Von Thorsten Schmitz

Die einzige Sprache, die im Gaza-Streifen dominiert, ist die Sprache der Gewalt. Die Kluft zwischen Hamas und Fatah und die Spaltung des Küstenstreifens in ein "Hamastan" und des Westjordanlandes in ein "Fatahstan" werden immer größer.

Seit einem Jahr herrscht die radikal-islamische Hamas im Gaza-Streifen. In den blutigen Tagen des Putsches töteten Hamas-Milizionäre Anhänger der Fatah oder vertrieben sie aus dem überbevölkerten Stück Land. Seitdem herrscht Ruhe im Gaza-Streifen, Totenruhe.

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Im Gaza-Streifen regiert noch immer die Gewalt. (© Foto: Getty)

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Die Islamisten und ihr Anführer Ismail Hanija haben den Alltag im Gaza-Streifen noch strenger reglementiert. Apotheken, die Verhütungsmittel verkaufen, werden ebenso angezündet wie Internet-Cafes. Der mysteriöse Mordanschlag auf eine Gruppe von Hamas-Männern und ein Mädchen am Strand von Gaza am vergangenen Freitag hat die Polizeimiliz der Hamas nun zu einer der größten Festnahmewellen gegen die rivalisierenden Fatah-Anhänger veranlasst.

Von Versöhnungswillen keine Spur. Die einzige Sprache, die im Gaza-Streifen dominiert, ist die Sprache der Gewalt. Die Kluft zwischen Hamas und Fatah und die Spaltung des Küstenstreifens in ein "Hamastan" und des Westjordanlandes in ein "Fatahstan" werden immer größer.

Im August wollte die ägyptische Regierung erneut einen Vermittlungsversuch unternehmen. Doch die Differenzen scheinen unüberbrückbar. Noch bevor die Palästinenser ihr Ziel eines eigenständigen Staates erreicht haben, bekriegen sie sich gegenseitig. Israel schürt das Feuer, indem es am Sonntag einen Hamas-Milizionär liquidierte.

Die israelischen Einsätze gegen die Hamas erschweren die Freilassung des vor zwei Jahren in den Gaza-Streifen verschleppten Soldaten Gilad Schalit und schwächen Ägypten. Nicht Gewalt muss im Gaza-Streifen regieren, sondern Diplomatie. EU und USA müssen Ägypten davon abhalten, die Versöhnungsgespräche zwischen Hamas und Fatah aufzuschieben.

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(SZ vom 28.07.2008/dmo)