Die russischen Truppen ziehen aus der georgischen Sicherheitszone ab. Insgesamt sollen sechs Kontrollpunkte außerhalb von Südossetien geräumt werden.
Russland hat offenbar mit dem Rückzug seiner letzten im georgischen Kernland um die abtrünnige Region Südossetien stationierten Truppen begonnen.
Sechs Kontrollpunkte sollen die russischen Soldaten am Mittwoch räumen. (© Foto: dpa)
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Die Soldaten räumten am Mittwoch einen größeren Kontrollpunkt in der Ortschaft Karaleti an einer Straße nach Südossetien. "Bis Mitternacht werden die Friedenstruppen die Sicherheitszonen um Südossetien und Abchasien verlassen", bekräftigte Präsident Dmitrij Medwedjew. Insgesamt seien sechs Kontrollstellen im Süden einer Sicherheitszone aufgegeben worden, sagte ein russischer Militärsprecher. Reuters-Journalisten berichteten dagegen, einer der Posten sei nach wie vor von russischen Soldaten besetzt.
Die Soldaten in Karaleti durchsuchten das Gelände nach Minen und planierten den Boden mit Bulldozern. Betonblöcke, die als Straßensperren dienten, waren am Morgen bereits entfernt. Mitglieder der EU-Beobachtermission überwachten die Arbeiten.
Zuvor hatte Russland angekündigt, in der ersten Tageshälfte den Rückzug aller sechs Kontrollposten ihrer Truppen im Süden der Sicherheitszone zu vollziehen. Moskau muss einem Friedensabkommen mit der Regierung in Tiflis zufolge die Truppen bis Freitag aus dem georgischen Kernland um Südossetien und Abchasien abgezogen haben.
Außerdem müssen sich beide Seiten auf ihre Positionen vor dem Krieg im August zurückziehen. Russland will allerdings weiterhin rund 8.000 Soldaten in Südossetien und Abchasien stationiert lassen. Die Moskauer Regierung hat die beiden Regionen inzwischen als unabhängig anerkannt.
Die EU hat mehr als 200 Beobachter nach Georgien entsandt, um den Rückzug aus den von Russland eingerichteten Pufferzonen zu überwachen. Deutschland beteiligt sich an dem Einsatz mit 40 Experten. Anfang August waren russische Truppen nach Georgien eingedrungen, um eine Offensive georgischer Verbände in den abtrünnigen Gebieten Südossetien und Abchasien zurückzuschlagen. Der Westen hatte das Eingreifen der Regierung in Moskau als "unverhältnismäßig" kritisiert. Auch die Anerkennung der beiden Provinzen als unabhängige Staaten durch Russland stieß auf Widerspruch.
Medwedjew begrüßte allerdings die "konstruktive Rolle" der EU bei der Eindämmung der Krise. Er äußerte sich auf dem Weltpolitikforum in Evian in Frankreich. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy lobte Medwedew, mit dem Truppenabzug sein Wort einzuhalten. "Ich bedaure nicht, auf Vertrauen und Dialog (mit Russland) gesetzt zu haben", sagte der amtierende EU-Ratspräsident, der das Waffenstillstandsabkommen mit Medwedjew ausgehandelt hatte.
(AP/Reuters/cag)
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