Die Europäische Union hat etwas ungewöhnlich Kluges getan - sie hat eine internationale Untersuchung des Krieges in Georgien verlangt.
Mitten hinein in die sich immer weiter aufbauenden und von manchen vorsätzlich aufgebauschten Spannungen zwischen Russland und dem Westen hat die Europäische Union etwas ungewöhnlich Kluges getan. Sie verlangt eine internationale Untersuchung des Krieges in Georgien.
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Passanten am Straßenrand in der südossetischen Hauptstadt Zchinwali: (© Foto: dpa)
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Natürlich wird diese Übung kaum gerichtsverwertbare Schuldbeweise erbringen. Dennoch muss dieser Weg beschritten werden, weil als Vermittler nur glaubhaft auftreten kann, wer beide Seiten anzuhören bereit ist.
Und Vermittler wollen und müssen die Europäer sein. Die Botschaft von ihrer Bereitschaft zur Unparteilichkeit, die sie dem Gipfeltreffen zwischen Nicolas Sarkozy und Dmitrij Medwedjew an diesem Montag vorausgeschickt haben, garantiert zwar nicht, dass sich Moskau aus seiner Trotzhaltung löst.
Aber es macht dem französischen Präsidenten die Sache zumindest leichter, wenn er sich nicht des Verdachts erwehren muss, als georgischer Agent angereist zu sein.
Die Europäer haben aber noch ein anderes, sehr eigenes Interesse an dieser Untersuchung. Nach diesem Krieg werden sie ihr Verhältnis zu Russland und zu Georgien nur dann neu und stabil bestimmen können, wenn sie wissen, wer was warum in Gang gesetzt hat. Mit einem Wort: Mit wem haben wir es eigentlich zu tun?
Die kurz nach Ausbruch des Krieges geläufige Formel vom imperialen Russland, dass das arme Georgien überfallen hat, trägt nicht mehr. Wir wissen inzwischen, dass der georgische Generalstab gegen das militärische Abenteuer eines Einmarsches in Südossetien war. Dem georgischen Volk muss geholfen werden - eine kritiklose Solidarität mit dessen Präsidenten Michail Saakaschwili aber kann sich die EU nicht leisten.
(SZ vom 08.09.2008/sma)
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Allenfalls, trotz allem, kann man, muss man auf M Sarkozy hoffen, wobei mir auch hier der Glaube daran fehlt. Ein neutraler Vermittler = neutrales Land wäre umgehend zu suchen und zu finden. Alles andere ist nicht einmal beschäftigungstherapeutisch wertvoll.
Dem Foristen, der das ARD Interview Putin etc. anführte, sei gedankt. Der Umgang mit den Russen ist schlicht ein Unding, bläst in ein längst verstimmtes Horn, das aber offenbar immer noch gut funktioniert.
der Haken ist nur, dass die Europäer untersuchen können was sie wollen, veröffentlicht wird ausschließlich ein den USA genehmes Untersuchungsergebnis.
PKNEG
Das mag sein. Aber ob dies strategisch clever ist, das ist eine ganz andere, aber wesentliche Frage.
Denn derzeit stellt sich Georgien in Den Haag propagandistisch groß auf und hat eine Klage wegen angeblichen russischen ethnischen Säuberungen eingereicht. Die Entscheidung, ob diese Klage angenommen wird, dauert Monate. Das beherrscht aber wieder toll die Medien. Und es gilt wie immer die Regel: Nicht Wahrheit, sondern Wiederholung ist das Prinzip erfolgreicher Propaganda.
Oder wie man nach Plutarch schon in der Antike wußte: Audacter calumniare, semper aliquid haeret! - : "Nur dreist verleumden, irgendwas bleibt immer hängen!
da ich Russisch kann, verfolgte ich das Interview im Original im russischen Internet. Ich freute mich auf die deutsche Übersetzung und empfiehl dieses Interview meinen Freunden. Als ich dann die deutsche, völlig entstellte Version sah, konnte ich meinen Augen und Ohren kaum glauben. Das ist nicht nur eine Schande für die angeblich freien, demokratischen Medien, sondern auch ein Schlag ins Putins Gesicht und eine bespiellose Respektlosigkeit der russischen Führung gegenüber.
Zunächst anherrschende und rüpelhafte Töne der Bundeskanzlerin, dann Geringschätzung der Medien. Deutschland ist langsam dabei seine gute Beziehung zu Russland zu verspielen und sich als Mittler zwischen den Westen und Moskau aus dem Spiel zu bringen. Über so viel deutscher Dummheit und Gemeinheit kann sich Sarkozy nur freuen und die Amerikaner kaputt lachen.
"Nach diesem Krieg werden sie ihr Verhältnis zu Russland und zu Georgien nur dann neu und stabil bestimmen können, wenn sie wissen, wer was warum in Gang gesetzt hat. Mit einem Wort: Mit wem haben wir es eigentlich zu tun?"
Glauben Sie tatsächlich, Herr Winter, das wüßte "man" nicht jetzt schon?
Machen Sie sich lieber mal Gedanken darüber, was der Untersuchungsausschußvorschlag bedeutet, wenn man jetzt schon bescheid weiß, was wer will ???!!!
Paging