Global Peace Index Konflikte im Nahen Osten und Afrika nehmen zu

Island auf Platz 1, Deutschland auf Platz 15: Europa ist laut einer Studie der friedlichste Kontinent der Welt. Die Menschen in Afrika und im Nahen Osten hingegen sind größeren Gefahren ausgesetzt als 2011. Die USA belegt im Friedensranking einen der hinteren Plätze.

Europa ist einer neuen Studie zufolge der friedlichste Kontinent der Welt. Das geht aus dem Global Peace Index für das Jahr 2013 hervor, der in New York vorgestellt wurde. Der Index wird seit 2007 vom "Institute for Economics and Peace" erarbeitet. In der Studie werden unter anderem der Grad der Militarisierung, die Wahrscheinlichkeit innerstaatlicher Konflikte oder die Waffenexporte eines Landes gemessen.

Deutschland kommt in der Rangliste der friedlichsten Nationen auf Platz 15. Positiv wirkt sich das hohe Sicherheitsniveau in der Gesellschaft aus. Negativ schlagen vor allem die Waffenexporte der Bundesrepublik zu Buche. Die friedlichsten Nationen sind demnach Island, Dänemark und Neuseeland.

Selbst in Teilen Europas herrschten verglichen mit 2011 weniger friedliche Rahmenbedingungen. Grund seien vor allem die wirtschaftlichen Probleme in einigen EU-Staaten. Sie hätten Länderbewertungen etwa in den Bereichen Kriminalität, gewaltbereite Proteste oder politische Instabilität sinken lassen. Als Beispiele nennt die Studie Spanien und Portugal. Trotzdem befinden sich unter den 20 am besten bewerteten Ländern 13 europäische Nationen.

Gewalt nimmt zu

Insgesamt ist die Welt jedoch ein unsicherer Ort geworden. Seit 2008 ist der Global Peace Index um fünf Prozent gefallen. Konflikte hätten sich insbesondere im Nahen Osten und Afrika verschärft, heißt es in der Studie. Seit 2008 habe sich die Bewertung von über 100 Ländern verschlechtert, während nur knapp 50 Nationen Schritte in Richtung Frieden gemacht hätten.

Besonders der Bürgerkrieg in Syrien wirkt sich negativ aus. Doch auch große Nationen wie die USA und Russland sorgen für Unruhe. Die USA landen im Ranking auf Platz 99. Grund seien die vielen Gefängnisinsassen, hohen Militärausgaben, die Beteiligung an mehreren internationalen Konflikten, eine hohe Zahl an Tötungsdelikten sowie die waffenfreundliche Gesetzeslage, so die Studie.

Doch Russland steht noch deutlich schlechter da. Es landet auf Platz 155 von 162 untersuchten Ländern. Auf den hintersten Plätzen befinden sich die Krisenländer Syrien, Somalia und Afghanistan.

Die Zahl der Tötungsdelikte sei weltweit auf rund 524.000 gestiegen, eine Zunahme um gut 40.000 im Vergleich zu 2011. Die meisten dieser Gewaltakte seien laut Studie afrikanischen Ländern südlich der Sahara zuzuschreiben. Im Drogenkrieg in Mexiko sind im vergangenen Jahr doppelt so viele Menschen gestorben, wie in den Konflikten im Irak und in Afghanistan.