Gewalt in Syrien Aufständische sollen Luftwaffenstützpunkt erobert haben

Die syrischen Rebellen haben ihre Taktik im Kampf gegen den Machthaber Baschar al-Assad geändert: Ihre Angriffe auf die Regierungstruppen konzentrieren sich nun zunehmend auf die Luftwaffe und die Flughäfen des Landes. Das Regime berichtet von einer Gegenoffensive.

Die syrischen Rebellen greifen zunehmend Militärflughäfen des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad an. In der Ortschaft Al Bukamal in der ölreichen Region Deir El Sur nahe der Grenze zum Irak sollen sie einen Luftwaffenstützpunkt erobert haben, wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

In der Ortschaft Al Bukamal in der ölreichen Region Deir El Sur sollen syrische Rebellen einen Luftwaffenstützpunkt erobert haben. Dieses Bild zeigt einen Videoausschnitt, der von "Shaam News Network" zur Verfügung gestellt wurde. Authentizität, Ort, Datum und Quelle der Aufnahme können nicht überprüft werden.

(Foto: dpa)

Bei der Erstürmung des Luftwaffenstützpunkts erbeuteten die Rebellen nach eigenen Angaben eine nicht näher genannte Zahl von Luftabwehrraketen des Typs "Cobra". Die Aufständischen hätten den Kommandeur der Basis getötet und rund 50 Regierungssoldaten gefangen genommen, hieß es.

In einem Video waren Soldaten zu sehen, die sagten, sie seien gefangen genommen worden. Die Authentizität der Aufnahmen konnte nicht unabhängig bestätigt werden.

Heftige Gefechte in anderen Teilen des Landes 

Auch in anderen Teilen des Landes gab es zwischen Streitkräften und Rebellen erneut heftige Gefechte. Aus der nördlichen Stadt Aleppo meldeten Aktivisten erbitterte Straßenkämpfe.

In einem Video, das der Fernsehnachrichtenagentur APTN vorlag, waren Kämpfer - zum Teil in ziviler Kleidung - zu sehen, die sich Feuergefechte mit Regierungstruppen lieferten.

Kampfflugzeuge flogen Luftangriffe auf Aleppo und Artillerieeinheiten schossen mit Granaten, wie Aktivisten meldeten. Zuvor hatten Aufständische am zweiten Tag ihrer Offensive "Nördlicher Vulkan" in Aleppo und der Umgebung mehrere Einrichtungen der Sicherheitskräfte angegriffen, darunter eine Artillerieschule, eine Anlage des Geheimdienstes der Luftwaffe und einen Kontrollposten der Streitkräfte.

110 Todesopfer an einem Tag 

Nach Zählung der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London kamen am Samstag in ganz Syrien mindestens 110 Menschen ums Leben.

Syrische Staatsmedien berichteten am selben Tag von einer Gegenoffensive gegen die in der Nähe von Militärflughäfen aktiven Rebellen. Dabei seien diesen "schwere Verluste" zugefügt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.