Golf-Kooperationsrat Saudischer König sagt überraschend Treffen mit USA ab

Der saudische König im April diesen Jahres.

(Foto: REUTERS)
  • Am Dienstag beginnt im umkämpften Jemen eine Waffenruhe - angeblich ist das der Grund, warum der saudische König Salman seine Teilnahme am Treffen der USA mit den Ländern des Golfkooperationsrates (GCC) absagt.
  • Saudi-Arabien führt in dem Land eine Offensive gegen die Huthi-Rebellen an.
  • Allerdings könnten auch diplomatische Unstimmigkeiten die Ursache sein. Möglicherweise findet Salman, dass Saudi-Arabien nicht ausreichend vor Iran geschützt ist.

Möglicherweise diplomatische Unstimmigkeiten als Grund für Absage

Der saudische König Salman verzichtet auf eine Teilnahme am Treffen der USA mit den Ländern des Golfkooperationsrates (GCC). Offizieller Grund der Absage ist die am Dienstag beginnende Waffenruhe im Jemen. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis hat dort seit Ende März Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten angegriffen. Wie die New York Times berichtet, führen arabische Offizielle die Absage jedoch auch auf diplomatische Unstimmigkeiten zurück.

US-Präsident Barack Obama will bei dem Treffen im amerikanischen Camp David den Führern der Golfstaaten das geplante Atomabkommen mit dem Iran erklären (mehr dazu hier) und ihnen gewisse Zusicherungen für ihre Sicherheit geben. "Für einen Gipfel reicht die Substanz nicht", zitierte die US-Tageszeitung Wall Street Journal einen nicht namentlich genannten arabischen Offiziellen. In der New York Times heißt es, der König sei darüber enttäuscht, dass die USA seine arabischen Partner gegenüber Iran nicht ausreichend unterstützt.

Dem GCC gehören Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Oman, Katar und Bahrain an, allesamt Monarchien. Nur Katar und Kuwait werden durch ihren Emir in Camp David vertreten sein. Die anderen Länder schicken nur Repräsentanten ihres jeweiligen Monarchen. Die saudische Delegation wird der Kronprinz und Innenminister Mohammed bin Naif anführen.

Verhältnis zwischen Golfstaaten und Iran

Die Golfmonarchien misstrauen Iran und beschuldigen die Regierung, die Huthis im Jemen zu unterstützen. Sie sind außerdem beunruhigt über den Einfluss Teherans in Syrien und Irak. Ein Atomabkommen mit dem ölreichen Iran, das diesen von den Wirtschaftssanktionen befreit, würde aus ihrer Sicht Teheran in seiner Expansionspolitik bestärken.

Iran hält wiederum Saudi-Arabien für einen Störfaktor im Zusammenhang mit dem geplanten Atomabkommen. Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland (5+1) wollen den Vertragstext bis Ende Juni aushandeln. USA und Europa wollen ausschließen, dass Iran unter dem Deckmantel ziviler Forschung eine Atombombe baut. Iran verlangt im Gegenzug, dass die lähmenden Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.