Geiseldrama auf Gasfeld In Amenas Zuspruch für Algeriens Militäraktion

Algerien lehnte Hilfe aus dem Ausland ab und stand wegen schlechter Informationspolitik weltweit in der Kritik. Doch nach dem blutigen Ende des Geiseldramas auf dem Gasfeld, bei dem 55 Menschen starben, nehmen US-Verteidigungsminister Panetta und Frankreichs Präsident Hollande das Land in Schutz: Gespräche wären keine Option gewesen.

Nach dem blutigen Ende des Geiseldramas auf dem Gasfeld In Amenas, erhält Algeriens Regierung Unterstützung für sein kompromissloses Vorgehen gegen die Terroristen. Doch trotz der zahlreichen Opfer hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta Kritik am Vorgehen Algeriens zurückgewiesen. Dies kam durchaus überraschend, nachdem verschiedene Regierungen, darunter auch die der USA, Algerien zuvor für seine schlechte Informationspolitik kritisiert hatten. Auch hatten mehrere ausländische Regierungen appelliert, dem Schutz der Geiseln höchste Priorität einzuräumen.

Nun aber sagte Panetta bei einer Pressekonferenz mit seinem britischen Kollegen Philip Hammond in London: "Sie sind in der Region, sie verstehen die Bedrohung durch den Terrorismus. Ich denke, es ist wichtig, dass wir mit ihnen weiter daran arbeiten, eine regionale Herangehensweise zu entwickeln." Laut Panetta planen die USA trotz der Bedrohung durch islamistische Terroristen in Nordafrika jedoch nicht, Bodentruppen in dieses Gebiet zu entsenden.

Der Sturmangriff habe dem Drama ein Ende gesetzt, sagte der britische Verteidigungsminister Hammond. Dass es Todesopfer gegeben habe, sei entsetzlich und unannehmbar, liege aber in der alleinigen Verantwortung der Terroristen. London dränge die algerische Regierung aber, Details zur genauen Lage zu veröffentlichen.

Auch Frankreichs Präsident François Hollande verteidigt das Vorgehen Algiers. Gespräche seien keine Option gewesen, sagte er. "Algerien hat angemessen gehandelt."

Das Geiseldrama in Algerien endete am Samstag mit einem Sturmangriff der Sicherheitskräfte blutig: Elf Geiselnehmer seien bei dem Einsatz am Morgen getötet worden, teilten die algerischen Sicherheitskräfte mit. Die Kidnapper hätten offenbar ihrerseits zuvor sieben ausländische Geiseln getötet. Spezialeinheiten erhielten den Angaben zufolge am Morgen den Auftrag, das seit Mittwoch andauernde Geiseldrama an einer Gasförderanlage im Süden des Landes zu beenden.

Die Angreifer forderten unter anderem ein Ende des französischen Militäreinsatzes gegen islamistische Milizen im Norden Malis.

Bei der mehrtägigen Geiselnahme war das Militär zunächst von 23 toten Geiseln ausgegangen. Diese Zahl werde aber noch steigen, sagte Kommunikationsminister Mohammed Said am Sonntag der amtlichen Nachrichtenagentur APS. Die genaue Opferzahl stehe aber noch nicht fest.

Nach Angaben des britischen Premierministers David Cameron befanden sich unter den Opfern auch mindestens drei Briten. Außerdem gebe es vermutlich drei weitere britische Tote, erklärte Cameron am Sonntag. Zudem habe eine der getöteten Geiseln in Großbritannien gelebt, aber nicht die britische Staatsbürgerschaft gehabt.

Auch 32 Entführer seien tot, teilte das algerische Innenministerium am Samstagabend mit. Den algerischen Sicherheitskräften sei es gelungen, 685 algerische Angestellte der Anlage zu befreien sowie 107 Ausländer. Die Verantwortung für die Taten liege allein bei den Terroristen, sagte Cameron. Mit Blick auf Kritik an dem Eingreifen des algerischen Militärs in dem Fall erklärte er: "Es ist sehr schwierig, auf solche Situationen zu reagieren und alles richtig zu machen."