Frédéric Prinz von Anhalt bringt mindestens so viel Skandalpotential mit. Schon allein: Er ist kein echter Prinz. Geboren wurde er unter dem Namen Hans Robert Lichtenberg, über Geburtsjahr und -ort gibt es widersprüchliche Angaben. Nachdem er als Saunabetreiber finanziell recht erfolgreich war, ließ er sich mit Mitte dreißig von Marie Auguste Prinzessin von Anhalt adoptieren. Einem Bericht der Rheinpfalz zufolge kostete ihn dieser Titel eine monatliche Rente von 2000 Mark für die betagte und verarmte Adlige. Seitdem nennt er sich "Prinz Frederic von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westphalen, Graf von Askanien".

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Inzwischen adoptiert er selbst. Gegen Bares - die Yellow Press behauptet, mehrere Millionen seien geflossen - verschaffte er bereits mehreren Männern die Ehre, sich Prinz nennen zu dürfen. Beim europäischen Hochadel machte er sich damit endgültig unmöglich, auch weil einer seiner "Söhne" ein Bordell betreibt.

Werbung für Viagra

Doch der Hochadel ist eh nicht des Prinzen bevorzugte Gesellschaft. Lieber umgibt er sich mit Stars, Sternchen und Politikern. 1986 heiratete er die betagte Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor, die inzwischen die 90 überschritten hat und halbseitig gelähmt ist. Außerdem behauptet Frédéric von Anhalt, jahrelang der Geliebte von Playmate Anna Nicole Smith gewesen zu sein.

Und wenn er nicht damit in die Schlagzeilen kommt, verklagt er eben den Hersteller von Viagra, weil er angeblich von dem Potenzmittel abhängig gewesen sei. Die Klage hat er inzwischen wieder fallengelassen und wirbt auf seiner Website wieder für die häufige Verwendung der blauen Pille. Seine skandalöse Vergangenheit hält er nicht für ein Hindernis für seine politische Karriere: "Seht euch an, was Bill Clinton gemacht hat", sagt er. "Amerika gibt den Leuten Chancen."

Blinkende Herzen

Mit seiner Internetseite will der Neupolitiker auf Barack Obamas Spuren wandeln und im Netz um seine Wähler werben. Deswegen bloggt und twittert er fleißig: Da bedankt er sich beim Düsseldorfer Prinzenclub für eine karnevalistische Meldung, dort weist er auf neue Fotos seines Château Bel Air hin. Die blinkenden Herzchen und abenteuerlichen Formatierungen der Seite lassen die User jedoch erschaudern.

Auch auf Facebook gibt es bereits Fangruppen für "Prinz Frederic for Governor". Eine hat 36, die andere 75 Mitglieder. Das müssen noch mehr werden, will Frédéric tatsächlich die 10.000 Unterschriften zusammenbringen, die er braucht, um auf die Wahllisten zu kommen.

Das wäre der erste Schritt, um seinem Vorbild Ronald Reagan zu folgen. So hieß nämlich der Schauspieler mit dem Errol-Flynn-Touch, der 1966 zum Gouverneur gewählt wurde. Frédéric Prinz von Anhalt hat noch einen weiten Weg dahin.

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  1. Der Prinz von Bel Air
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(sueddeutsche.de/jja)