Grenze zu Ungarn Slowakische Polizei verletzt Syrerin durch Schüsse

Die Frau will gemeinsam mit anderen Flüchtlingen in einem Auto die Grenze zu Ungarn überqueren. Weil der Wagen nicht anhält, geben Beamte Schüsse ab.

Die slowakische Polizei hat eine Syrerin durch Schüsse verletzt. Wie die Nachrichtenagentur TASR berichtet, hielten Polizisten an der ungarischen Grenze bei Veľký Meder vier mit Flüchtlingen besetzte Autos auf. Eines der Fahrzeuge habe nur durch Schüsse gestoppt werden können, sagte eine Regierungssprecherin. Die Beamten hätten zuvor Warnschüsse abgegeben.

Ein Sprecher des Krankenhauses der nahegelegenen Bezirksstadt Dunajská Streda bestätigte, dass eine 26-jährige Frau aus Syrien wegen einer Schusswunde operiert worden sei. Man habe ihr ein Projektil aus dem Rücken entfernt.

"Auf unschuldige Kriegsflüchtlinge schießen"

Die Polizei äußerte sich zu dem Vorfall zunächst nicht. Das slowakische Innenministerium hatte zuletzt gewarnt, wegen der stärkeren Kontrollen der österreichischen Grenze zu Ungarn würden Schlepper und Flüchtlinge wohl eine Ausweichroute über die Slowakei und Tschechien nach Deutschland suchen. Die Slowakei selbst nimmt fast keine Flüchtlinge auf.

"Es ist ungeheuerlich, dass slowakische Behörden auf unschuldige Kriegsflüchtlinge schießen", sagte ein Sprecher von Human Rights Watch der britischen Zeitung The Telegraph. Details zum fraglichen Polizeieinsatz und dem Verlauf der Kontrolle sind allerdings noch keine bekannt.

So soll die neue EU-Asylpolitik aussehen

Die EU-Kommission präsentiert Vorschläge für Grenzkontrollen, die Visafreiheit für Türken und die Verteilung von Flüchtlingen in der Union. Mitgliedstaaten, die keine Asylbewerber aufnehmen wollen, sollen künftig zahlen. Von Timo Nicolas und Markus C. Schulte von Drach mehr ...