Geheimdienst BND-Doppelagent gab Namensliste an USA weiter

  • Der im Sommer enttarnte Doppelspion beim BND stahl offenbar eine Liste mit Agenten-Namen und gab diese an US-Geheimdienste weiter
  • Beim BND wird der entstandene Schaden als eher begrenzt eingeschätzt.

Spion stahl beim BND offenbar Namensliste

Der im Juli beim Bundesnachrichtendienst (BND) enttarnte Spion hat eine Liste mit den echten Namen Hunderter BND-Agenten an befreundete US-Dienste weitergegeben. Nach Informationen der Presseagentur dpa soll es sich aber um eine veraltete Liste gehandelt haben, auf der wesentlich weniger Namen standen als die in der Bild-Zeitung zunächst genannten 3500 Namen.

Eine Vielzahl der in dem Papier aufgeführten Mitarbeiter der Abteilung "EA - Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen" sei auch nicht mehr beim Bundesnachrichtendienst tätig. Intern werde der operative Schaden für den deutschen Auslandsgeheimdienst und seine Mitarbeiter als eher begrenzt bewertet. Die Abteilung EA versorgt unter anderem die Bundeswehr bei Auslandseinsätzen mit Informationen zum Schutz deutscher und alliierter Soldaten.

Wie die dpa weiter erfuhr, spricht derzeit aber nichts dafür, dass der Mann die Liste nicht nur an US-Dienste, sondern auch an andere Geheimdienste etwa in Russland oder China verkauft haben könnte. Der Bundesnachrichtendienst wollte sich mit Hinweis auf das bei der Bundesanwaltschaft laufende Ermittlungsverfahren nicht zu den neuen Erkenntnissen äußern.

Erst jetzt ausführliche Auswertung von Festplatte

Dem Bericht der Bild zufolge hatte der Mann die Namensliste zu Hause auf einer privaten Festplatte gespeichert, die bei einer Durchsuchung im Sommer sichergestellt wurde. Der Datenträger sei erst jetzt systematisch ausgewertet worden.

Dem beim BND enttarnten Spion wird vorgeworfen, innerhalb von zwei Jahren 218 Dokumente an US-Geheimdienstler verkauft zu haben.