Kampf gegen Klimawandel, Armut und steigende Ölpreise: Die Staats- und Regierungschefs haben sich für den G8-Gipfel viel vorgenommen. Doch bereits vor Beginn werden die Erwartungen gedämpft: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy etwa stellte die Form des Treffens infrage.

Zwei Tage vor Beginn des G8-Gipfels hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Form der G-8-Treffen infrage gestellt. Er kritisierte, es sei nicht vernünftig, die "großen Fragen der Welt" im Kreise von acht Staaten zu besprechen und dabei China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern und Indien mit einer Milliarde Einwohnern außen vor zu lassen, ebenso wie die arabischen, afrikanischen oder lateinamerikanischen Staaten.

Nicolas Sarkozy

Will auch die Schwellenländer bei der Lösung der globalen Krisen miteinbeziehen: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. (© Foto: Reuters)

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Zu den G-8 gehören neben Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Japan auch Italien, Russland und Kanada. Beim Gipfel sind auch Gespräche mit Vertretern Indiens und Chinas geplant.

Unterdessen haben sich die Staats- und Regierungschefs im Vorfeld des Gipfels hohe Ziele gesteckt: Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa kündigte im Tagesspiegel am Sonntag ein umfassendes Maßnahmenpaket zur globalen Ernährungssicherung an, das auf dem G-8-Gipfel verabschiedet werden solle. Es sehe "eine kurzfristige Linderung der akuten Ernährungslage, aber auch eine langfristige Strategie zur Steigerung der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion" vor.

Merkel hatte davor gewarnt, dass die andauernde Nahrungsmittelkrise die weltweite Sicherheit bedrohen könnte. Die Lebensmittelkrise könne "die Demokratisierung gefährden, Staaten destabilisieren und sich zu internationalen Sicherheitsproblemen auswachsen", zitierte das Magazin Der Spiegel aus einem Papier, das Merkel vor dem Gipfel an ihre Kollegen geschickt habe.

Bei dem Treffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) stehen von Montag an auch der Klimaschutz und die Weltwirtschaft auf der Tagesordnung.

Brown: verstärkter Kampf gegen Armut und Klimawandel

Der britische Premierminister Gordon Brown forderte seinerseits die G-8-Staaten auf, in ihrem Kampf gegen Armut und Klimawandel trotz der angespannten Weltwirtschaft nicht nachzulassen. "Die gegenwärtige Wirtschaftskrise bedeutet vielmehr, dass wir unsere Bemühungen verstärken müssen", sagte Brown dem Guardian.

Im Vorfeld des Gipfels mehrten sich Befürchtungen, die Industrieländer könnten wegen der Kreditkrise Rückzieher bei der angekündigten Reduzierung von Treibhausgasen und der Aufstockung von Entwicklungshilfen machen.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso richtete ebenfalls einen eindringlichen Appell an die Industriestaaten, ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken. "Die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten, darunter auch die USA, müssen an ihrem Ziel festhalten, bis 2009 ein weltweites Klimaschutzabkommen zustande zu bringen", sagte Barroso der Bild am Sonntag laut Vorabbericht vom Samstag.

Proteste im Vorfeld

Am Samstag marschierten Demonstranten unter hohen Sicherheitsvorkehrungen etwa eineinhalb Stunden durch die Inselhauptstadt Sapporo, die rund 70 Kilometer vom Tagungsort Toyako entfernt ist. An dem Demonstrationszug nahmen Polizeikreisen zufolge 2000 bis 3000 Menschen teil. Sie schlugen Trommeln und forderten auf Spruchbändern eine Abschaffung der G-8.

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(Reuters/AP/hai)