Die Kritiker der "neoliberalen Globalisierung" müssen den G-8-Club als Spielfeld verstehen, auf dem sie für ihre Visionen antreten können. Sie müssen die Globalisierung als Chance begreifen. All jene aber, die das ganze System über den Haufen werfen wollen, tragen lediglich Unfrieden in die Welt.
Deutschlands außerparlamentarische Opposition erhält gerade eine Art kostenlose Frischzellenkur. Die Bundesregierung veranstaltet einen G-8-Gipfel, von dem schon vor Beginn festzustehen scheint, dass die Ergebnisse dürftig sein werden. Und in Mecklenburg gehen Zehntausende auf die Straße, herrscht Ausnahmezustand, weil Hooligans ihre perverse Befriedigung darin suchen, Hunderte Menschen in Krankenhäuser zu prügeln.
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Die Demonstranten eint - für den Schwarzen Block als Vorwand, für die Masse der Friedlichen als echter Grund - der Protest gegen die G 8. Gegen ihre Macht, ihre Macht auch über andere; gegen das, was ihre Kritiker so gerne die "neoliberale Globalisierung" nennen. Die Kulisse des deutschen Gipfels, so viel ist seit dem Wochenende klar, werden leider auch Wasserwerfer bestimmen.
Doch je schärfer der Protest wird, desto mehr erinnert er an den Versuch, ein ganzes Haus einzureißen, nur um öfter mal die Sonne zu sehen. Stimmt: Dieser Gipfel vereint die Staats- und Regierungschefs eines nicht fehlerlosen Systems. Die reichen Staaten müssen sich ankreiden lassen, dass sie sich aus der Verantwortung stehlen für diejenigen, denen Wohlstand verwehrt bleibt.
Außer Utopien haben die Kritiker nicht viel anzubieten
Sie müssen handeln, weil der globale Wettbewerb ihre Sozialsysteme aushöhlt, oft in Verbindung mit einer schleichenden Überalterung ihrer Gesellschaften. Sie streiten kleinlich über die Menschheits-Herausforderung Klimaschutz, weil der globale Profit oft mehr zählt als die globale Verantwortung für ein Problem, das Industriestaaten erst losgetreten haben.
Außer Utopien aber haben die Kritiker nicht viel anzubieten. Sie träumen von einer "Entschleunigung" der Wirtschaft, von regionalen statt globalen Kreisläufen - und verkennen, dass das nur funktionieren kann zwischen Menschen, die ihre Bedürfnisse radikal absenken. Dass es nur geht in einer Welt, die Erfüllung höher bewertet als Besitz. Es ist eine schöne Welt. Aber es ist nicht diese Welt, und es wird sie nie sein.
"Eine bessere Welt ist möglich", heißt ein Slogan der G-8-Kritiker. Wohl wahr. Aber die bessere Welt findet sich nicht jenseits der Globalisierung, nicht jenseits der Mächtigen der Welt, in welcher Konstellation sie auch immer zusammenkommen. Die Friedfertigen unter den Demonstranten müssen begreifen, dass Macht nichts Schlimmes ist, solange sie sich von außen beeinflussen lässt. Und dass auch die Kritiker selbst zu einer "Macht" heranwachsen.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
Youtube-Hit aus USA
...Bauchmüllers Kommentar endet deswegen auch in einem Widerspruch. Auf der einen Seiter kritisiert Bauchmüller die Kritiker für ihre herbe Kritik. Auf der anderen Seite verspricht er den Kritikern, daß ihre kritische Stimme bereits von den mächtigen Industrienationen vernommen worden ist. Die Kritiker säßen deswegen gewissermaßen bereits mit am Tisch der Reichen in Heiligendamm, hätten also virtuell den infamen Stacheldrahtzaun, hinter dem sich die Belagerten bezeichnernder Weise mit schlechtem Gewissen verschanzt haben, schon überschritten, weswegen sie (die Kritiker) nun auch getrost nach Hause gehen dürfen. Zum krönenden Abschluß kommt es auch noch zur Anwendung einer altbewährten, üblen Taktik, mit der Bauchmüller Opfer und Kritiker der G-8 Diktatur selbst als Diktatoren diffamiert. Nicht nur in diesem Fall ist es symptomatisch für Bauchmüllers unrühmlichen Beitrag, daß er in keiner seiner vielen Anschuldigungen, Behauptungen und Verprechungen Fakten und Daten bereithält, um seine Kritiker auf ehrliche Weise von ihrer vermeintlichen Blindheit zu überzeugen.
Bauchmüller täte gut daran, sich von den katastrophalen Konsequenzen der Globalisierungspolitk der Industrienationen vor Ort, z.B. in Nigeria, Haiti, Mexiko, Burma, Indonesien usw., aber auch in der sog. Ersten Welt, wo die Kluft zwischen Arm und Reich, vor allem in den USA, immer drastischer wird, zu überzeugen. Solange er das nicht tut, werden auch alle weiteren seiner Kommentare zu diesem Thema Beiträge zur globalen Unterdrückung bleiben, d.h. zur globalen Ausbeutung Millionen von Menschen beitragen.
Achim Oberst
USA
...Bauchmüller sieht nicht die gebrochenen, um ihren gerechten Lohn betrogenen Eltern, die sich in den Sklavenfabriken der sweatshops verdingen müssen, ohne jemals ihre hungernden Kinder mit Anstand und Würde gesund ernähren zu können, während die mit ihrem Schweiß und Blut gefertigten Sportartikel überteuert den kapitalisitischen Wohlstand begütern. Warum will Herr Bauchmüller nicht wissen, daß die Billigprodukte aus China und anderen Ländern, wo Großkonzerne lukrativ produzieren können, um dann den internationalen Markt mit ihrer Blutware zu überschwemmen, nicht nur die Arbeitsplätze hierzulande vernichten, sondern zugleich umweltzerstörerisch in den Herrstellungsländern die fundamentalsten Grundrechte verletzen? Es geht nicht um die Ausweitung des Wohstands in die ärmsten Länder, wie Bauchmüller meint, sondern um das Grundrecht aller auf eine menschenwürdige Existenz in einer gesunden Welt.
Für Bauchmüller ist dies verwerfliche Utopie, für die Globalisierungsgegner jedoch bescheidenes Ziel. Bescheiden ist dieses Ziel deswegen, weil es machbare, realistische Träumerei ist. Sie wendet sich nämlich an die menschliche Fähigkeit zu Bescheidenheit. Er darf nicht nur einen Mindestlohn geben, darunter niemand zu fallen hat, sondern es muß auch einen Höchstlohn geben, darüberhinaus niemand sich unnötig und zum Schaden anderer bereichern soll. Davon will Bauchmüller aber nichts wissen. Er definiert Globalisierung über den habgierigen Kapitalismus, der kein Auge hat für regionale Selbständigkeit und lokale Autarkie. Stattdessen übt sich Bauchmüller in der altbekannten Rhetorik leerer Verprechungen.
Es gibt allerdings Länder, die nicht mehr bereit sind, sich von den Reichen und Mächtigen hinhalten zu lassen, und der Welt zeigen, daß es auch anders gehen kann. Venezuela und Bolivien sind Hoffnungsschimmer der Armen. Sie wehren sich gegen das undemokratische Diktat der Reichen und Mächtigen. Solange es die G-8 in dieser undemokratischen Form gibt, sitzen keine Kritiker am Tisch der Mächtigen. Das ist nun wirklich eine Illusion, mit der Bauchmüller wankelmütige Kritiker zum Schweigen bringen will. Sein Kommentar endet deswegen auch in einem Widerspruch. Auf der einen Seiter kritisiert Bauchmüller die Kritiker für ihre herbe
Bauchmüllers Kommentar ist ein Beitrag zur globalen Unterdrückung (Teil I)
Michael Bauchmüllers Kommentar (Schöne alte Welt) zu den G-8 Protesten zeugt von unerträglicher Arroganz und Ignoranz. Wenn es stimmt, wie Bauchmüller sarkastisch und vollkommen undifferenziert formuliert, daß bei den Protesten Hooligans ihre perverse Befriedigung darin suchen, Hunderte Menschen in Krankenhäuser zu prügeln, dann hätten sie das anderswo und überall tun können und sich den Weg nach Rostock sparen können. Bauchmüllers Polemik ist einseitig und blind gegen die Demonstranten gerichtet. Er ignoriert bewußt das brutale Fehlverhalten der Polizei. Seinen Begriff Hooligans müßte er der Glaubwürdikeit willen konsequenterweise auch auf die zahllosen Schläger unter den Polizisten anwenden können. Daß er das nicht tut, diskreditiert ihn als seriösen Kommentator.
Natürlich weiß Herr Bauchmüller, daß die Demonstranten einen Beweggrund haben, der sie nach Heiligendamm führt. Aber er entstellt und verkennt diesen. Die sog. G-8 Staaten haben kein Recht, das Schicksal von Millionen von Menschen zu besiegeln, ohne diesen wehrlosen Opfern großkapitalistischer Entscheidungen grundsätzlich die Möglichkeit der Mitsprache zu geben. Dieser diktatorische Umgang mit der Mehrheit der Weltbevölkerung ist verwerflich und hat mit Demokratie nichts zu tun, es sei denn es geht hier um die Vormachtstellung und Absicherung einer Demokratie der wenigen Herrschenden und Reichsten der Welt. Aber auch zu diesem Zweck sind die VetreterInnen der G-8 Staaten nicht demokratisch gewählt.
Solange die Globalisierung die Internationalisierung des Umweltschutzes, des Tierschutzes, des Arbeitsrechtes, des Rechts auf Leben, des Rechts auf menschenwürdiger Existenz ausspart, fordert jede ihrer Entscheidungen zahllose Opfer. Traurigstes Symbol dieser Ausgrenzung ist der antidemokratische Absperrzaun, der auch metaphorisch in Bauchmüllers Gedankenwelt aufgestellt ist. Herr Bauchmüller hat deswegen keinen Blick für die tausenden von indischen Bauern, die in den Selbstmord getrieben wurden. Diese Sicht ist ihm versperrt. Er sieht nicht die gebrochenen, um ihren gerechten Lohn betrogenen Eltern, die sich in den Sklavenfabriken der sweatshops verdingen müssen, ohne jemals ihre hungernden Kinder mit Anstand und Wür
Leider, leider, Herr Bauchmüller, ist die ganze Sache nicht so einfach,wie Sie das hier darzstellen versuchen. Ich gebe Ihnen recht, dass wir als system- und globalisisierungskritische Bewegung vor dem großen Problem stehen, Alternativen anbieten zu können, Alternativen, die wir zur Zeit nicht parat haben. Und ganz sicher wird ein systemändernder Vorschlag zu Lasten dessen gehen, was die Mehrheit der Deutschen als "Wohlstand" bezeichnet (Man muss sich mal ernsthafte Gedanken über dieses Wort machen), was diesen Vorschlag schwer kommunizierbar machen wird. Der Witz ist ja, dass es diesen Abbau von Wohlstand bereits gibt. Er wird lustigerweise mit Marktprinzipien begründet. Die Arbeitsplätze wandern ab nach Billglohnlandien, infolgedessen müssen wir den Gürtel enger schnallen und der "Wohlstand" in Billiglohnlandien steigt. Das versteht der Markt unter Selbstregulierung. Nur, das dabei das meiste der zwischen den Ländern transferierten Geldwerte bei sehr reichen Leuten hängen bleibt und die Ungleichheit eher verstärkt wird, bleibt ungesagt. Außerdem ist Wirtschaftswachstum keine Lösung. Es repräsentiert nur eine Phase des kapitalistischen Systems. In der anderen Phase müssen alle Werte, die geschaffen wurden, wieder zerstört werden, um neue Nachfragen zu erzeugen. Die altbewährte Lösung auf das Problem stagnierenden Wachstums heißt Krieg. Die Globaliserung schiebt das nur hinaus, in dem sie räumlich neue Märkte schafft, aufhalten kann sie den Prozess so nicht. "Nebenbei" gibt es ja auch noch die ökologische Zeitbombe. Wenn wir den Chinesen zubilligen, so zu leben, wie wir, dann sind wir alle sehr bald tot.
Q.E.D.: Wir MÜSSEN uns eine Alternative zum Kapitalismus ausdenken, wir MÜSSEN uns ein Gesellschaft vorstellen können, die von Vernunft geprägt ist und nicht von marktwirtschaftlichen Mechanismen, die nichts weiter sind, als das soziale Pendant zum natürlichen Evoluzionsprinzip von Mutation und Auslese.
400 teils schwer verletzten Polizisten in Rostock nun wahrlich nicht behaupten.
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich ...
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