Moskau weist Vorwürfe zurück, Russland sei an einem Putschversuch in Georgien beteiligt. Indes lässt Georgiens Präsident Saakaschwili brutal gegen Demonstranten vorgehen. Indes hat Georgiens Präsident Saakaschwili galt lange als Reformer. Jetzt hat er den Notstand auf das ganze Land ausgedehnt. Das Ziehkind des Weißen Hauses lässt Armee und Polizei brutal gegen friedliche Demonstranten vorgehen.
In der Kaukasusrepublik Georgien herrscht nach Verhängung des Notstandes durch Präsident Michail Saakaschwili angespannte Ruhe. Wie georgische Medien berichteten, kontrollierten in der Nacht zum Donnerstag Hundertschaften der Polizei zentrale Plätze in der Hauptstadt Tiflis. Ein Teil der Armee- und Polizeieinheiten sei aber schon wieder aus dem Stadtzentrum abgezogen.
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Es habe mit Hilfe aus Russland den Versuch eines Staatsstreichs gegeben, lautete die Begründung. Russland wieß die Vorwürfe jedoch zurück. Ein Kremlsprecher in Moskau sprach von einer "antirussischen Hysterie" der georgischen Führung.
Nach massiven Protesten der Opposition hatte Georgiens Präsident Michail Saakaschwili am Mittwochabend einen 15-tägigen Notstand über das gesamte Land verhängt. Zunächst war der Ausnahmezustand nur für die Hauptstadt Tiflis verkündet worden.
Die Opposition hatte seit Tagen den Rücktritt von Saakaschwili und Parlamentswahlen für Frühjahr 2008 gefordert. Sicherheitskräfte waren am Mittwoch mit Gummigeschossen, Knüppeln, Wasserwerfern und Tränengas gegen friedliche Demonstranten vorgegangen, um die Proteste zu beenden. Dutzende Menschen wurden festgenommen.
Berichten georgischer Medien zufolge wurden durch das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen demonstrierende Regierungskritiker bislang mehr als 500 Menschen verletzt.
Die USA riefen Georgien zu einer friedlichen Lösung der Krise auf. Der Konflikt zwischen Regierung und Opposition müsse "innerhalb der Grenzen des politischen Systems" gefunden werden, sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington. Die Berichte über Hunderte Verletzte seien besorgniserregend. Die USA würden stets "das Recht der einzelnen Menschen auf friedlichen Protest und Meinungsäußerung" unterstützen.
Während des Ausnahmezustandes seien das Versammlungsrecht sowie die Arbeit der Massenmedien eingeschränkt, erklärte Wirtschaftsminister Giorgi Arweladse. Nachrichten dürften in dieser Zeit nur über das staatliche Fernsehen verbreitet werden. Noch vor Erlass des Dekrets hatten Sicherheitskräfte mehrere unabhängige und regierungskritische Fernsehsender besetzt und die Programme abgeschaltet.
Saakaschwili gab den russischen Geheimdiensten die Schuld an der Eskalation der Lage. "Von unseren Geheimdiensten sind Informationen über eine in Russland gebildete alternative Regierung übermittelt worden", sagte das Staatsoberhaupt. Gegen zahlreiche Mitglieder der Opposition wurden laut georgischen Medienberichten Strafverfahren wegen Verdachts der Zusammenarbeit mit Geheimdiensten eingeleitet.
Das Außenministerium in Tiflis erklärte mehrere Mitarbeiter der russischen Botschaft zu "unerwünschten Personen" und ordnete deren Ausreise aus Georgien an. Saakaschwili warf ihnen vor, aus seinem Land für den russischen Geheimdienst gearbeitet zu haben.
Gleichzeitig zog Tiflis seinen Botschafter in Moskau ab. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte die Krise in dem Nachbarland zuvor als "innere Angelegenheit" bezeichnet. Er wies damit erneut Anschuldigungen Saakaschwilis zurück, der Kreml stecke hinter den Protesten, um die Lage in Georgien zu destabilisieren.
Menschenrechtler sprachen mit Blick auf das Vorgehen der Polizei von unverhältnismäßiger Gewalt. Ministerpräsident Surab Noghaideli verteidigte es hingegen als "angemessen". Die Demonstrationen waren die größten seit der Rosenrevolution vor vier Jahren, als Saakaschwili Präsident Eduard Schewardnadse zum Rücktritt zwang.
