Nach dem Fünf-Tage-Krieg muss die Nato Russland die Stirn bieten und Georgien weiterhin die Mitgliedschaft im Verteidigungsbündnis in Aussicht stellen.
Seufzer der Erleichterung gehen durch die Hauptstädte der Nato. Nicht nur, weil der russisch-georgische Krieg vorbei ist, sondern auch deshalb, weil der Kelch an der Allianz vorübergegangen ist. Georgien ist noch nicht Mitglied der Nato, der Kaukasus-Staat konnte also nicht nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrages Beistand erbitten - mit der möglichen Folge einer direkten militärischen Konfrontation zwischen dem Bündnis und Russland fast 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges. Wer würde nicht aufatmen, da der Welt dieser Albtraum erspart geblieben ist?
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Die Lage ist eine neue und Angela Merkel bekräftigt: Georgien könne Nato-Mitglied werden. (© Foto: dpa)
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Das Schreckensszenario leuchtet ein und beruht dennoch auf einer unbewiesenen Annahme - jener nämlich, dass der Krieg im Falle einer georgischen Nato-Mitgliedschaft überhaupt stattgefunden hätte. Es spricht viel dafür, dass in diesem Falle Georgien, aber auch Russland anders gehandelt hätten. Das mag eine hypothetische Überlegung sein. Von Bedeutung ist sie dennoch, schließlich ist das georgische Begehren, Eingang in die Allianz zu finden, mit dem kaukasischen Fünf-Tage-Krieg nicht erledigt. Im Gegenteil. Legte die Nato Georgiens Beitrittswunsch nun zu den Akten, hätte Russland sein wichtigstes Kriegsziel erreicht. Es wäre ein Sieg der Gewalt.
Die Lage ist neu
Mit einem schlichten Satz ist die Bundeskanzlerin diesem Eindruck entgegengetreten. Georgien werde, wenn es das wolle, Mitglied der Nato werden, sagte sie. Die Bundesregierung legt nun Wert auf die Feststellung, Angela Merkel habe ja gar nichts Neues gesagt. Formal ist das richtig. Die Kanzlerin hat nur, fast wörtlich, die Beschlusslage des Nato-Gipfeltreffens im April in Bukarest wiederholt. Dort war - auf Betreiben der Kanzlerin - Georgien ebenso wie der Ukraine die Aufnahme in eine Art Trainingsprogramm für die Nato-Mitgliedschaft verweigert worden. Verbunden wurde das allerdings mit dem klaren, wenn auch zeitlich unbestimmten Versprechen einer Aufnahme in die Allianz. Wenn die Kanzlerin dies nun in Tiflis bekräftigt hat, dann ist das sehr wohl als neu zu werten, weil auch die Lage eine neue ist.
Nach der demütigenden Teil-Besetzung durch Russland muss Georgien mehr denn je seiner Unabhängigkeit und Freiheit versichert werden. Zu Recht sieht Angela Merkel darin auch eine Aufgabe der Nato. Durch sein überzogenes und völkerrechtswidriges Vorgehen in Georgien hat Russland den Anspruch erhoben, in einer bestimmten Einflusszone als militärische Ordnungsmacht frei schalten und walten zu können. Widerspräche die Nato dem nicht, gäbe sie weit mehr preis als nur Georgien. Wenn an diesem Dienstag die Nato-Außenminister tagen, werden sie daher ein klares Signal nach Moskau senden müssen. Und was russische Soldaten an militärischer Infrastruktur zertrümmert haben, wird mit Nato-Hilfe wieder aufgebaut werden müssen.
Was aber den Beitritt Georgiens zur Nato betrifft, so kann er nur von der Entwicklung im Land selbst abhängen. Georgiens Präsident Saakaschwili muss lernen, dass gute Öffentlichkeitsarbeit noch keine Demokratie schafft. Er muss auch begreifen, dass Territorialkonflikte nicht gewaltsam gelöst werden dürfen. Ein Georgien, das sich nach diesen Regeln richtet, hat einen Platz in der Nato und dann auch Anspruch auf Beistand.
Die Partnerschaft mit Russland kann dies kaum gefährden, denn diese Partnerschaft ist vorerst zur Fiktion geworden. Russland sieht in der Nato bestenfalls noch einen Konkurrenten, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass Moskau sich bei der Allianz vom ausgewiesenen Scharfmacher Dmitrij Rogosin vertreten lässt. Kritik von Seiten der Nato am russischen Militäreinsatz in Georgien nannte dieser jüngst "vollkommen untragbar". Die Beziehungen zwischen Russland und dem westlichen Bündnis müssten daher überdacht werden, forderte Rogosin. Zumindest in diesem Punkt ist ihm zuzustimmen.
