Geheime Außenstellen des BNDSie sind mitten unter uns

Psssst! Der Bundesnachrichtendienst hat zahlreichen Firmen und Außenstellen, die sich hinter Tarnnamen verstecken. Eine Reise zu den geheimen Orten.

Für den gewöhnlichen Betrachter war es eine Banalität, doch für Deutschlands Auslandsgeheimdienst war es eine Revolution. Sie trug sich zu im Jahre 1996. Damals rammten Handwerker vor einem mit hohen Mauern und Stacheldraht umzäunten Gelände in einem Vorort von München zwei Pflöcke in den Boden. Daran befestigten sie ein Schild, auf grauem Grund stand darauf mit blauer Schrift: "Bundesnachrichtendienst". Der BND enttarnte sich selbst - oder besser gesagt: er enttarnte, was längst nicht mehr zu tarnen war.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs war der BND auf das 68 Hektar große Gelände gezogen, das die Nazis einst als Siedlung für ihre Parteikader angelegt hatten. Tausende Geheimdienstler haben seither hier gemacht, was ein Geheimdienst eben so macht: Täuschen und tarnen, spitzeln und spionieren. Bei den Nachbarn in Pullach war das längst bekannt, bei den Spähern aus Ost und West freilich auch. Heute bekennt sich der BND sogar auf einer eigenen Homepage zu seinen Hauptsitzen in Berlin und Pullach "im Isartal bei München", wie es auf der BND-Webseite so schön idyllisch heißt. Auch von weiteren Dienststellen im In- und Ausland ist da die Rede. Details werden freilich nicht genannt. Dabei sind die geheimen Firmen und Außenstellen des BND gar nicht so schwer zu finden - wenn man sich vor allem an ein Kriterium hält: Der Name klingt sicherlich banal, langweilig und irgendwie nach deutschem Beamtentum.

Überwachungskameras im Eingangsbereich zum Gelände des Bundesnachrichtendienstes in Pullach.

Bild: Alessandra Schellnegger 26. November 2013, 15:122013-11-26 15:12:01 © SZ.de/bbr