schickten mehrere Briefbomben, darunter auch eine an Angela Merkel. Der Sprengsatz an die Adresse der Bundeskanzlerin wurde aber rechtzeitig entdeckt.

Die Gruppen "Volksaktion", "Revolutionärer Kampf", "Sekte der Revolutionäre" und "Konspiration der Feuerzellen" bezeichnen sich in ihren Bekennerschreiben als "Stadtguerilla". Sie wollen nach eigenen Angaben den Sturz des Systems durch Terror und Chaos erzwingen. Einige von ihnen sollen Kontakte zu anarchistischen Gruppierungen in Italien und anderen Mittelmeerstaaten haben.

Unterdessen haben Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag eine Brandflasche auf das Gebäude der griechischen Botschaft in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geschleudert. Verletzt wurde niemand. Es seien einige Schäden an dem Eingang entstanden, teilte das griechische Außenministerium mit. Ob es einen Zusammenhang zu dem Anschlag in Athen gibt, ist unklar.