Die US-Armee hat in mehreren irakischen Städten mit Offensiven auf den Schiiten-Aufstand reagiert. Bei den bisher heftigsten bewaffneten Zusammenstößen seit Kriegsende sind mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen.
Die US-Armee hat am Montag nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira Ziele im Bagdader Stadtteil El Schuala angegriffen. Bei dem Angriff mit zwei "Apache"-Kampfhubschraubern seien zwei Iraker getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden.
Ein US-Marine während eines Schusswechsels im irakischen Ar Ramadi (© Foto: dpa)
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US-Soldaten hätten zuvor versucht, zum Büro des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr in El Schuala vorzudringen. Sie seien von Anwohnern angegriffen worden.
Am Sonntag war es in mehreren irakischen Städten zu Kämpfen zwischen Besatzungstruppen und Anhängern des schiitischen Geistlichen Muktada el Sadr gekommen. Dabei sind inzwischen 50 Iraker, acht US-Soldaten und ein salvadorianischer Soldat ums Leben gekommen.
US-Großoffensive in Falludscha
In der zentralirakischen Stadt Falludscha starteten US-Marineinfanteristen am Montag fünf Tage nach den Morden und grausamen Verstümmelungen an vier US-Zivilisten eine Großoffensive. Ziel der Aktion sei es, gesuchte Aufständische festzunehmen, sagte ein US-Militärvertreter.
Andere Offiziere sagten, das Vorgehen werde voraussichtlich mehrere Tage dauern. Dabei sei noch nicht absehbar, ob die US-Soldaten auch das Stadtzentrum von Falludscha einnehmen würden.
US-Zivilverwalter Paul Bremer bezeichnete El Sadr am Montag als Gesetzlosen, dessen Gruppe sich außerhalb des Rechts gestellt habe. "Tatsächlich versucht er, anstelle der rechtmäßigen Regierung seine Herrschaft zu errichten. Wir werden das nicht tolerieren.", sagte Bremer.
Bremer: Recht und Ordnung werden wieder hergestellt
Die Streitkräfte der US-geführten Koalition würden einen Aufstand von Sadr-Anhängern nicht dulden, warnte Bremer am Montag vor irakischen Sicherheitsvertretern. Die Anhänger Sadrs hätten sich praktisch außerhalb der Gesetze gestellt. Sadr versuche, eine eigene Herrschaft an Stelle der legitimen Behörden aufzubauen. "Wir werden das nicht tolerieren", betonte Bremer. Recht und Ordnung würden wieder hergestellt, "so wie es die irakische Bevölkerung erwartet".
Ein Vertrauter des radikalen irakischen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr hat die Anhänger der Bewegung nach den blutigen Zusammenstößen vom Vortag mit über 100 Toten zur Mäßigung aufgerufen. Scheich Amer el Husseini appellierte am Montag vor Tausenden El-Sadr-Unterstützern in der Bagdader Armenvorstadt El-Sadr-City: "Handelt nicht ohne Anweisungen von Muktada el Sadr."
Er betonte, die Bewegung halte immer noch an ihren Forderungen fest: "Stopp der Terroroperationen gegen Iraker, Freilassung aller Anhänger von Muktada el Sadr und ein schneller Prozess gegen Saddam Hussein."
(sueddeutsche.de/AFP/AP)