Geberkonferenz in Berlin Milliarden für den Klimaschutz

Braunkohle-Abbau bei Cottbus: Auf eigene Klimaziele konnten sie sich in Kopenhagen zwar nicht einigen. Jetzt wollen die Industriestaaten aber zumindest Geld in erneuerbare Energie in ärmeren Ländern investieren.

(Foto: dpa)

Geboren aus dem Scheitern: Der "Grüne Klimafonds" ist ein Relikt der erfolglosen Klimakonferenz in Kopenhagen. Zumindest Geld wollten die Industriestaaten damals geben - für ärmere Staaten, damit diese in inklimafreundliche Energien investieren. Nun werden die Pläne erstaunlich konkret.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

Ein großer Tisch, gut 20 "interessierte Geber" - und am Ende zehn Milliarden Dollar für den Klimaschutz. So soll es laufen, diesen Donnerstag in Berlin. Umwelt- und Entwicklungsministerium laden zum dritten und entscheidenden Gebertreffen für den "Grünen Klimafonds". Gut zehn Tage vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Perus Hauptstadt Lima soll er das richtige Zeichen setzen für den globalen Kampf gegen die Erderwärmung. Und es sieht noch nicht einmal so schlecht aus dafür.

Der grüne Fonds ist ein Relikt der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen. Damals, 2009, konnten sich die Staaten zwar nicht auf ein Klimaabkommen einigen - dafür versprachen die Industriestaaten Geld. Über den Klimafonds wollten sie ärmeren Staaten helfen, in klimafreundliche Energien zu investieren: Wenn schon die Industriestaaten sich schwer damit taten, von ihrer fossilen Wirtschaft wegzukommen, sollten zumindest aufstrebende Entwicklungsländer nicht die gleichen Fehler machen.

Und während über ein neues Klimaabkommen immer noch verhandelt wird, ist der "Green Climate Fund" mittlerweile erstaunlich konkret: 2010 wurde er auch formal verankert, in den Jahren darauf Stück für Stück organisiert. Inzwischen hat er seinen Sitz in Südkorea genommen, er hat ein Aufsichtsgremium, in dem Entwicklungs- und Industrieländer gleich viele Stimmen haben und eine Tunesierin als Chefin. Nur Geld fehlt.

Der Optimismus ist groß

An diesem Donnerstag soll sich auch das ändern, der Optimismus ist groß. Schon im Sommer hatte Deutschland als eines der ersten Länder eine Milliarde Dollar zugesagt, später versprach Frankreich ebenso viel - das Gastgeberland jener entscheidenden Klimakonferenz in Paris, die Ende nächsten Jahres ein neues globales Abkommen verabschieden soll. Auch Schweden, Dänemark, die Schweiz und die Niederlande haben schon mehrere hundert Millionen zugesagt. Das wichtigste Signal aber hat sich US-Präsident Barack Obama bis kurz vor der Berliner Geberkonferenz aufgehoben: Beim G-20-Gipfel in Brisbane spendierte er 3,5 Milliarden Dollar für den Fonds, Japan legte kurz darauf nach: mit weiteren 1,5 Milliarden Dollar.

Damit sind nun um die sieben Milliarden Dollar als "Erstaustattung" zusammen - eine Summe, mit der auch in der Bundesregierung lange keiner ernsthaft gerechnet hat. Nennenswerte Zusagen dürften an diesem Donnerstag auch aus Großbritannien und Italien kommen - womit außer Kanada alle G-7-Staaten in den Fonds einzahlen. Ob Kanada bei der Geberkonferenz nun ebenfalls die Schatulle öffnet, war bis zuletzt unklar. Auch Russland schickt einen Abgesandten.

Vor allem Entwicklungsländer schauen sehr genau auf das Treffen, es gilt als Gradmesser für die Glaubwürdigkeit der Industriestaaten. Und wie es aussieht, könnten die ersten Mittel aus dem Fonds schon im nächsten Jahr fließen.