Die G8-Staaten und die Länder Afrikas haben gemeinsam die Bomben-Anschlägen in London scharf verurteilt. Zuvor hatten sich die sieben führenden Industriestaatenund Russland darauf geeinigt, die Entwicklungshilfe um 50 Milliarden US-Dollar jährlich bis 2010 aufzustocken. Auch einen - unverbindlichen - Aktionsplan zum Kampf gegen den Klimawandel gibt es. Den halten Umweltverbände zufolge jedoch für völlig unzureichend.
Die G8-Staaten und die Länder Afrikas haben gemeinsam die Bomben-Anschlägen in London scharf verurteilt. Der britische Premier und Gastgeber Tony Blair verlas eine entsprechende Erklärung beim G8-Gipfel im schottischen Gleneagles.
Die meisten Teilnehmer scheinen zufrieden zu sein mit dem Gipfel-Gastgeber Tony Blair. (© Foto: Reuters)
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"Hoffnung ist die Antwort auf Hass", sagte Blair. Es dürfe nicht sein, dass der Terrorismus die Anstrengungen zunichte mache, eine bessere Welt zu schaffen.
Die afrikanischen Regierungs- und Staatschefs, die in Gleneagles anwesend waren, stellten sich demonstrativ auf die Seite der G8-Staaten.
Unmittelbar nach den Anschlägen am Donnerstag hatten sich schon die führenden aufstrebenden Wirtschaftsnationen China, Indien, Mexiko, Südafrika und Brasilien mit der G8 solidarisch erklärt.
Zuvor hatten sich die G8-Staaten auf eine Aufstockung der Entwicklungshilfe um 50 Milliarden US-Dollar jährlich bis 2010 geeinigt.
Das erklärte der britische Ministerpräsident nach einem Treffen der acht Staats- und Regierungschefs mit den politischen Führern aus Afrika.
In die 50 Milliarden Dollar sind teilweise auch schon beschlossene Programme sowie Schuldenerlasse eingerechnet. Es handelt sich also nicht vollständig um frisches Geld. Laut Abschlussdokument des G8 kommen Afrika bis zum Jahr 2010 jährlich 25 Milliarden Dollar zusätzlich zu Gute. Im Gegenzug verpflichten sich die Empfängerländer zu guter Regierungsführung und verstärktem Bemühen um Demokratie.
"Es ist nicht das Ende der Armut in Afrika, aber es gibt die Hoffnung, dass sie beendet werden kann", erklärte Blair.
Mit dem Beschluss über die konkrete Zahl von 50 Milliarden US-Dollar hatte Blair sich gegen Bedenken unter anderem der USA und Deutschlands durchsetzen können.
Zudem habe man sich das Ziel eines weltweiten Zugangs zur Behandlung von Aids gesetzt und sich zu einer neuen Friedenstruppe für Afrika bekannt, erklärte Blair.
Die Vereinbarung werde nicht allen gerecht, sagte der Gipfelvorsitzende. Aber sie sei ein realer, erreichbarer Fortschritt. "All dies wird die Welt noch nicht morgen ändern. Es ist ein Anfang, nicht das Ende."
An dem Treffen mit den politischen Führern aus Algerien, Äthiopien, Ghana, Nigeria, Senegal, Südafrika und Tansania hatten auch UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie die Spitzen von Weltbank und Währungsfonds teilgenommen.
In dem Schlussdokument der G8-Staaten wird auch der im Juni vereinbarte geplante sofortige Schuldenerlass für 18 arme Länder, darunter 14 in Afrika, mit einem Umfang von 40 Milliarden US-Dollar festgeschrieben.
Auch die Abschaffung der Subventionierung von Agrarexporten wurde in Aussicht gestellt. Alle Formen der Exportsubvention sollten "zu einem glaubwürdigen Zeitpunkt" hin eingestellt werden, hieß es am Freitag.
Kampf dem Klimawandel
Auch auf einen - allerdings unverbindlichen - Aktionsplan zum Kampf gegen den Klimawandel haben sich die Gipfel-Teilnehmer verständigt.
Angesichts anhaltender Differenzen zwischen den USA und den Europäern verzichteten die G8 in ihrer Abschlusserklärung allerdings auf konkrete Festlegungen zur Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase und Eindämmung der Erderwärmung.
Umweltschützer kritisierten scharf die Beschlüsse. Greenpeace sprach von einer "großen verpassten Chance". Für den Kampf gegen die globale Erwärmung sei "zu wenig bis gar nichts herauskommen".
Nach Ansicht des Umweltschutzverbandes WWF hat der Gipfel den Klimaschutz nicht vorangebracht. Bei US-Präsident George W. Bush sei "keinerlei Bewegung erkennbar".
Bundeskanzler Gerhard Schröder lobte dagegen die Einigung. Die G8 seien in der Klimafrage vorangekommen. Es sei ein Erfolg, dass es überhaupt eine gemeinsame G8-Erklärung gebe.
Ähnlich äußerten sich EU-Vertreter. "Was wir erreicht haben, liegt deutlich über unseren Erwartungen." Auch wenn Umweltschützer die Ergebnisse kritisierten, so habe Bush erstmals anerkannt, dass es ein Klima-Problem gebe und dieses möglichst schnell angepackt werden müsse.
Blair hob hervor, dass auch die schnell wachsenden Schwellenländer wie China und Indien einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollten.
Die Amerikaner legen sich quer
Die USA lehnen eine Umsetzung der Kyoto-Ziele unter anderem zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen bis 2012 strikt ab. Sie haben als einzige G8-Nation das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert.
In der gemeinsamen G8-Erklärung wird das Kyoto-Protokoll daher nur kurz am Ende erwähnt. Es heißt lediglich, dass die G8-Staaten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, den Plan zum Erfolg führen wollen.
Einig sind sich die G8 darin, dass der Klimawandel als langfristiges Problem erkannt wird und auch auf menschliches Verhalten zurückgeht. Daher solle der Ausstoß der Treibhausgase zunächst verringert und in Übereinstimmung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen gestoppt und umgekehrt werden.
Die G8 verpflichten sich zur Förderung neuer Technologien und zu effizienter Energiegewinnung und -verbrauch, wobei auch Entwicklungsländer bei solchen Projekten unterstützt werden sollen. Die Weltbank soll eine führende Rolle bei der Finanzierung entsprechender Maßnahmen übernehmen.
Umweltverbände unzufrieden
Greenpeace-Sprecher Daniel Mittler beklagte, dass der US-Präsident den Klimaschutz in internationalen Verhandlungen "torpediert" habe. Dass Bush eingestanden habe, dass der Mensch ebenfalls zur globalen Erwärmung beitrage, sei auch keineswegs neu, weil er dies 2001 bereits getan habe.
Die Leiterin des WWF-Klimaprogramms, Jennifer Morgan, kritisierte: "Der G8-Gipfel hat es versäumt, ein klares Bekenntnis abzugeben, den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten." Allein auf Technik zu setzen, wie es Bush tue, gehe am Problem vorbei.
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