Deutsch-chinesischer Eklat: Die Bundesregierung stoppt vorerst Verhandlungen mit der Regierung in Peking. Mit 67,5 Millionen Euro sollte der Energiebereich gefördert werden. Ministerin Wieczorek-Zeul fordert China zum Dialog auf - und der UN-Sportbeauftragte Lemke schließt einen Olympia-Boykott nicht aus.
Wegen des gewaltsamen Vorgehens Chinas in Tibet zeichnen sich im deutsch-chinesischen Verhältnis neue Verstimmungen ab. Bis zum Ende der Gewalt würden die für Mai geplanten Regierungsverhandlungen des Bundesentwicklungsministeriums mit China ausgesetzt, kündigte Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) an. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg bekräftigte den Appell an beide Seiten in Tibet, Menschenrechte zu achten und auf Gewalt zu verzichten.
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Unterbricht Verhandlungen mit Peking: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (© Foto: dpa)
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Wieczorek-Zeul betonte: "Gewalt kann niemals eine Lösung sein. Nur über den Dialog können beide Seiten zu einer Lösung kommen. Unter diesen Bedingungen ist es kaum vorstellbar, Regierungsverhandlungen zu führen."
Im September vergangenen Jahres hatte der Empfang des religiösen Oberhauptes der Tibeter, des Dalai Lama, durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) monatelang für Verstimmung zwischen Peking und Berlin gesorgt. Die Beziehungen hatten sich erst in den vergangenen Wochen wieder normalisiert.
Rechtsstaatsdialog wird fortgesetzt
Bei den Regierungsverhandlungen im vergangenen Jahr wurden China nach deutschen Angaben 67,5 Millionen Euro zugesagt, insbesondere für den Energiebereich. Begründet wurde die Hilfe für eine Weiterentwicklung des Energiesektors damit, dass China zu Zeit weltweit der zweitgrößte Verbreiter von Kohlendioxid und größter Verbreiter von Schwefeldioxid ist. Wieczorek-Zeul betonte, an dem seit Jahren zwischen Deutschland und China geführten Rechtsstaatsdialog solle auf jeden Fall festgehalten werden.
Kritik wurde auch laut an der verschärften Tonlage Chinas, das unter anderem von einem "Kampf auf Leben und Tod" mit dem Dalai Lama und seinen Anhängern gesprochen hatte. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, sagte im Nachrichtensender n-tv, der chinesischen Führung müsse von allen Seiten klargemacht werden, dass sie keine Chance habe, mit solchem Vokabular durchzukommen.
UN-Beauftragter Lemke will sich einmischen
Der neue UN-Sonderbeauftragte für Sport, Willi Lemke, kündigte an, er werde sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit auf den Konflikt in Tibet konzentrieren. Er wolle einem Olympia-Boykott nicht das Wort reden, ihn aber auch nicht "völlig ausschließen". Der ehemalige Manager des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen kündigte an, er wolle nicht nur nach Peking reisen, sondern auch "mit denjenigen, die verfolgt werden, diskutieren".
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte China auf, die Einreise und Arbeit von Journalisten in Tibet nicht zu behindern. Er schloss im WDR zwar einen Olympia-Boykott nicht aus, mahnte aber zur Vorsicht. "Wenn man mit solchen sehr, sehr scharfen Waffen - und aus Sicht der chinesischen Führung ist das die Katastrophe aller Katastrophen - zu unreflektiert umgeht, zerstört man sie."
Die Grünen plädierten dafür, den wirtschaftlichen Druck auf die Volksrepublik zu verstärken. "Chinas Volkswirtschaft ist auf Technologietransfers angewiesen. Hier sollte die EU prüfen, wie wir den Druck erhöhen können, wenn die Lage in Tibet sich nicht verbessert", sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck der Berliner Zeitung. Auch einen Boykott der Olympischen Spiele hält Beck für denkbar. Das "laute Schweigen" des IOC zur Lage in Tibet sei "skandalös".
(dpa/mati/jkr)
Lieber RobertOstermeier,
bei der Information über das 68 Millionen Osterei für die Chinesen handelt es sich nicht um eine Bringschuld. Sie müssen sich schon selber bemühen. Als Quelle der Weisheit könnte z.B. die Website der Bundesregierung dienen.
Lieber kimmer,
bitte unterlassen Sie Ihr cross-posting.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
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Wenn dann die techn. und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Energiesektor und für den Umweltschutz mit 68,0 Mio. gefördert wird, dann fließen doch bei erfolgreicher Projekt Abwicklung möglicherweise ca. 500,0 Mio. in Form von Aufträgen zurück.
Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Besuch des Bundespräsidenten in diesem abgelegenen Dorf in China wo man mit Sonnenenergie die Stromerzeugung demonstriert hat. Dagegen ist doch im Grunde genommen auch überhaupt nichts einzuwenden.
Die Lachnummer ist doch daß man seitens der deutschen Regierung versucht mit dem aussetzten der Verhandlungen über dieses Projekt bei den Chinesen einen " Hallo " Effekt in Sachen Tibet zu erreichen. Die ziehen ihren Stiefel voll durch und was das Ausland sagt interessiert die doch gar nicht. So traurig wie es eben in der Realität ist.
P.s. und wenn man über die Verschwendung von Steuergeldern lamentieren will, dann sollte man sich mal die Milliardenverluste bei den Staats - und Länder eigenen Banken wie IKB und Sächsische Landesbank nachdenken.
"Die Absicht der Befreiung Tibets vom 'britischen, imperialistischen Joch' durch Chinas Volksbefreiungsarmee wurde im Januar 1950 durch Radio Peking verkündet. Im Oktober 1950 erreichte die Volksbefreiungsarmee die tibetische Stadt Chamdo, wo sie nur auf minimalen Widerstand durch die schlecht ausgerüstete tibetische Armee traf."
Also wurde etwa im Oktober 1950 einmarschiert. Und was wollten denn die guten Briten, die engsten Freunde der USA, so in Tibet?
Und dass Maos Diktatur und die Kulturrevolution nicht verurteilt werden, wäre mir neu. Hinderte die USA (Nixon, Kissinger) aber nicht daran, Mao nachzupilgern. Und nicht Mao pilgerte den USA nach. Und die USA haben als Gastgeschenk auch für den Ausschluß Taiwans aus der UNO gestimmt.
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