Die Kanzlerin und der Verteidigungsminister erweisen den drei in Afghanistan gefallenen Soldaten die letzte Ehre. Mit ihnen nehmen mehr als 1500 Menschen Abschied.
Jetzt also, am Ende dieser überaus hektischen Woche, scheint die Welt denn doch für einen Moment stillzustehen. Es herrscht bedrückende Stille, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Kirche St. Michael im niederbayerischen Regen betreten.
Trauerfeier für getötete Bundeswehr-Soldaten
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Sie verneigen sich vor den drei im Altarraum aufgebahrten Särgen - jeder ist mit einer schwarz-rot-goldenen Flagge bedeckt, auf jedem liegt ein Gefechtshelm. Darauf stehen Fotos der drei jungen Männer, die vor einer Woche in Afghanistan ihr Leben gelassen haben. Erschossen von einem afghanischen Soldaten, der eigentlich zum Schutz des Bundeswehraußenpostens in der Provinz Baghlan eingesetzt war.
Jetzt also stehen die drei toten Soldaten im Mittelpunkt, sind die Augen der Trauernden auf die Särge gerichtet. Die heftige Diskussion um Guttenbergs Doktorarbeit, für die er Texte anderer Autoren ohne Quellenangabe nutzte und ihm die Universität Bayreuth nun deshalb den Doktorgrad aberkannt hat, rückt völlig in den Hintergrund. Für Guttenberg mag die Trauerfeier Schlusspunkt der bisher härtesten Woche seiner politischen Karriere sein - und zwar trauriger Schlusspunkt, schließlich ist er der oberste Dienstherr der Soldaten.
Und auch die Kanzlerin hat eine schwierige Woche hinter sich, musste sie sich doch mehrfach hinter den angeschlagenen Minister stellen.
Die Familien der Getöteten aber durchleben die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens überhaupt: Sie haben ihre Söhne in Afghanistan verloren, ihre Brüder, ihren Ehemann, ihren Vater. Die drei jungen Männer - Hauptfeldwebel Georg Missulia, der Stabsgefreite Konstantin Menz und der Hauptgefreite Georg Kurat - wurden nur 30, 22 und 21 Jahre alt.
Noch vor Beginn des Gottesdienstes nehmen sich Merkel und Guttenberg Zeit, um mit den Angehörigen zu sprechen. Ganz privat, abgeschirmt von den Kameras. Erst dann gehen sie in die Kirche. Neben Kanzlerin und Minister erweisen insgesamt mehr als 1500 Trauergäste den Toten die letzte Ehre - die Familien der Getöteten, ihre Freunde, viele Soldaten und zahlreiche Politiker.
In der Stadtpfarrkirche finden 600 Menschen Platz, und rund 1000 Menschen verfolgen die Feier auf einer Leinwand auf dem nahen Stadtplatz. Es ist ein strahlender Wintertag. Die Ruhe, sie ist umso beklemmender. "Lähmende Traurigkeit" habe die Familien und engsten Freunde der Soldaten seit der Todesnachricht am vergangenen Freitag erfasst, sagt der evangelische Militärdekan Alfred Gronbach zu Beginn des Gottesdienstes. Und der katholische Militärdekan, Monsignore Reinhold Bartmann, sagt: "Trauer, auch Wut und Zorn über die Hinterhältigkeit des Anschlags bestimmen die Gefühle in diesen Tagen und Stunden."
Guttenberg, der exakt diesen Bundeswehraußenposten in Afghanistan gerade einmal 24 Stunden vor dem Anschlag selbst besucht hatte, hält eine bewegende Traueransprache. Im März hätten die jungen Männer nach Regen zurückkehren sollen, berichtet er - und die Vorfreude sei bei seinem Besuch zu spüren gewesen.
"Nichts erscheint uns so sinnlos wie diese schreckliche Tat", sagt auch Guttenberg - warnt aber davor, die Zusammenarbeit mit der afghanischen Armee infrage zu stellen. "Wir alle verneigen uns vor ihnen in Dankbarkeit und in Anerkennung", sagt Guttenberg über die drei jungen Männer. "Sie waren in Afghanistan, im Krieg, um dort den Frieden zu sichern." Die Soldaten hätten helfen wollen, den Menschen in Afghanistan eine bessere Zukunft zu bereiten - und hätten ihre eigene Zukunft verloren. "Seien Sie fest von uns allen einfach umarmt", sagt der Minister zu den Angehörigen, und dann: "Ruhet in Frieden, Soldaten."
