Gazastreifen Solidaritäts-Schiffe angekommen

Zwei internationale Solidaritäts-Schiffe für die Palästinenser im Gazastreifen haben ihr Ziel erreicht. Trotz der geltenden Blockade ließ Israel die Boote passieren.

Ungeachtet israelischer Warnungen sind am Samstagnachmittag zwei Schiffe mit 46 internationalen Friedensaktivisten an Bord ohne Zwischenfälle im Gazastreifen angekommen.

Großer Empfang für "Free Gaza und "Liberty" im Hafen von Gaza.

(Foto: Foto: dpa)

Die beiden mit Medikamenten und anderen Hilfsgütern beladenen Fischerboote unter griechischer Flagge - "Free Gaza" und "Liberty" - waren am Vortag von der Insel Zypern aufgebrochen. Sie wurden bereits vor der Küste des Palästinensergebiets von einem Dutzend palästinensischer Schiffe empfangen. Am Hafen von Gaza warteten Tausende von Palästinensern auf die Ankunft der Friedensaktivisten.

Mit der Aktion wollte die US-Menschenrechtsorganisation Free Gaza symbolisch die Blockade des von Israel weitgehend abgeriegelten Gazastreifens durchbrechen. Unter den Teilnehmern waren ein israelischer Professor, eine 81-jährige katholische Nonne aus den USA sowie die Schwägerin des Nahost-Sondergesandten Tony Blair, die britische Journalistin Lauren Booth.

In den vergangenen Tagen hatten israelische Regierungssprecher die Fahrt in das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Palästinensergebiet als Provokation bezeichnet und mit nicht näher erläuterten Vergeltungsmaßnahmen gedroht.

Nach Angaben des israelischen Armeeradios entschied die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert am Samstag aber kurzfristig, die Schiffe doch - als einmalige Maßnahme - in den Gazastreifen durchzulassen.

Israel hatte seine Truppen im Sommer 2005 aus dem Gazastreifen abgezogen und alle Siedlungen dort geräumt. Der jüdische Staat kontrolliert allerdings weiterhin die Grenzen. Das schließt eine strikte Seeblockade ein. Die israelische Marine patrouilliert regelmäßig vor dem Küstenstreifen.