Gefangenenaustauch geplant Israelischer Soldat Schalit soll freikommen

Die israelische Regierung hat sich offenbar mit der radikal-islamischen Hamas auf einen Gefangenenaustauch geeinigt: Laut einem Hamas-Sprecher soll der vor fünf Jahren verschleppte israelische Soldat Schalit in den nächsten Tagen freigelassen werden. Die israelische Regierung kam zu einer Sondersitzung zusammen.

Ein Sprecher des militärischen Arms der radikal-islamischen Hamas in Gaza hat am Dienstagabend einen geplanten Gefangenenaustausch mit Israel bestätigt. Man habe sich in der Frage der Freilassung des vor fünf Jahren entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit geeinigt, sagte der Sprecher vor Journalisten in Gaza.

Vor mehr als fünf Jahren wurde er von Hamas-Kämpfern verschleppt - jetzt könnte er im Rahmen eines Gefangenenaustausches freikommen: Der israelische Soldat Gilad Schalit.

(Foto: AP)

Shalit solle innerhalb der nächsten Tage freikommen. Im Gegenzug werde Israel palästinensische Häftlinge freilassen, so der Hamas-Vertreter. Nach Angaben der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena soll es sich dabei um etwa tausend Gefangene handeln. Darunter ist eine Liste von 450 handverlesenen Häftlingen, von denen viele an tödlichen Anschlägen beteiligt waren.

Der Soldat Gilad Schalit war im Juni 2006 auf der israelischen Seite der Grenze von Hamas-Kämpfern überfallen und in den Gazastreifen verschleppt worden. Über seinen Zustand ist nichts bekannt.

Die israelische Regierung versammelte sich am Dienstagabend zu einer Sonderdebatte und möglichen Abstimmung über den Tauschhandel. Ein israelischer Regierungsvertreter bestätigte, es gehe um die Freilassung Schalits. Netanjahu habe alle 29 Minister zu einem "außergewöhnlichen Treffen" um sich versammelt. "Der Ministerpräsident hätte diese Sondersitzung nicht einberufen, wenn er nicht glauben würde, dass es einen ernsthaften Vorschlag gibt, der die Freilassung Schalits erleichtern könnte", sagte der Repräsentant, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Im Jahr 2009 waren Verhandlungen zur Freilassung des Soldaten unter deutscher und ägyptischer Vermittlung fast zum Abschluss gekommen. Doch hatten sich die beiden Seiten letztlich nicht darauf einigen können, welche palästinensischen Häftlinge im Austausch für Schalit freikommen sollten.