Gaza-Konflikt Israels Kabinett genehmigt Einberufung von 75.000 Reservisten

Israelische Armee sperrt Straßen um den Gazastreifen +++ Raketen schlagen südlich der Stadt Jerusalem ein +++ Hamas und Israel feuern weiter aufeinander +++ Ägyptischer Präsident Mursi sichert Palästinensern Unterstützung zu +++ Ban Ki Moon kündigt Besuch in Nahost an

Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen

Palästinenser untersuchen das bei einem israelischen Luftangriff zerstörte Haus eines Hamas-Mitglieds in Rafah.

(Foto: AP)

Die Sorge vor einem neuen Nahostkonflikt wächst: Israels Verteidigungsminister Ehud Barak bereitet offenbar eine Bodenoffensive im Gazastreifen vor und plant die Mobilisierung von bis zu 75.000 Reservisten. Die Armee sei dabei, "die Kampagne auszuweiten". Am Donnerstagabend hatte die Hamas zwei Raketen in Richtung Tel Aviv geschossen.

[] Eine Waffenruhe während des Besuchs des ägyptischen Ministerpräsidenten Kandil wurde nach anderthalb Stunden gebrochen. Am Mittag endete die Feuerpause, von Gaza flogen erneut Raketen Richtung Israel. In Tel Aviv wurde wurde erneut Luftalarm ausgelöst.

[] Die Zahl der Todesopfer seit Mittwoch liegt bei 30. Israelischen Angaben zufolge sind seit Mittwoch bei israelischen Luftangriffen 27 Palästinenser, darunter acht Kinder und eine schwangere Frau, ums Leben gekommen. Mindestens 235 Menschen wurden verletzt. Etwa 450 Raketen sollen in den vergangenen Tagen von Gaza auf israelisches Gebiet abgefeuert worden sein, dabei starben drei Menschen im Süden Israels.

[] Eine Bodenoffensive will Israels Regierung nicht ausschließen. Das Verteidigungsministerium hatte zunächst die Aktivierung von 30.000 Reservisten gebilligt, über weitere 45.000 wird verhandelt. Zudem verstärkt das Land die Raketenabwehr.

[] Ägyptens Ministerpräsident Kandil hat die israelischen Angriffe verurteilt und die getöteten Palästinenser als "Märtyrer" bezeichnet. Präsident Mursi warf Israel einen "unverhüllten Angriff auf die Menschlichkeit vor". Angela Merkel stellte sich in einer Erklärung ihres Sprechers hinter Israel. "Israel hat das Recht und die Pflicht, seine Bevölkerung in angemessener Weise zu schützen", verantwortlich für den erneuten Ausbruch der Gewalt seien die Palästinenser.

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22:48 Uhr Kabinett genehmigt Einberufung von 75.000 Reservisten

Das israelische Kabinett ist der Anfrage von Verteidigungsminister Ehud Barak gefolgt. Es billigte am Freitagabend nach Informationen der Tageszeitung Ha'aretz die Einberufung von bis zu 75.000 Reservisten. Demnach könnte der Einberufungsbefehl bereits in wenigen Stunden ausgeführt werden.

Der Kabinettsbeschluss bedeute aber nicht, dass tatsächlich 75.000 Reservisten zu den Waffen gerufen würden, heißt es bei der Nachrichtenagentur dpa, die sich auf politische Kreise in Israel beruft. Damit habe die Führung der Streitkräfte aber grünes Licht, sie notfalls zu aktivieren.

22:28 Uhr Hamas-Anhänger töten angeblichen Kollaborateur

Auf offener Straße in Gaza haben maskierte Bewaffnete einen Mann hingerichtet. Nach einem Bericht der New York Times haben die Täter dem Mann ein Poster umgehängt, auf dem er beschuldigt wird, mit Israel bei der Tötung 15 palästinensischer Anführer kooperiert zu haben. Auf dem Poster bekannte sich die al-Qassam-Brigade der Hamas zu der Tat.

Ein Augenzeuge berichtet, dass die Bewaffneten dem gefesselten Opfer in aller Öffentlichkeit mehrmals in den Hinterkopf schossen, ehe sie die Fesseln lösten und weiter auf den noch lebenden Mann feuerten. Anschließend ließen sie die Leiche auf dem belebten Platz liegen.

