Gericht stürzt Yingluck Shinawatra Thailands Regierung opfert ihre Premierministerin

Thailands oberstes Gericht fegt Premierministerin Yingluck Shinawatra aus dem Amt. Ist das der von vielen gefürchtete Justizputsch?

Ein Kommentar von Arne Perras, Singapur

Thailands Premierministerin ist gestürzt, das oberste Gericht hat Yingluck Shinawatra aus dem Amt gefegt. Überraschend kommt dieser Schritt nicht. Die Justiz in Thailand ist stark politisiert. Das Urteil spielt den Regierungsgegnern in die Hände, deren Anführer Suthep Thaugsuban lange gefordert hatte, dass Yingluck die Macht abgeben solle.

Aber ist dies tatsächlich der gefürchtete Justizputsch, der Thailand noch tiefer in die Krise ziehen wird? Zwar muss Yingluck gehen, aber die Richter gingen nicht so weit, ihr ganzes Kabinett zu entlassen.

Insofern gibt es bis dato noch keine Machtübernahme durch das gegnerische Lager. Ein Putsch ist das also noch nicht, denn ein Rumpfkabinett ist immer noch im Amt und Yinglucks Nachfolger schon von ihrer eigenen Partei bestimmt.

Verlieren die Rothemden die Geduld?

Gut möglich, dass das Gericht mit seiner Entscheidung den Weg für einen Kompromiss in Thailand öffnen will. Weil die Strippen in Bangkok hinter der Bühne gezogen werden, weiß aber niemand genau, wie weit der Druck auf Yinglucks Lager noch steigen wird.

Ihre eigenen Anhänger, die Rothemden, könnten bald die Geduld verlieren und wütend nach Bangkok marschieren. Dann wäre die Gefahr blutiger Zusammenstöße groß.

Es muss aber nicht so kommen. Möglicherweise gibt es einen geheimen Deal: Die Regierung opfert ihre Premierministerin, im Gegenzug akzeptieren ihre Gegner, dass die Partei Yinglucks nicht ganz zerschlagen wird.