Nordkoreas Diktator trifft dort angeblich Chinas Staatschef - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Weder die chinesische noch die nordkoreanische Regierung haben die Reise bislang offiziell bestätigt.
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il soll unbestätigten Medienberichten zufolge auf dem Weg nach Peking sein, um dort den chinesischen Präsidenten Hu Jintao zu treffen.
Auf nach China: Nordkoreas Diktator Kim Jong Il. (© Foto: Reuters)
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Der Privatzug Kims habe die südchinesische Wirtschaftsmetropole Shenzhen verlassen und rolle in Richtung Peking, berichtete die Hongkonger Tageszeitung Da Gong Bao am Montag auf ihrer Webseite.
Noch immer findet der Chinabesuch des Nordkoreaners unter größter Geheimhaltung statt. Weder die chinesische noch die nordkoreanische Regierung haben die Reise bislang offiziell bestätigt.
Nach einer Woche wildester Spekulationen, in der Kim angeblich einmal im Flugzeug nach Shanghai, dann wieder im Zug nach Moskau oder in einem Fünfsterne-Hotel in Guangzhou vermutet worden war, tauchten nun erstmals konkretere Medienberichte auf.
Die linke Da Gong Bao, die gewöhnlich über gute Quellen in der chinesischen Führung verfügt, beschrieb einen Besuch des geheimniskrämerischen Diktators in der Boomstadt Shenzhen, einer der Vorführstädte des Wirtschaftsbooms an der chinesischen Ostküste.
Kim habe dort am Sonntag zunächst den modernen, computer-gesteuerten Containerhafen Yantian besucht. Später habe der Nordkoreaner die Telekommunikations-Firma Huawei besichtigt, berichtete das Blatt.
Da Huawei eine der modernsten und erfolgreichsten chinesischen Firmen ist, nährten diese Zeitungsberichte sofort weitere Spekulationen, ob der nordkoreanische "Geliebte Führer" nun ebenfalls verstärkte marktwirtschaftliche Experimente in seinem noch immer stalinistisch geführten und weitgehend von der Welt isoliertem Heimatland einzuführen plant.
Seit zwei Jahren erlaubt die nordkoreanische Führung private Bauernmärkte und erste Werbeplakate in der Hauptstadt Pjöngjang.
Kims Reise in die an Hongkong grenzende Sonderwirtschaftszone Shenzhen, in der Chinas inzwischen verstorbener Reformpolitiker Deng Xiaoping einst die ersten Reformschritte einführte, könnte nun auf eine Beschleunigung der nordkoreanischen Wirtschaftsöffnung hindeuten, so die Mutmaßungen politischer Beobachter in Peking.
Kim habe außerdem die Firma "Han's Laser Technology" im Hochtechnologie-Gewerbegebiet Nanshan besucht, berichtete die South China Morning Post.
(SZ vom 17.1.2006)