Gabriele Pauli "Ich freue mich darüber, wie stark ich bin"
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Schon ihre lasziven Magazin-Fotos sind ein Aufreger. Doch auch die Begleitgeschichte hat es in sich. Die Fürther-CSU-Landrätin Gabriele Pauli rechnet mit ihren Kritikern ab und erhebt selbstbewusst Ansprüche auf einen Platz im bayerischen Kabinett.
Was für ein Auftritt: Mit knapp 50 posiert die derzeit mit Abstand bekannteste CSU-Politikerin in einem Lifestyle-Magazin mit roter Perücke in lasziven Posen, teilweise im Vamp-Look: Für besonderes Aufsehen sorgen die Bilder, die Pauli in Latex-Handschuhen und mit aufgemalter schwarzer Augenmaske zeigen. Jedenfalls kein Look, den man von Politikerinnen gewohnt ist.
Und hierin finden sich die pikanten Pauli-Fotos: Die April-Ausgabe des "Personality Magazins" Park Avenue
(Foto: Foto: oh)Doch Gabriele Pauli ist eine spontane und selbstbestimmte Frau, die Freude daran hat, Kontrapunkte zu setzen. Das war bei ihrer Forderung nach dem Stoiber-Abtritt so, das ist jetzt mit den Model-Fotos so.
"Mit diesen Bildern zeige ich, dass Politiker nicht mausgrau sein müssen. Auch als Politiker darf man Gefühle zeigen. Ich habe die Fotos aber nicht deswegen machen lassen, sondern weil es mir Spaß gemacht hat", sagt sie zu sueddeutsche.de.
Gabriele Pauli ist sich vollkommen im Klaren, was sie bewirkt und wie Wahrnehmungsmuster funktionieren. "Es ist nicht verkehrt, wenn der Träger einer Botschaft Aufmerksamkeit auf sich zieht", lässt sie die Leser der Park Avenue wissen. Dazu ist ihr fast jedes Mittel recht.
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Konkrete politische Botschaften hat Pauli selten vermittelt, das, was sie transportieren will, ist jedoch höher angesiedelt: Ich lasse mich nicht unterkriegen, ich gehe meinen Weg, meine konsequente Art bringt mir viele Punkte.
Als nonkonformistische Frau hat sie es gerade in der konservativen CSU schwer. Dass sie einen wesentlichen Anteil am Sturz Stoibers hatte, hat es für sie nicht leichter gemacht, vor allem im männerdominierten Establishment der Partei nicht. Doch Pauli verweist nur auf ihr dickes Fell, das ist über Jahre hinweg gewachsen sei. "Ich ziehe meine Bestätigung nicht aus Zuspruch oder Ablehnung von Männern, denen ich in die Quere gekommen bin."
Auch die "Pauli raus"-Rufe auf dem Politischen Aschermittwoch in Passau hätten ihr nichts anhaben können, sagt sie der Zeitschrift: "Ich freue mich, wie stark ich bin. Die da gerufen haben, taten das ja, weil sie dachten, dass ich in Tränen ausbreche oder so. Aber die können tausendmal schimpfen, das ist wirkungslos."
Für CSU-Generalsekretär Markus Söder, einen ihrer schärfsten Kritiker, ist das eine "typische Selbsttäuschung: Wenn man sagt, die Basis solle die Meinung sagen, dann muss man die Basis auch ertragen können", sagte er unlängst im sueddeutsche.de-Interview.
Pauli ficht auch das nicht an, sie will mehr. Ihr Landratsamt in Fürth ist ihr zu klein geworden, Gabriele Pauli will noch Karriere machen. In der Politik oder in der Wirtschaft.
Zwar sagt der designierte bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, dass in seinem Kabinett kein Platz für die Rebellin sei. Für Pauli kein Hinderungsgrund, ihre Ambitionen aufrecht zu erhalten: "Bis zur Wahl ist noch viel Zeit. Politik ist nicht berechenbar. Ich halte an meiner Aussage fest, dass ich für ein höheres Amt zur Verfügung stehe", schlägt sie in der Park Avenue einen Pflock ein. Und: "Es wäre für die Partei gut, mich einzubinden." Klingt fast wie eine Drohung.