21:57 Uhr Westerwelle appelliert an Ägypten

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat erneut an die ägyptische Führung appelliert, sich für ein Ende der Gewalt in Gaza und Südisrael einzusetzen. In einem Telefonat mit Ägyptens Außenminister Mohammed Amr habe Westerwelle "sehr große Sorge" angesichts der weiter eskalierten Lage in der Region geäußert, teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Freitagabend mit.

In dieser Situation müsse alles getan werden, um eine Waffenruhe zu erreichen. "Ein erster Schritt wäre ein Ende des Raketenbeschusses aus Gaza." Die Führung in Kairo müsse ihren ganzen Einfluss in Gaza und auf die Hamas nutzen, um ein Ende der Gewalt zu erreichen, hieß es.

21:23 Uhr Sicherheitskabinett berät über Verstärkung des Militärangriffs

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll am Abend im Verteidigungsministerium in Tel Aviv sein Sicherheitskabinett versammelt haben Dies sagte ein ranghoher Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Sitzung gehe es um eine mögliche Verstärkung des Militärangriffs.

Offenbar in Vorbereitung einer Bodenoffensive hat Israel alle großen Verkehrsadern um den Gazastreifen abgesperrt. Die Straßen befänden sich jetzt in einem "geschlossenen Militärgebiet" und seien für den Zivilverkehr gesperrt, sagte ein Armeesprecher. AFP-Reporter berichteten, dass die Armee entlang dem Gazastreifen bedeutende Truppenkontingente und schweres Militärmaterial zusammenziehe.

21:04 Uhr Zahl der palästinensischen Todesopfer steigt weiter

Bei einem neuerlichen Luftangriff der israelischen Armee seien vier palästinensische Zivilisten getötet worden. Dies teilten die Gesundheitsdienste der im Gazastreifen regierenden Hamas mit. Ziel war demnach das Lager Maghasi im Zentrum des Gazastreifens.

Bei einem offenbar gezielten Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Auto in Gaza-Stadt wurden den Angaben zufolge ein Palästinenser getötet und zwei weitere schwer verletzt.

20:17 Uhr Israelisches Militär verschickt Droh-SMS

Das israelische Militär schließt drei Straßen an der Grenze zum Gazastreifen für den zivilen Verkehr. Das Online-Magazin +972 berichtet, die Armee versende SMS an Palästinenser, in denen sie vor dem Beginn der "nächsten Phase" gewarnt werden. Bei der Militäroffensive 2008 habe Israel jedoch viele solcher Kurznachrichten verschickt, um Angst zu schüren - selten wurden die angekündigten Angriffe tatsächlich umgesetzt.

19:50 Uhr Drei Brüder sterben nach Angriff im Osten des Gazastreifens

Bei einem israelischen Angriff im Osten des Gazastreifens sind palästinensischen Angaben zufolge drei Männer getötet worden. Das teilten die Behörden in Gaza-Stadt mit. Während die Behörden von zivilen Opfern sprechen, berichtet der Sender Hamas TV, es handle sich bei den Toten um Ahmad Abu-Bilal, einen Militärkommandeur der Al-Kassam-Brigaden, und zwei seiner Brüder. Die Zahl der seit dem Beginn der israelischen Offensive getöteten Palästinenser erhöhte sich damit auf 27.

19:38 Uhr Barak will 75.000 Reservisten mobilisieren

Ehud Barak will weit mehr Reservisten einberufen, als bisher geplant. Bis zu 75.000 sollen mobilisiert werden, kündigte ein Sprecher des israelischen Verteidigungsministers an. Dazu werde telefonisch die Meinung der übrigen Kabinettsmitglieder eingeholt. Bislang war von 16 000 Reservisten die Rede, die für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen eingezogen werden sollen.

