Gesundheitswesen Gröhe will für bessere medizinische Versorgung auf dem Land sorgen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe strebt eine höhere Arztdichte auf dem Land an.

Der neue Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat angekündigt, sich um eine höhere Arztdichte in ländlichen Gebieten kümmern zu wollen. Junge Leute, die sich verpflichten, nach ihrem Medizinstudium als Landärzte zu arbeiten, sollen leichter einen Studienplatz erhalten.

Hermann Gröhe (CDU), Bundesgesundheitsminister, hat sich zum Ziel gesetzt, die ärztliche Versorgung in Deutschland zu verbessern. Um den zunehmenden Ärztemangel in ländlichen Gebieten zu bekämpfen, will er jungen Menschen den Zugang zum Medizinstudium erleichtern, wenn sie sich "verpflichten, eine Praxis im ländlichen Raum zu übernehmen." Das sagte Gröhe in einem Interview mit der Zeitung Bild am Sonntag.

Dies könnte auch für diejenigen gelten, die ein freiwilliges soziales Jahr zum Beispiel im Rettungsdienst geleistet hätten. Denkbar sei zu diesem Zweck ein Notenbonus als Anreiz, sagte der Minister weiter. In einigen Bundesländern und an manchen Hochschulen würden entsprechende Regelungen bereits erfolgreich praktiziert. Über sein Vorhaben will der Gesundheitsminister mit den Wissenschaftsministerien sprechen.

Kürzere Wartezeiten für gesetzlich Versicherte

Gröhe erklärte zudem, dass die Wartezeiten auf einen Arzttermin für gesetzlich Versicherte - wie im Koalitionsvertrag vereinbart - verkürzt werden sollten. Bekommen gesetzlich Versicherte künftig innerhalb von vier Wochen keinen Facharzttermin, sollen sie zur Behandlung ins Krankenhaus gehen können. Verantwortlich für die Terminvergabe innerhalb der Vierwochenfrist sollen die für die niedergelassenen Ärzte zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sein. Geht der Patient ins Krankenhaus, soll dies aus dem Krankenkassen-Budget für die niedergelassenen Ärzte bezahlt werden.

Grundlegende Kritik am deutschen Gesundheitssystem hält Gröhe jedoch für unberechtigt. "Wenn Sie wirklich ernsthaft krank sind, erhalten Sie in Deutschland eine sehr gute medizinische Versorgung. In keinem anderen Land bekommen Sie schneller medizinische Hilfe von einem Facharzt als in Deutschland", sagte er der Zeitung.

Um das Pflegeproblem in Deutschland in den Griff zu bekommen, hält Gröhe eine weitere Zuwanderung für unerlässlich. In dem Interview mit der BamS sagte Gröhe: "Wir können in der Pflege seit Jahren nur bestehen, weil es auch qualifizierte Zuwanderung gibt."

Auf die Frage, ob er dabei auch an Bulgarien und Rumänien denke, antwortete Gröhe: "Pflegepersonal aus EU-Staaten ist bei entsprechender Qualifikation kein Problem. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen auch Nicht-EU-Staaten in Betracht." Sein Ziel sei es aber auch, "den Pflegeberuf so attraktiv zu machen, dass junge Menschen in Deutschland ihn nach der Schule gerne ergreifen".