Geiselnahme in Afghanistan Gouverneur: Zwei französische Helfer entführt

Die beiden seit Dienstag in Afghanistan vermissten Franzosen sind nach Angaben des Gouverneurs der südwestafghanischen Provinz Nimros entführt worden.

Die beiden Helfer seien in Nimros von Taliban-Aktivisten verschleppt und in die benachbarte Provinz Helmand gebracht worden, sagte Gouverneur Ghulam Dastgir Asad.

Bereits am Mittwoch sagte ein Sprecher der Taliban, die beiden Franzosen seien in der Gewalt "unserer Kämpfer".

Das französische Außenministerium hatte zuvor in Paris erklärt, die Hilfsorganisation vermisse in Afghanistan zwei ihrer Mitarbeiter. Von den zwei Franzosen und ihren drei afghanischen Begleitern gebe es seit Dienstagmorgen keine Nachricht. Nach Angaben französischer und afghanischer Stellen in Kabul verschwand die Gruppe im Südosten des Landes.

Die beiden Franzosen sowie ihr Chauffeur, Leibwächter und Koch würden vermisst, seit sie die Provinz Nimros verlassen wollten, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums der Nachrichtenagentur AFP in Kabul. Sie wollten demnach durch die als relativ unsicher geltende Provinz Farah in die Stadt Herat weiter nördlich fahren. Ihr Dolmetscher habe der Polizei am Dienstagmorgen mitgeteilt, dass er den Kontakt zu der Gruppe verloren habe. Die Suche sei im Gange.

In Afghanistan sind in den vergangenen Monaten mehrere Journalisten und Mitarbeiter von humanitären Organisationen entführt und in einigen Fällen getötet worden. Im März wurde der italienische Journalist Daniele Mastrogiacomo von Taliban verschleppt und zwei Wochen festgehalten.

Anfang März wurde ein deutscher Mitarbeiter der Welthungerhilfe im Norden des Landes von Bewaffneten erschossen. Vor einem halben Jahr wurden dort auch die freien Mitarbeiter der Deutschen Welle, Karen Fischer und Christian Struwe, erschossen.