19:16 Uhr Krankenhausbetten in Gaza füllen sich

BBC-Korrespondentin Sara Sidner berichtet aus dem größten Krankenhaus in Gaza-Stadt. Die Betten seien bereits weitgehend besetzt, die Krankenwägen seien im Dauereinsatz. Der Guardian beschrieb zuvor auf seiner Internetseite die Maßnahmen, mit denen sich das Krankenhaus auf die Masse an Verletzten vorbereitet, die angesichts der anhaltenden Luftangriffe erwartet werden. Seit Mittwoch wurden 24 Palästinenser getötet. Mehr als 230 wurden verletzt.

18:58 Uhr Ban Ki Moon plant Nahost-Besuch

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigt an, "in Kürze" in den Nahen Osten reisen zu wollen. Das sei Teil seiner Bemühungen um Zurückhaltung und um ein Ende der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern, hieß es in einer Mitteilung. Details zu Bans Plänen wurden nicht bekanntgegeben. Israelische Medien hatten zuvor spekuliert, dass Bans Besuch in der kommenden Woche stattfinden könnte. "Eine neue Periode des Blutvergießens wird weder Israel noch die Palästinenser sicherer machen", mahnte Ban. "Die Raketenangriffe sind nicht zu akzeptieren und müssen aufhören. Israel muss höchstmögliche Zurückhaltung üben."

18:33 Uhr "Verteidigt mich nicht - nicht so"

"Verteidigt mich nicht - nicht so" heißt der Beitrag einer besorgten Mutter, den die israelische Tageszeitung Ha'aretz in ihrer Onlineausgabe veröffentlicht hat. Die Bitte, mit der sich die Frau an die israelische Regierung wendet, findet im Internet zahlreiche Leser, Tausende Menschen haben den Artikel in sozialen Netzwerken empfohlen.

18:22 Uhr Zwei weitere Tote im Gazastreifen

Im Gazastreifen sind zwei weitere Palästinenser getötet worden. Eine Frau sei bei Beit Lahia durch einen Raketeneinschlag verletzt worden und später gestorben, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Ein Mitglied der Hamas sei bei einem Angriff im Norden der Enklave getötet worden. Damit stieg die Zahl der seit dem Beginn der israelischen Offensive "Säule der Verteidigung" getöteten Palästinenser auf 24, darunter neun Zivilisten. In Israel gab es drei Tote durch eine Rakete aus dem Gazastreifen, 20 wurden verletzt.

18:05 Uhr Palästinenser kritisieren Präsident Abbas für "lahme Rede"

Auf Twitter sind die Reaktionen auf Abbas' Fernsehansprache größtenteils negativ. Viele Palästinenser, darunter zum Beispiel @HananAbuNaser, zeigen sich empört, dass ihr Präsident öffentlich über die Entstehung eines unabhängigen Staats nachdenkt, während sich Gaza unter den heftigen Angriffen Israels zusammenkrümmt. Die meisten sind sich einig, dass die Fernsehansprache angesichts der aktuellen Entwicklungen zu lasch war.

17:47 Uhr Abbas bezeichnet Angriffe auf Gaza als "Massaker"

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ruft seine Gefolgsleute in einer Fernsehansprache zum Zusammenhalt auf. Die Angriffe auf den Gazastreifen wertet er als "Massaker" - und als Versuch, die Entstehung eines unabhängigen palästinensischen Staates zu verhindern. An Israel gerichtet sagt Abbas, das Land müsse verstehen, dass Sicherheit nicht ohne Frieden erreicht werden könne.

17:29 Uhr Merkel und Putin besorgt über Gefechte in Nahost

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Kritik an der Gewalt seitens der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gegen Israel bekräftigt. Für die Angriffe aus dem Gazastreifen gebe es "keine Rechtfertigung", zumal sie die Zivilbevölkerung träfen, sagte Merkel bei ihrem Besuch in Moskau. Die Gewalt erfülle sie "mit großer Sorge", verantwortlich sei die Hamas.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin, mit dem Merkel zuvor zu Gesprächen zusammengekommen war, sagte, die "derzeitige Lage in Palästina" beunruhige ihn sehr. Neben dem "Konflikt zwischen Israel und dem Gazastreifen" gebe auch die "Verschlechterung der Beziehungen zwischen Israel und Ägypten" Anlass zur Sorge.

