Streitträchtiges Projekt: Die geplante Gesundheitsreform der großen Koalition wird zunächst ohne Beteiligung der Länder entworfen.
Die geplante Gesundheitsreform der großen Koalition wird zunächst ohne Beteiligung der Länder entworfen. Diese würden nach bisherigen Planungen keinen Sitz in der zuständigen Kommission erhalten, sagten Teilnehmer eines Treffens der Gesundheitspolitiker der Fraktionen von Union und FDP am Freitag in Berlin.
Bild vergrößern
Röslers Ziel ist es, das System langfristig auf eine Kopfpauschale umzustellen, bei der ein Manager den gleichen Beitrag zahlt wie seine Putzfrau. (© Foto:)
Anzeige
Gesundheitsminister Philipp Rösler habe gesagt, dass die Kommission grundsätzlich nur aus Regierungsmitgliedern bestehen solle, hieß es weiter. Geplant sei jedoch eine enge Zusammenarbeit mit den Fraktionen von Union und FDP im Bundestag. So sollten die Gesundheitsexperten Jens Spahn (CDU), Johannes Singhammer (CSU), Heinz Lanfermann, Ulrike Flach ( beide FDP) einen Gaststatus erhalten.
Die von der schwarz-gelben Koalition geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung gilt als eines der streitträchtigsten Projekte der Legislaturperiode. Röslers Ziel ist es, das System langfristig auf eine Kopfpauschale umzustellen, bei der ein Manager den gleichen Beitrag zahlt wie seine Putzfrau.
Um die soziale Balance zu wahren, soll es Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln geben. Je nach Berechnung wird das zwischen 25 und 35 Milliarden Euro kosten. Die CSU lehnt das Vorhaben ab. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zuletzt betont, eine solche Reform sei nur mit massiven Einsparungen in der Krankenversicherung oder durch eine neue Gesundheitssteuer zu finanzieren.
Schäubles Ministerium wird nach den Angaben einen Sitz in der Kommission erhalten, die die Reform ausarbeitet. Neben dem Gesundheitsministerium sollen ferner die Ressorts für Arbeit und Soziales, Innen, Justiz, Verbraucherschutz, Wirtschaft sowie Familie vertreten sein. Eine endgültige Entscheidung über die Besetzung stehe aber noch aus. Nach bisherigen Angaben des Gesundheitsministeriums soll das Bundeskabinett bis zum März entscheiden und einen Zeitplan festlegen.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Gesundheitsreform RSS
- Gesundheitspolitik Aufstand gegen die Kopfpauschale 01.12.2009
- Finanznot der Krankenkassen Und der Versicherte zahlt den Rest 03.12.2009
- Schwarz-Gelb In der Koalition kracht es - schon wieder 05.12.2009
- Zukunft der Krankenkassen Die Kopfpauschale - ein Milliardengrab 17.11.2009
- Zuschuss für Gesundheitsfonds Was recht, aber nicht billig ist 14.11.2009
- USA: Gesundheitsreform Morddrohungen gegen US-Demokraten 25.03.2010
- USA: Gesundheitsreform Repräsentantenhaus muss nochmals abstimmen 25.03.2010
(SZ vom 16.01.2010/segi)
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen