Von ihrer Partei gemieden: Wie sich das Leben der CSU-Rebellin Gabriele Pauli im politischen Irgendwo zwischen Königen und Kreistag einpendelt.
Wieder einmal balgen sich die Fotografen um sie, rufen ihr zu, sie möge doch bitte in ihre Richtung lächeln, und Gabriele Pauli tut im tosenden Blitzlichtgewitter, wie ihr geheißen. Sie kennt das ja und sie genießt es auch. Als sie vor einigen Wochen an der Münchner CSU-Parteizentrale vorfuhr, ging es ähnlich zu.
Gabriele Pauli - als Engel verkleidet - unterhält sich während der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes mit Moderator Marcel Gasde mit Stoiber-Maske. (© Foto: Reuters)
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Allerdings hatte ihr Edmund Stoiber keinen roten Teppich ausgerollt wie den, über den sie jetzt im Abendkleid ins noble Kongresshaus von Baden-Baden stöckelt. Der spanische König Juan Carlos erhält den deutschen Medienpreis. Placido Domingo ist da, Peter Maffay, DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche und viele andere Fernsehgesichter.
Mittendrin Gabriele Pauli, die Landrätin von Bayerns kleinstem Kreis, der Fürth heißt, obwohl die Stadt nicht einmal dazu gehört. Zirndorf ist die Kreisstadt, und dort leitet Gabriele Pauli nicht einmal 24 Stunden nach ihrem Glamour-Auftritt eine Sitzung des Kreisausschusses.
Es geht um eine ,,Vereinbarung zur Nutzung der Vierfachturnhalle des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Oberasbach durch die dortigen Vereine''. Unterschiedlicher können Lebenswelten kaum sein als jene, in denen Gabriele Pauli lebt, seit sie die CSU erbeben ließ. Allein: Was viele als Befreiung empfanden, danken sie ihr nicht.
Im CSU-Vorstand ignorierten die einen Pauli nicht einmal, während andere sie bei erstbester Gelegenheit anblafften. Sogar im heimischen Nürnberg-Fürther CSU-Bezirksvorstand, dessen Vorsitzender Günther Beckstein als künftiger Ministerpräsident der größte Gewinner des Pauli-Feldzuges ist, musste sie sich überraschend viel harsche Kritik anhören.
Ihre Chancen, im September wunschgemäß zu einem der Stellvertreter des künftigen CSU-Chefs gewählt zu werden, beziffern selbst ihr wohlwollende Parteifreunde auf Null. Beim Nürnberger CSU-Ball tanzte kein einziger Partei-Grande mit Pauli, aus Angst, mit ihr fotografiert zu werden. Sie sagt: ,,Ich merke gerade, wer meine Freunde sind.''
Gabriele Pauli ist im politischen Irgendwo gelandet, zwischen Glamour und ARD-Christiansen auf der einen, Feuerwehrabzeichenverleihung und Landfrauentag in der Zirndorfer Paul-Metz-Halle auf der anderen Seite. Sie steht überall im Fokus. Vorige Woche in der Fürther Stadthalle zum Beispiel: Kaum hat die Landrätin als Zuhörerin einer Podiumsdiskussion der Industrie- und Handelskammer (IHK) über ,,Markt und Moral'' in der zweiten Reihe Platz genommen, steht sie auch schon im Mittelpunkt.
IHK-Präsident Klaus Wübbenhorst preist die neue Metropolregion Nürnberg, wo Städte und Landkreise lange gepflegte regionale Rivalitäten über Bord geworfen hätten. ,,Wer hätte vor zwei Jahren gedacht'', sagt Wübbenhorst, ,,dass der Landkreis Fürth so lange kämpft, bis ein Nürnberger Ministerpräsident wird?''
Becksteins Schweigen
Der Saal lacht und Gabriele Pauli lacht mit. Dabei ist sie schwer irritiert, vor allem über Beckstein, weil der ,,überhaupt keine Geste in meine Richtung macht und mir zeigt, dass er meinen Weg akzeptiert''. Dabei hätte er ohne sie nicht ,,die Position, die er sich immer erträumt hat und die für ihn unerreichbar geworden war''.
Vielleicht, schiebt sie nach, müsse dafür noch Zeit vergehen. Es ist allerdings die Frage, ob diese Zeit für oder gegen Gabriele Pauli läuft. Schon lange vor Stoibers Sturz hat die heute 49-jährige promovierte Politikwissenschaftlerin nie Zweifel daran gelassen, dass sie mehr werden möchte als Landrätin in Zirndorf. Doch beim anstehenden Stühlerücken in Partei und Staatsregierung wird sie leer ausgehen.
Anerkennung erfährt sie allenfalls aus hinteren Reihen der CSU, heimlich und versteckt, oder aber von außerhalb. Wie beim deutschen Landkreistag, als ihr außerbayerische Kollegen gratulierten. Schließlich habe noch nie ein Landrat eine so wichtige bundespolitische Rolle gespielt.
Pauli sagt: ,,Ich bin immer sachlich geblieben und war nie persönlich verletzend.'' Trotzdem fühlen sich viele in der Partei verletzt, weil sie ihren Glauben an die Unbesiegbarkeit und Geschlossenheit der CSU aufgeben mussten. Am übelsten nimmt man ihr die Beharrlichkeit, mit der sie am bereits bröselnden Denkmal Stoiber weitermeißelte, und ihre ständige Präsenz.
Sie plauderte sich durch TV-Talkshows und ließ sich sogar von Alice Schwarzer loben. Inzwischen erfüllt Pauli nicht mehr jede Interviewbitte, neuerliche Einladungen zu Christiansen und Jauch hat sie abgelehnt, ,,weil alles gesagt ist''. Sollen doch Seehofer, Huber und Beckstein mal ihre Konzepte vorlegen, ,,wie sie CSU und Bayern modernisieren wollen'', sagt sie.
Dann werde auch sie sich wieder äußern. Aber vielleicht will es dann keiner mehr hören.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 12.2.2007)
Youtube-Hit aus USA
Frau Pauli leistet lediglich Ihre Photoshooting mit Lippenstift, Make up und gefärbtem Haar ab, ohne jemals durch ein professionelles Casting den Eignungstest abgelegt zu haben.
Ihre bisherige Biographie, wie auch politische Lebensleistung bestand lediglich darin, schon in jungen Jahren sich unauffällig gefällig innerhalb der CSU nickend hoch zu dienen und die leise Toleranz der Patriarchen zu einer Quotenfrau nutzen zu können.
Werktätigkeit oder eine sonstige Ausbildung zu einer berufliche Laufbahn in der freien Wirtschaft war zu keinem Zeitpunkt ein Plan, vielmehr lockten kluger weise die Einkommen in politischen Ämtern, welches Ihr bis zur Landrätin als bisherigen Höhepunkt auch gelang. Selbst da entschied Lippenstift vor Sachverstand, so wie ich denke.
Somit ist Frau Pauli ein Synonym für den Verlust politischer Kultur und Zeugnis der bildungspolitischen PISA-Studien in unserem Lande. Die Intellektualität und der Sachverstand, die Güte und Weisheit, wie auch bodenständige Kultur unterliegen immer mehr medienwirksamen Charakteren.
Frau Pauli nutzte lediglich die Gunst der Stunde, um populistisch einem Leistungsträger, aber medial Angeschlagenem in die Seite zu treten, welches Ihr eigenes Mauerblümchendasein im kleinsten Landkreise Fürth für "höhere Aufgaben" zu rufen.
Mangels eigener Ideen, übernahm Sie kurzerhand untermalt mit Kosmetik und gefärbt rotem Haar die Forderungen der bayerischen SPD-Slogans: "Stoiber verbraucht , alt, muss weg -Strategie".
Ganz nebenbei hat Sie sich Ihre Interviews und Pressetermine stattlich vergüten lassen, welche sicherlich ihre Privatschatulle nicht schmälerten, bei ungekürzten Bezügen der dadurch entstandenen Fehlzeiten (Arbeitszeit) als Landrätin.
Vielmehr verkündet Sie auf Ihrer Homepage auch noch eine 2.800,-- Euro Spende für ein 1-2-3 Kinderprojekt, welches nicht Ihr Geld war, sondern lediglich Eintrittsgelder einer Talkrunde. - Respekt -
Bin gespannt wann, welche Inszenierungen seitens der Fr. Pauli und ihren Beratern demnächst erfolgen werden, welches die Fotografen und sogenannte Presseleute hofierend begleiten, um auch Ihre plakativen Inhalte zu füllen.
Grüßen an die Mutter Theresa, welche im Stillen Echtes leistete!
... selber Parteichefin oder Ministerpräsidentin zu werden. Schliesslich hat sie die CSU vor einer blamablen Wahlniederlage gerettet, die wohl eingetreten wäre, würde Stoiber nochmal antreten.
Und die übrigen CSU-Granden haben ja offensichtlich nicht den Mumm dazu.....
Aber der dramatische Ansehensverlust Stoibers nach seiner schmählichen Berlin-Exkursion ist ja schon wieder vergessen....
Sehr geehrte Frau Frieda,
meines Erachtens habe ich in meinem Artikel genügend dargelegt, wie ich zu meiner Spekulation über Frau Paulis Zukunft in der CSU komme. Sicher können Sie gegen entsprechende Bezahlung beim entsprechenden TV-Sender einen Sendemitschnitt erhalten und sich selbst über getätigte Aussagen überzeugen oder sich per e-mail an das "Münchener Abendblatt" wenden.
Manchmal ist es einfacher zu akzeptieren, daß unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Meinung sind, Frau Tante Frieda. Man mag die andere Meinung nicht immer verstehen können, muß man auch nicht, aber akzeptieren sollte man sie dann doch in einem Land mit demokratischem System. Frau Pauli hat Befürworter, die hier ihre Meinung kundgetan haben, und sie hat Widersacher. So einfach ist das! Ich bin einer ihrer Befürworter.
Zwar kann ich Ihnen hier keine Zeichnung machen, aber gerne versichere Ihnen, daß ich weder Frau Pauli persönlich bin, noch ihre Großmutter, noch ihr/e Assistent/in.
Mit den besten Grüßen
J.P.W.
Pauli muss aus Bayern raus, wenn sie politisch vorwärtskommen will.
Dort wird sie keines ihrer hübschen Beine mehr auf den Boden bekommen.
Ich bin selbst von da und weiß, wie man solche "Fälle erledigt".
Da ist nichts mehr zu machen. Aber leider ist die CSU eine bayrische Partei. Sie muss also die Partei wechseln. Und die CDU wird sich bedanken. Die FDP ist uninteressant. Da kann eine Frau nichts bewegen.
Was nun, Frau Pauli?
Die Medien hätten bestimmt ein Format, in das sie passen.
Politologie und Intelligenz schließen sich reziprok zwar nicht ganz aus, bedingen aber auch nicht gerade einander. Von daher die ungebührliche Bewunderung von "Parteienforschern" für die exakt kalkulierende "Physikerin" Angela Merkel, die in ihrer Hausdisziplin nur Durchschnitt ist. Also, bitte mal die Kirche im Dorf lassen! Heutzutage schafft ein Drittel jedes Jahrgangs Abitur; und wer Abitur schafft, ist auch fähig, in Politologie zu promovieren. Mindestens...
Dass Pauli sexy, rothaarig, schnuckelig und charmant ist, sei ihr gegönnt. Und dass sie einen höheren Unterhaltungswert hat als die graue Duckmäusertruppe von der Restpartei, ist ebenfalls unstrittig. Allein, wer als Landkreischefin erfolgreich an der Tür der TV-Promis klopft, weckt den Neid der gewichtigeren, aber langweiligeren Parteikollegen. Ein PR-Profi hätte ihr das vorher eingebleut. Gut, dass sie's jetzt langsam auch kapiert!
Paging