Die Vollversammlung der Vereinten Nationen fordert ein Ende der Kämpfe in Gaza. Israel setzt seine Angriffe fort - will jedoch am Abend über eine Waffenruhe entscheiden.

Nach dem UN-Sicherheitsrat hat auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe im Gaza-Konflikt gefordert.

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Palästinensische Zivilisten und Mediziner versuchen sich während eines Angriffs auf eine UN-Schule in Beit Lahia in Sicherheit zu bringen. (© Foto:)

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Bei drei Gegenstimmen und neun Enthaltungen stimmte am Freitag (Ortszeit) eine große Mehrheit von 142 Staaten für die Einhaltung der Resolution des UN-Sicherheitsrats von vergangener Woche, in der auch der vollständige Rückzug israelischer Truppen aus dem Gaza-Streifen verlangt wurde. Das teilte der Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d'Escoto Brockmann, im Anschluss an stundenlange Beratungen in New York mit.

USA: "Keine Bühne für Schmähkritik"

Israel und die USA stimmten gegen die Resolution. Der stellvertretende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Alejandro Wolff sagte im Verlauf der Sondersitzung, die UN müssten darauf achten, die diplomatischen Bemühungen um einen Frieden im Gaza-Streifen nicht zu erschweren.

Die Vollversammlung dürfe nicht "zu einer Bühne für Schmähkritik werden, während alle Anstrengungen unternommen würden, den Konflikt zu beenden", sagte Wolff. Unter anderem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemüht sich auf Reisen ins Westjordanland und nach Ägypten nach um eine Umsetzung der Resolution.

Israel hatte vergeblich versucht, die Sondersitzung mit der Begründung zu verhindern, dass sich die Vollversammlung nicht in ein Thema einbringen könne, das bereits vom UN-Sicherheitsrat verhandelt werde.

Wenige Stunden vor einer möglichen Entscheidung über eine einseitige Waffenruhe setzte Israel seine Angriffe im Gaza-Streifen fort. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Samstag rund 50 Ziele an, bestätigte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Darunter seien 14 Tunnel, acht Raketenabschussrampen und drei Bunkeranlagen gewesen.

Beim Beschuss einer Schule der Vereinten Nationen im Norden des Gaza-Streifens durch israelische Panzer wurden mindestens drei Zivilisten getötet. Unter den Toten seien eine Frau und zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren, berichteten Nothelfer und Augenzeugen. Ein Armeesprecher erklärte, der Bericht werde geprüft. Insgesamt haben 45.000 Bewohner des Gaza-Streifens in UN-Schulgebäuden Schutz vor israelischen Angriffen gesucht.

Die gegen militante Palästinenser gerichtete Offensive im Gaza-Streifen ging am Samstag in die vierte Woche. Die Truppen hätten trotz der möglicherweise bevorstehenden Einstellung der Kampfhandlungen keine Befehle erhalten, bei ihren Aktivitäten nachzulassen, berichtete das Internet-Portal ynetnews am Samstagmorgen. Der Druck auf die Milizen der radikal-islamischen Hamas werde aufrechterhalten.

Bei den israelischen Angriffen im Gaza-Streifen kamen nach palästinensischen Angaben bislang fast 1200 Menschen ums Leben. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen, darunter drei Zivilisten, bei Raketenangriffen oder Kämpfen im Gaza-Streifen.

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(sueddeutsche.de/AFP/Reuters/jkr/ihe)