Inzwischen haben mehrere georgische Oppositionspolitiker ihre Anhänger zu besonnenem Verhalten aufgerufen. Unter den gegebenen Umständen seien weitere Massenproteste zu gefährlich, zitierte das russische Staatsfernsehen aus einer am Donnerstag in Tiflis verbreiteten Erklärung der Opposition.
(dpa/Reuters/schä/dmo/bica)
Nach Massaker in Haula
Jetzt wollt ich LeeHarveyOswald gerade unter der überschrift....
"Heute noch nicht SZ gelesen?"
.....den sowieso schon kurzen (230 Worte Venezuela gegen 1150 Worte Georgien ;-)) Bericht der SZ zu den Schüssen in die Menge der 80.000 Demonstranten in Caracas verlinken, und nu find ich'n nicht mehr.
Gut, soll sich die Redaktion auf Georgien = USA = Bush = wasweißichwas konzentrieren, ich stelle dann halt den Link zu SPIEGEL-online rein.....
spiegel.de/politik/ausland/0,1518,516075,00.html (@LeeHarveyOswald)
P.S. Wenn ich den entsprechenden Artikel überlesen haben sollte, bitte ich um Entschuldigung. Hab in "Politik" gesucht, vielleicht hätt ich auch in "Sport", "Fitness" oder gar "Karriere" nachschauen sollen.
Als vor Jahren dieser junge Mann zum Staatspräsidenten gewählt wurde, gerierte er sich als Reformer, treuherzig in Kameras blickend. Verdächtig muß die stets sein, zumal dann, wenn man die Sympathie des Weltaufpassers "USA" genießt. Es scheint so zu sein, daß es nirgendwo mehr Politik für das Volk gibt. Alles ist auf Machterhalt und Korruption ausgerichtet, sobald ein solcher "Silberrücken" am Freßnapf der jeweiligen Nation angekommen ist. Wir sind, so pessimistisch dies klingt, eigentlich nicht zu retten. Es war immer so und es wird immer so sein. Die wenigen Idealisten, die es in der Politik gab, waren selten und sind verschwunden. Namen könnte man nennen, auch auf Deutschland bezogen (Eppler und andere). Es gab und gibt zu wenige davon.
Oh......! Venezuela vergessen, werter Ché Guevara-Idolizer?
(Idolize = to regard with blind admiration or devotion)
Chávez muss freilich angesichts des permanenten Ausnahmezustandes in Venezuela letzteren garnicht erst mehr ausrufen. Zumindest genügen die sozialistischen Machtverhältnisse dort, um ohne lästige Umwege über Küppel und Wasserwerfer gleich auf's Volk zu schießen. Wie bereits 2002, man kennt das ja.
Sehr interessant...
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"Das Ziehkind des Weißen Hauses lässt Armee und Polizei brutal gegen friedliche Demonstranten vorgehen."
DER Satz hat es in sich... DAS läßt man sich in aller Ruhe auf der Zünge zergehen.
Ist/war Georgien nicht auch eine "Demokratie" ? Ich freue mich jetzt schon auf
die mediale "2min-Infoterine" (auch der öRen) zu diesem Thema.
MfG
Zack
ist allerdings auch ein Zeichen für Handlungsunfähigkeit." Intelligent handeln" lässt sich nicht kaufen; damit ist das ein bewährtes Mittel für vieles. Die Söldner im Dienste der Machthalter sind waffenstarrend ausgerüstet. Wer kann der Überlegung folgen, wenn das deutsche Volk aus dem Koma aufwacht, sich umsieht und dann aufsteht - ob da dann ähnlich Szenarien denkbar sind? Ja möchten den die wenigen Mächtigen die gesamte Welt unter ihren Einfluss bekommen und nennen das dann Globalisierung? Alleine der Gedanke ist schon grausig. Nein, nein, es gilt vor allem die innere Freiheit zu erhalten und die Meinungsäusserungfreiheit und das Vesammlungsgebot. Und das alles nciht so willfährig wie gewünscht. Gegen ein klares Bewusstsein kommen waffenstarrende Mächtige nicht an - weil es keine dann gibt, die diese Waffen tragen und bedienen. Die Revolution lebt im Verborgenen, im offenen Strassenkampf hat sie längst keine Chance mehr.
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