16:59 Uhr Partystadt Tel Aviv verfällt in ängstliche Stille

"Tel Aviv noch nie so ruhig gesehen", twittert BBC-Korrespondentin Katya Adler. Die Stadt am Mittelmeer gilt als die weltoffene Partymetropole Israels. Seit 1991 haben die Sirenen des Luftalarms hier nicht mehr geheult. Wie die Menschen auf die Angriffe aus dem Gazastreifen reagieren, wie sie mit der Angst umgehen und was sich in ihrem Alltag verändert, berichten sieben Einwohner Tel Avivs auf Süddeutsche.de.

16:29 Uhr Al-Kassam-Brigaden übernehmen Verantwortung

Die Al-Kassam-Brigaden haben via Twitter bestätigt, "zwei selbstgemachte M75-Raketen in Richtung des besetzten Jerusalems" abgefeuert zu haben. Die BBC berichtet, dass laut des im Gazastreifen beheimateten Sender al-Aqsa TV die Knesset das symbolische Ziel war. Es ist das erste Mal, dass militante Palästinensergruppen Jerusalem ins Visier nehmen. Die Stadt gilt im Islam ebenso heilig wie in Juden- und Christentum. 250.000 Palästinenser leben dort. Die Aktion dürfte deshalb auch bei den Palästinensern durchaus kontrovers aufgenommen werden.

16:14 Uhr Raketen schlugen in Gusch Etzion ein

Nun bestätigt es israelischen Medien zufolge auch die Jerusalemer Polizei: Die Raketen haben eine unbesiedelte Gegend in der Nähe der Siedlung Gusch Etzion getroffen. Sie liegt im Süden Jerusalems, in der Nähe Bethlehems (hier eine Karte). Durch das Geschoss sei aber niemand verletzt worden, teilte der Rettungsdienst mit.

16:07 Uhr Ohrenzeugen berichten von einer Explosion

Es gibt Ohrenzeugenberichte aus Jerusalem, die von mindestens einer Explosion berichten. Elizabeth Tsurkov berichtet via Twitter, dass zwei Raketen in der Nähe der Siedlung Gusch Etzion eingeschlagen sein sollen. Diese liegt im Westjordanland, dort sollen vor allem Palästinenser leben. Sie bezieht sich dabei auf lokale Fernsehnachrichten und zwei ihrer eigenen Quellen. Ihre Aussagen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

15:49 Uhr Luftalarm in Jerusalem

In Jerusalem ist offenbar Raketenalarm ausgelöst worden. Dies berichten Medien und Augenzeugen. Die Ursache ist derzeit noch unklar. Israelische Medien spekulieren laut Twitter-Berichten, dass es sich um eine Fehlfunktion handeln könnte. Allerdings gibt es auch Berichte, dass eine Explosion in der Nähe der Stadt zu hören war. Bislang gibt es noch keine verifizierbaren Quellen, um den Sachverhalt nachzuprüfen.

15:35 Uhr "Amerika kann nicht weglaufen"

Auch die US-Medien sind inzwischen wach - der Umgang Obamas mit dem Konflikt dürfte die Berichterstattung heute und am Wochenende prägen. Den Anfang macht das Magazin Foreign Policy: "Es mag im Moment unmöglich sein, dort dauerhaften Frieden zu erreichen", heißt es dort. "Der Gaza-Konflikt zeigt aber einmal mehr, dass die USA sich aus diesem Teil der Welt nicht verabschieden können." Spiegel Online berichtet gerade von einem Scharmützel am Rande: Mitglieder des Hacker-Kollektivs Anonymous rufen unter dem Hashtag #opisrael zu Angriffen auf israelische Webseiten auf.

15:09 Uhr Erdogan: Netanjahu macht Wahlkampf

Der Türkei wird neben Ägypten am ehesten zugetraut, im Konflikt zu vermitteln. Wie sein ägyptischer Amtskollege heute morgen kritisiert nun aber auch der türkische Ministerpräsident Erdogan Israel mit deutlichen Worten. Er hält Israels Premierminister Netanjahu Wahlkampf-Kalkül vor. "Vor den Wahlen [Israel wählt im Januar eine neue Knesset, d. Red.] tötet Israel diese unschuldigen Menschen in Gaza, und das aus erfundenen Gründen", zitiert ihn Reuters. "Die dominierenden Weltmächte lassen die Menschen und Kämpfer in Gaza nun bezahlen. Die Türkei steht zu unseren Brüdern in Gaza und ihrer gerechten Sache." Erdogan will noch am Freitag mit US-Präsident Obama und Russlands Präsident Putin telefonieren.

