Von Pia Röder

In den vergangenen Jahren ist die militärische Zusammenarbeit zwischen Georgien und den USA gewachsen - auch weil Tiflis sich im Anti-Terror-Kampf engagiert.

"Russland ist in einen souveränen Nachbarstaat eingefallen und bedroht eine demokratische Regierung, die vom Volk gewählt wurde. Solch eine Aktion ist nicht akzeptabel im 21. Jahrhundert." So äußerte sich US-Präsident George W. Bush in Washington zu den Vorgängen in Georgien. Die USA stehen auf der Seite des kleinen Landes im Kaukasus. Kein Wunder, denn bereits in der Vergangenheit haben die Vereinigten Staaten die Armee ihres Verbündeten Georgien mit Geld und Ausbildung unterstützt.

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Georgische Amerikaner protestieren gegen den Krieg im Kaukasus vor der UN-Zentrale in New York. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern ist eng. (© Foto: dpa)

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Seit 2004 stellte Washington nach Angaben des State Department mehr als 460 Millionen Dollar (rund 309 Millionen Euro) Hilfe für Georgien bereit, dafür waren über 190 Millionen für Sicherheit und Militär bestimmt. Rund 130 US-Militärausbilder sind ständig in Georgien stationiert. Wenige Tage vor Beginn der Kämpfe um Südossetien übten etwa 1000 US-Soldaten und 600 Georgier in einem Manöver bei Tiflis den Ernstfall.

"Vorher gab es so gut wie keine Armee in Georgien"

Uwe Halbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik und Kaukasusexperte kennt den Grund für die enge Zusammenarbeit der beiden Länder. "Für Georgien sind die USA der wichtigste westliche Verbündete, noch wichtiger als die EU. Die USA haben maßgeblich an der Modernisierung der georgischen Streitkräfte mitgewirkt", sagte er zu sueddeutsche.de. Zuvor habe es so gut wie keine Armee in Georgien gegeben. Ab dem Jahr 2001 sei die amerikanische Unterstützung erstarkt.

Das US-Verteidigungsministerium legt Wert darauf, dass das militärische Engagement in Georgien im Zusammenhang mit dem weltweiten "Krieg gegen den Terrorismus" steht und nicht etwa eine Aufrüstung gegen Russland zum Ziel hatte. Die Militärausbilder bereiten laut Pentagon georgische Einheiten zum Einsatz im Irak vor. Auch die jüngste Truppenübung bei Tiflis basierte demnach auf Guerrilla-Szenarien aus dem Einsatz im Irak. Waffen liefern die USA aber nicht an Georgien.

Georgien als "security provider"

Die Ausbildungshilfe der USA für die georgische Armee wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 intensiviert. 2002 startete die US-Armee das "Georgien-Trainings- und Ausbildungsprogramm" (GTEP). Im Zuge dessen wurden vier georgische Bataillone zum Einsatz im Rahmen des Kriegs gegen den Terror ausgebildet. "Diese Bemühungen werden den weltweiten Kampf gegen den Terror unterstützen und die Lage im Kaukasus stabilisieren", heißt es auf der Website des GTEP. Das Volumen lag Schätzungen zufolge bei 60 Millionen Dollar. Anfang 2005 wurde es abgelöst durch das Programm "Georgiens Nachhaltigkeit und Stabilität" (Georgia SSOP), das auf die Vorbereitung georgischer Infanteristen zum Einsatz im Irak abzielt.

Bisher sei Georgien ein sogenannter security consumer gewesen - ein Empfänger militärischer Hilfe, so Halbach weiter zu sueddeutsche.de. Seit ein paar Jahren sehe sich Georgien als Lieferant von Sicherheit, als security provider. Das Land hat erhebliche Kontingente für den Irak und Afghanistan gestellt. Zuletzt war Georgien mit etwa 2000 Soldaten drittgrößter Truppensteller im Irak. Die Soldaten waren vor allem an Kontrollposten an Bagdads Ausfallstraßen stationiert.

Den Grund für dieses Engagement sieht Halbach darin, dass sich Georgien als Verbündeter, als Mitglied der westlichen Welt sieht. Unter Saakaschwili habe sich diese Überzeugung noch verstärkt. Um die Bande noch zu stärken, haben sich die USA zudem für einen schnellen Beitritt Georgiens zur Nato starkgemacht.

Die USA lassen nicht in einen Krieg gegen Russland drängen

Obwohl die USA im Kaukasus-Konflikt auf Seiten Georgiens stehen, gab es keinerlei Bekundungen, die Supermacht könne - per Waffenlieferung oder mit zusätzlichen US-Beratern - den Georgiern militärisch beistehen.

"Die USA sind in einer heiklen Situation", erklärt Uwe Halbach die Reserviertheit der Vereinigten Staaten. Es herrsche Ratlosigkeit in der amerikaischen Diplomatie. "Georgien hätte wissen müssen, das es keine unmittelbare Unterstützung geben wird." Die USA lasse sich in keinen Krieg gegen Russland drängen.

Eine Art der Hilfe gibt es aber doch: US-Streitkräfte begannen mit dem Rücktransport der 2000 im Irak stationierten georgischen Soldaten in ihre Heimat.

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(sueddeutsche.de/bosw)