Wirtschafsexperte Bernd Rürup sieht der Einführung des Gesundheitsfonds mit Sorge entgegen: Die Einführung würde einige Krankenkassen in den Ruin treiben.

Der Wirtschaftsexperte Bert Rürup hat Änderungen an dem für 2009 geplanten Gesundheitsfonds für die gesetzliche Krankenversicherung gefordert. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sieht Krankenkassen mit vielen Geringverdienern vom Zusammenbruch bedroht und fordert eine "Notoperation" am Gesetz.

Wirtschaftsexperte Bernd Rürup fordert Änderungen an dem geplanten Gesundheitsfonds (© Foto: AP)

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Rürup sagte, die Auswirkungen eines hohen Anteils an Geringverdienern müsse durch den Gesundheitsfonds ausgeglichen werden und nicht durch Zusatzbelastungen der Mitglieder der betroffenen Kasse. Wenn der Ausgleich innerhalb einer Krankenkasse durch Zusatzbeiträge erfolgen müsse, drohe ihnen die Pleite, völlig unabhängig davon, wie effizient die Kasse arbeite.

Der Fonds sieht für die gesetzlichen Krankenkassen einen von der Bundesregierung festgesetzten Einheitsbeitrag vor, der an die Kassen weitergegeben werden soll. Kommt eine Kasse mit dem Geld nicht aus, muss sie einen Zusatzbeitrag erheben. Behält sie Geld übrig, kann sie ihren Mitgliedern Rückzahlungen gewähren.

Rürup erwartet, dass die Krankenkassen versuchen werden, bei der erstmaligen Festlegung des Beitragssatzes zum Ende dieses Jahres einen hohen Beitragssatz durchzusetzen, damit sie im Kampf um Mitglieder nicht gleich im ersten Jahr Zusatzbeiträge erheben müssten. Sie würden eher versuchen, mit Rückzahlungen Mitglieder zu ködern, sagte Rürup beim Festakt zum 100. Geburtstag des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen.

Unterstützung erhält Rürup vom FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Guido Westerwelle. Er fordert eine Verschiebung des Gesundheitsfonds bis Ende 2009 und damit nach der nächsten Bundestagswahl. Eine kommende Regierung mit Beteiligung der FDP werde diese "von vorne bis hinten verkorkste" Reform "sehr schnell wieder beerdigen", sagte Westerwelle.

In der Union waren am Wochenende zwar erneut Überlegungen aufgekommen, die für Anfang 2009 geplante Einführung des Gesundheitsfonds zu verschieben. Das Bundesgesundheitsministerium will jedoch an der für 2009 geplanten Einführung des Gesundheitsfonds für gesetzliche Krankenkassen festhalten. Staatssekretär Klaus Theo Schröder sagte, mit dem Fonds werde trotz aller Kritik eine wichtige Basis gelegt, um die Wahlfreiheit für Versicherte und einen fairen Wettbewerb unter den Kassen weiter zu gewährleisten.

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(dpa/bica/)