14:46 Uhr Ägypter protestieren gegen Angriffe auf Gaza

Die Nachrichtenagentur AP berichtet von Anti-Israel-Protesten in Ägypten. In Kairo und Alexandria seien derzeit Tausende Demonstranten unterwegs. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo sollen sich einige hundert Menschen eingefunden haben, um gegen die israelische Militäraktion zu protestieren. Dabei seien auch israelische Flaggen verbrannt worden, heißt es. Details über die Demonstrationen sind derzeit allerdings nicht bekannt, da noch kein Videomaterial vorliegt.

14:40 Uhr Vize-Außenminister: Weitere Raketen könnten zu Boden-Offensive führen

(Foto: AP)

Israels stellvertretender Außenminister Danny Ayalon von der Partei Yisrael Beiteinu (Unser Haus Israel) erhöht im CNN-Interview den Druck: "Wir sind etwas zögerliche Krieger. Wir wollen nicht nach Gaza, wenn wir nicht müssen. Aber wenn sie weiter auf uns schießen, ist eine Bodenoperation immer noch auf dem Tisch." Auf Nachfrage wird er spezifischer: "Wenn in den nächsten 24 bis 36 Stunden mehr Raketen auf uns gefeuert werden, wird dies der Auslöser [für den Einsatz von Bodentruppen, d. Red.] sein."

14:27 Uhr Zwei weitere Tote in Gaza

Die Zahl der Opfer israelischer Luftangriffe seit Mittwoch steigt auf 22: Zwei Hamas-Mitglieder seien im Süden des Gebiets am Mittelmeer in Chan Junis und im Norden ums Leben gekommen, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Aschram al-Kedra, mit.

14:10 Uhr "Angriff auf die Menschlichkeit"

Der ägyptische Präsident meldet sich. Mohammed Mursi verurteilt die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen als "unverhüllten Angriff auf die Menschlichkeit". Ägypten werde die Palästinenser in dieser Lage nicht im Stich lassen, sagt der Präsident der staatlichen Nachrichtenagentur Mena.

Vor der Al-Azhar-Moschee in Kairo demonstrieren derweil Tausende gegen die israelische Luftoffensive. "Mit unserer Seele, unserem Blut opfern wir uns für Dich, Palästina" und "Wir gehen nach Gaza, Millionen von Märtyrern", skandiert die Menge nach dem Freitagsgebet.

13:49 Uhr Großbritannien warnt Israel vor Folgen einer Bodenoffensive

Großbritanninen mit Beschwichtigungsversuchen: Die israelische Regierung müsse sich bewusst machen, dass Militäraktionen in der Vergangenheit zu einem großen Verlust an Unterstützung und Sympathie in aller Welt geführt hätten, erklärt Außenminister William Hague in London. Ob Großbritannien eine Bodenoffensive der Israelis im Gazastreifen offiziell verurteilen würde, will Hague nicht sagen. "Wir müssen die Aktionen beider Seiten beurteilen, nicht nur von einer." Hague und Premierminister David Cameron sehen die Hauptverantwortung für die Eskalation der Gewalt bei der Hamas. (dpa)

13:25 Uhr UN rufen Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf

Die Vereinten Nationen verurteilen sowohl die israelischen Luftangriffe sowie den Raketenbeschuss durch die Hamas. Ein Sprecher der UN-Menschenrechtsbeauftragten Navi Pillay rief in Genf beide Seiten zur Mäßigung auf und verwies auf das Leid der Zivilbevölkerung. (Reuters)

13:04 Uhr Raketenalarm in Tel Aviv

Der Raketenalarm in Tel Aviv sorgt für Aufregung: AP und Augenzeugen berichteten, dass dort eine Explosion zu hören war. Einem Polizeisprecher zufolge verfehlte eine Rakete aus dem Gazastreifen die Stadt jedoch und explodierte im Meer.