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(SZ vom 19.08.2008/cag)
Müll am Fluss
ihren Rußland-Ausschuß nicht mehr einberufen will, ist ein Segen für Rußland: dann können dort jene, die ohnehin davor gewarnt haben sich in westliche Strukturen einbinden zu lassen ihre Argumente unterstützt sehen und nun daran arbeiten, andere Strukturen internationaler Zusammenarbeit zu schaffen, mit China etwa, mit südamerikanischen Staaten, afrikanischen und asiatischen ohnehin: kurzum, mit all jenen, denen das Anglo-amerikanische Hegemonialstreben ohnehin nicht schmeckte. Die USA mögen aufgrund ihrer geopolitischen Lage und immer noch vorhandenen Wirtschaftskraft einigermaßen davonkommen, für GB, für F und die anderen Satrapen kann es aber peinlich werden; D eingeschlossen. Die SPD sollte Schröder wieder zum Kandidaten erheben, die Wirtschaft würde es danken, da Merkel jetzt schon verloren hat.
ist die Weltherrschaft des Dollar beendet, hat auch das "Imperium "ausgedient, dessen Anstrengungen das Ende hinauszuzögern jetzt im Kaukasus ,im Nahen Osten wie im eigenen Hinterhof nicht zu übersehen sind. Die Zukunft ist dennoch ungewiß, seit Russlands unbegrenzte Ressourcen und seine boomende Wirtschaft ein Gegengewicht beachtlicher Größe darstellen, das im Welt-Business positiv wahrgenommen wird, anders als der Handel mit aufgezwungenen Dollar, die am Ende nicht als bedrucktes Papier sind. Porsche, BMW, Mercedes können mit ihren Rückversicherungen ein Lied davon singen.
Kein Wunder also der Versuch Russland als Sammelpunkt einer Neugliedrung zu isolieren. Die Argumente dazu können wie überall lesbar,nicht dumm genug sein (von verlogener Heuchelei einmal ganz abgesehen). Europa im gleichen Takt einschließlich Schweden,(ausgerechnet Berlusconi fällt aus der Reihe-wegen Gas ?)während es still um Indien, China,die Tigerstaaten ,auch Japan ist. Wird da fernost ,wo Power genug ist jetzt und auch in der Zukunft an einer neuen Ordnung(Währung ) gestrickt ? Bisher sitzen die alle noch auf einem Berg von bedrucktem Papier(-Dollar).Aber die Inflation treibt auch bei ihnen schlimme Blüten und macht die Zeiten unruhig Insbesondere, wenn die Bevölkerung, die schon Besseres gewohnt war, plötzlich wieder verarmt, nur weil die Amis in jeder Beziehung auf Pump leben , und die Welt dafür bezahlen muß.
wie Wallstreet das macht, ist eine einfache Regel ,die jeder VWL-Student im 1. Semester lernt. Inflation = Aufblähung des (Papier-)Dollar-Kreislaufs ( 1,5 Billionen allein in China ),
weshalb auch M3 seit 2005 nicht mehr veröffentlicht wird von der FED. Vorrausschauend hat das "Imperium " (mit 500 Mrd für den Kriegshaushalt jährlich ) schon lange brutal durchgesetzt, dass auf den Weltmärkten Rohstoffe (u.a. Gold) ,Lebensmittel, insbesondere eben auch Öl, nur in Dollar gehandelt werden.(Der Anstieg des Ölpreises auf über 100 Dollar ist nur ein Hinweis auf rapiden, inflationären Dollarverfall - die zeitweilige Gier auf mehr als 150 Dollar pro Barrel Öl war aber wohl kontraproduktiv, gilt doch immer noch : "die Kuh, die man melken will, darf man nicht schlachten !" So wird auch die augenblickliche Atempause für den Dollar verständlicher ! Inwieweit der "Segen" aus dem Kaukasus die Schieflage des Dollar hätte verbessern sollen, kann nur spekuliert werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass Krieggewinne eine Staatsverschuldung sanieren sollen !
Ihr solltet Euch klar machen, dass Ihr selbst die kapital. Abenteuer im Kaukasus aus Eurer Tasche bezahlt, nicht nur wegen der Merkel´schen- Wiederaufbau-Hilfe für Georgien ,ebenso durch "Abgreifen "an der Tankstelle, bei Energie (Heizöl, Gas,Strom ), Lebensmitteln, und besonders perfide und teuflisch-raffiniert mit der weltweiten Inflation, die nicht "gottgegeben" ist, sondern in der Wallstreet " ausbaldowert" wird. Und die Mrd. Unselige in tiefstes Elend stürzt !
die "Vorherrschaft des Petro-Dollar auf der Kippe". Bei Saddam, der den Papier- Dollar nicht mehr akzeptieren wollte, hat das "Imperium" kurzrn Prozeß gemacht. Den Iran, der eine Ölbörse ohne den Papier-Dollar installieren möchte, bedroht man mit Krieg, aus den gleichen verlogenen Gründen (Atombombe), wie den Irak.Da kommt so ein Handlanger, der zündelt wie Saakaschwili gerade recht.Nur haben die Planer die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Bär kann wieder seine Krallen zeigen. Und er tut das auch.Vor allem wird Russland doch seine gewaltigen Ressourcen nicht in Papier-Dollar verschleudern wollen, wie wohl letztlich Indien, China, die Tigerstaaten, die inzwischen boomen , wohl auch nicht. Prkär die Lage für Wallstreet. Immer nur Papier-Dollar drucken und darauf hoffen, dass nicht nur die Vasallen sie akzeptieren (müssen) , scheint ein Trugschluß zu sein. Hoffen wir es zum Nutzen aller Schaffenden und Schaden aller Zockenden !
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