Am Ende der Feier tragen Soldaten die drei Särge aus der Kirche, vorbei an einem Spalier aus Kränzen. Spätestens jetzt können neben den Angehörigen auch viele Soldaten und viele weitere Trauergäste ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Erst recht nicht draußen, vor der Kirche. Dort, wo die Särge in die Leichenwagen geladen werden, bläst ein einzelner Trompeter das Lied "Ich hatt' einen Kameraden".
Kanzlerin und Minister kehren nun wieder zurück nach Berlin. Dort muss Guttenberg für seine Bundeswehrreform kämpfen - aber auch um seine Ehre, seine Glaubwürdigkeit. Denn die Uni Bayreuth prüft ja nun doch, ob der Minister bei seiner Doktorarbeit bewusst getäuscht hat. Die Familien der drei gefallenen Bundeswehrsoldaten aber, haben nun ihre Toten zu Grabe getragen. Einer der Männer, er stammt aus dem kleinen Ort Langdorf bei Regen, hinterlässt neben seiner Frau eine kleine Tochter. Das Mädchen ist ein Jahr alt.
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(dpa/dapd/wolf)
Müll am Fluss
Soldaten nach Hause - sofort
Da hätte ich Respekt vor Baron Copyplag
Also Staatsakt, also Live-Übertragung im Bayerischen Fernsehen . Wir sollen also gemeinsam mit Merkel und Guttenberg und der "Truppe" trauern. Ich sehe das anders: sinnlos verheizte junge Männer, in einem Krieg, der nie zu gewinnen sein wird. Begonnen von Rot-Grün, fortgesetzt von Schwarz-Gelb. Und zwei Drittel der Bevölkerung sind dagegen. Gründe genug zum Nachdenken und eine klare Absage an dieses Kriegsabenteuer!
kann darin umkommen, das ist eine alte Lebensweißheit. Bei einem Kolonialkrieg allemal, oder wurden die Gefallenen dorthin zwangsversetzt? Mir fällt hier wieder der wohl bescheuerste Spruch eines Politikers im Nachkriegsdeutschland ein "Deutschland wird am Hindukusch verteitigt", der Typ ist heute Vorstitzender der Friedrich Ebert-Stiftung der Sozialdemokraten, wer wundert sich da noch das denen auf Bundesebene die Wähler abhanden kamen und noch lange abhanden sein werden. ist übrigens nur ein grund dafür, unter vielen, denn vergessen wir nicht Gazpromgerd und sein Straßenkämpferaußenminister, haben erstmals nach dem 2. Weltkrieg deutsche Soldaten in Kampfhandlugen geschickt und die beiden typen haben damit unserer grundgesetz gebrochen, aber wen stört das eigentlich?
Die Trauer ist immens und mir sind sogar Tränen gekommen, ich fand die Worte des katholischen Pfarrers ziemlich gut.
Ich kann mir aber leider nicht helfen, ich denke die ganze Zeit: die Kanzlerin sah schon bei der aktuellen Stunde so angeschlagen aus, hier wieder, was natürlich auch wegen der Trauer ist.
Aber bestimmt auch, weil sie die ganze Zeit ihren missratenen Sprössling, die sog. Wettertanne, schützen muss.
Schlimm, so zwischen Scham und Machtanspruch zu schwanken.
dass Sie immer alles durcheinander bringen müssen.
Als die in Taliban Afghanistan einfielen, waren sie doch noch unsere Jungs. Und unsere Leute überfallen niemanden, die kommen immer nur um zu befreien und zu helfen, gegebenenfalls auch um Sicherheit und Stabilität zu bringen. Deshalb war das kein Überfall sondern ein staatsmännischer Akt zur Stabilisierung Afghanistans ( und der Unocal Pipeline-Pläne, aber das muss man ja nicht unbedingt so laut herumposaunen).
Als die Taliban im Sattel sassen, in den wir sie hievten, änderten sie ihre Meinung bezüglich der Pipeline und sollten deshalb wieder ausgetauscht werden- durch willigere Marionetten. Deshalb überfielen wir Afghanistan. Die Taliban konnten Afghanistan zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr überfallen, weil sie ja schon längst da waren. Und deshalb sind wir die Überfallenden und die Afghanen, gleich welcher politischen Richtung sie sich zuneigen, sind die Uberfallenen.
Haben sie das jetzt endlich verstanden? :-)))))
Paging