Generalbundesanwalt Mutmaßlicher türkischer Spion in Hamburg festgenommen

Der Mann soll im Auftrag des türkischen Geheimdienstes Kurden ausgespäht haben, die in Deutschland leben.

Die Bundesanwaltschaft hat in Hamburg einen mutmaßlichen türkischen Spion festnehmen lassen. Der 31-Jährige steht in Verdacht, für den türkischen Geheimdienst in Deutschland lebende Kurden und kurdische Einrichtungen ausgespäht zu haben.

Er ist den Angaben der Bundesanwaltschafts zufolge türkischer Staatsbürger und wurde bereits am Donnerstag festgenommen. Auch die Wohnung des Verdächtigen wurde durchsucht. Nun hat der Ermittlungsrichter einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Agenten erlassen.

In der Türkei schwelt seit Jahrzehnten ein Konflikt mit der kurdischen Minderheit, der sich in jüngerer Zeit wieder zugespitzt hat. Die kurdische Arbeiterpartei PKK, die sowohl in der Türkei als auch in Deutschland verboten ist, hat zuletzt mehrere Anschläge mit Dutzenden Toten verübt. Sie kämpft für ein Autonomiegebiet um die kurdisch geprägte Metropole Diyarbakır im Südosten der Türkei. Dort gilt seit einem Jahr der Ausnahmezustand.

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